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    Retzstadt

    Generalsanierung: Pfarrheim ist „Mittelpunkt vom Ort“

    Freuen sich auf die Generalsanierung des Retzstadter Pfarrheims (von links): Verwaltungsleiter Robert Flögel, Pastoralreferentin und stellvertretender Kirchenverwaltungsvorstand Barbara Stockmann, Peter Kolb und Hermann Keupp von der Kirchenverwaltung sowie Kirchenpfleger Simon Rothenhöfer.
    Freuen sich auf die Generalsanierung des Retzstadter Pfarrheims (von links): Verwaltungsleiter Robert Flögel, Pastoralreferentin und stellvertretender Kirchenverwaltungsvorstand Barbara Stockmann, Peter Kolb und Hermann Keupp von der Kirchenverwaltung sowie Kirchenpfleger Simon Rothenhöfer. Foto: Anna-Lena Ils/POW

    Ab Mai geht es los: Das Pfarrheim in Retzstadt wird generalsaniert. 1,5 Millionen Euro kostet laut Pressemitteilung des bischöflichen Ordinariats Würzburg der Umbau des „Mittelpunkts vom Ort“, wie Kirchenverwaltungsmitglied Peter Kolb das Gebäude nennt.

    Im Jahr 1967 übernahm die Kirchenstiftung Retzstadt die alte Schule unmittelbar neben der Pfarrkirche von der Gemeinde und baute sie in den folgenden Jahren unter der Regie von Kirchenverwaltung und Kolpingsfamilie von Grund auf um. Nun sei nach 50 Jahren intensiver Nutzung eine Generalsanierung elementar für den Fortbestand, so der Pressebericht. Die maroden und teilweise undichten Leitungen und Decken müssen dringend erneuert werden. Die festen Einrichtungen wie Böden, Heizung, Theke, Küche und Toiletten sind völlig abgenutzt und nicht mehr zeitgemäß. Hinzu kommen weitere notwendige Maßnahmen für das Obergeschoss, das die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) mit ihren mehr als 150 Mitgliedern für wöchentliche Gruppenstunden und einen offenen Jugendtreff an den Wochenenden nutzt.

    Im ersten Bauabschnitt wird die größte Veränderung der Abriss des Toilettenanbaus und der Bau eines kompletten Anbaus auf der somit frei gewordenen Fläche und dem jetzigen Pfarrgarten sein. Die Herausforderung ist, dass der Pfarrgarten an einem steilen Hang liegt, der erst abgetragen werden muss. Gerodet haben ihn schon Gemeindemitglieder ehrenamtlich. „Im Anbau wird es dann eine neue barrierefreie Toilette für die Gottesdienstbesucher und das Pfarrheim geben“, berichtet Pastoralreferentin und stellvertretender Kirchenverwaltungsvorstand Barbara Stockmann.

    Auch im großen Saal stehen einige Erneuerungen an, zum Beispiel das Verlegen eines neuen Fußbodens, der Einbau einer neuen Trennwand und neuer Lampen sowie der Kauf einer neuen Thekenanlage. Das Dach des Anbaus soll mit dem ersten Stock abschließen und von den KLJB-Räumen mit einer neu eingebauten Tür erreichbar sein. Dadurch wird das Flachdach zudem zum Fluchtweg und regulären barrierefreien Zugang.

    Im zweiten Bauabschnitt, der im Mai 2021 beginnen soll, wird die Barrierefreiheit umgesetzt. Aufgrund der Lage des Pfarrheims und der Kirche am Hang sind die Gebäude bisher nur über viele Treppen zugänglich. Der Haupteingang soll zukünftig auch auf der Seite des Anbaus liegen und dann barrierefrei erreichbar sein. Der zweite Schritt der Umbaumaßnahmen soll Ende 2021 abgeschlossen sein.

    Große Spendenbereitschaft

    Der erste Bauantrag wurde im Jahr 2016 gestellt. Doch die Kosten von 1,75 Millionen Euro wurden laut Mitteilung damals nicht genehmigt. Aufgrund dessen entschied die Kirchenverwaltung, den geplanten Ministrantenraum und das Pfarrbüro zu streichen und stattdessen behelfsmäßig im alten Kindergarten unterzubringen. Die Kosten für die Generalsanierung belaufen sich nun auf 1,5 Millionen und wurden im Juni 2018 von der Diözese genehmigt. Davon übernimmt die Diözese Würzburg 750 000 Euro. Die politische Gemeinde steuert noch rund 200 000 Euro bei. Die verbleibenden 550 000 Euro muss die Pfarrgemeinde Sankt Andreas in Retzstadt selbst tragen.

    Knapp die Hälfte davon kamen durch den Verkauf des Pfarrhauses zusammen. Der Bayerische Jugendring gibt aufgrund der KLJB-Gruppe noch einen Zuschuss von 16 000 Euro. Doch auch die Spendenbereitschaft der Pfarrgemeinde ist groß, heißt es weiter im Pressebericht. Seit der erste Antrag beim Bauamt des Bistums eingereicht wurde, wurden zwei Pfarrfeste gefeiert, deren Erlös für die Renovierung verwendet wird. Außerdem hat der Männergesangsverein zusammen mit der KLJB dreimal ein Kesselfleischessen veranstaltet, bei denen insgesamt rund 3500 Euro gespendet wurden. Die Kolpingfamilie hat ein Weißwurstfrühstück für die Renovierung des Pfarrheims organisiert und die Theatergruppe hat 3000 Euro gespendet. Zudem gingen schon größere Einzelspenden ein.

    Angst vor der Helfersuche hat die Kirchenverwaltung nicht. „Wir haben eine starke Jugendgruppe, die Sänger, die Kolpingfamilie und die Gemeinde selbst. Wenn man in Retzstadt fragt, sind da auch Leute, die helfen“, erklärt Kirchenpfleger Simon Rothenhöfer.

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    Bearbeitet von Lena Bayer

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