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    Arnstein

    Getreideernte liegt leicht hinter dem Vorjahresergebnis

    Die Getreideernte ist zu 95 Prozent abgeschlossen. Wassermangel und Hitze sorgten für ein mittelmäßiges Ergebnis. Foto: Eichinger-Fuchs

    Wassermangel und die große Juni-Hitze bescherten den Bauern im Bereich Werntal und Bachgrund eine mittelmäßige Getreideernte. Im Gespräch mit dem stellvertretenden Sachgebietsleiter Gerhard Keßler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Karlstadt, lies sich eine erste Prognose ermitteln.

    Die Ernteergebnisse seien so variabel wie die Böden in der Region. Je nach Niederschlagsmenge würden sich große Streuungen abzeichnen, die beim Winterweizen zwischen 60 und 85 Doppelzentner (DZ) liegen können. „Durch die schnelle Abreife, konnte die Getreideernte bereits zu 90 Prozent abgeschlossen werden“, sagt Gerhard Keßler. "Das Mittel wird sich zwischen 70 und 75 DZ einpendeln." Grundsätzlich könne von einer leicht unterdurchschnittlichen Ernte gesprochen werden.

    Vor allem auf flachgründigen Böden und in extremen Trockenlagen würden sich bei Weizen und Raps unbefriedigende Erträge abzeichnen. Bei Zuckerrüben, Kartoffeln, Mais und Leguminosen bremste der Wassermangel das Wachstum zwar ebenfalls; allerdings, so der Agrarfachmann, hätten diese Kulturen noch Chancen: "Wenn es in den kommenden Wochen ausreichend regnet, können sich die Ernteaussichten noch verbessern." Dabei gab Keßler zu bedenken, dass auch hier die Streuung sehr groß sei. Während beispielsweise bei Himmelstadt der Mais bereits um die drei Meter Höhe erreicht habe, würden in Eußenheim die Maisstängel dürre Blätter und gerade mal eineinhalb Meter zeigen. Das gleiche gelte für die Kolbenbildung und die sei nun mal der Energieträger bei der Maisernte.

    Bei der Braugerste liege die Streuung zwischen 40 und 68 DZ. Als Durchschnitt wurden 50 DZ ermittelt. Sehr gut seien die Eiweißwerte, die deutlich unter dem Maximallimit lägen. Zehn Prozent sei in diesem Jahr der Regelanteil; das stimme die Mälzer sehr zufrieden. Das Maximum liege bei 11,5 Prozent.  Durch die Hitze habe es nur geringe Feuchtigkeitsanteile gegeben. Weniger befriedigend sei hingegen der Vollgerstenanteil. Die geforderten 90 Prozent Werte würden nicht ganz erreicht. Je nach Sorte lägen sie zwischen 65 und 95 Prozent.

    Dank Trockenheit kaum Lagegetreide

    Auch bei der Wintergerste habe es große Differenzzahlen gegeben. Zwischen 50 und 80 DZ wurden eingebracht. Als glückliche Situation nannte Keßler die stehenden Getreidehalme. „Wir hatten in diesem Jahr kaum Lagegetreide“. Bei Roggen liegen die Erntewerte zwischen 55 und 75 DZ; bei Triticale, einer Kreuzung zwischen Weizen und Roggen, liegen die Werte zwischen 65 und 70 DZ. Triticale werden ausschließlich als Futtergetreide verwendet.

    Die Marktnachfrage für die fränkische Braugerste sei nach wie vor gut. Viele Mälzer und Brauereien haben im Vorfeld über die Landhändler Abnahmeverträge geschlossen. "Der Bedarf in unserer Region ist gedeckt", sagt Keßler. Angebot und Nachfrage würden sich die Waage halten.

    Bei der Zuckerrübe habe es in den vergangenen drei Jahren sehr gute Erträge gegeben. Die diesjährige Ernte werde Ende September beginnen. Auf sogenannten "Grenzertragsböden" ohne reinen Löß würden die Blätter zum Boden hängen und die unteren Blätter Dürre aufweisen. Die Zuckerrübe habe aber den Vorteil, dass sie Blätter nachschieben könne. Bei ausreichend Niederschlag könne sich der derzeitige Stand noch positiv verändern. "Die Spitzenergebnisse der letzten Jahre werden wohl kaum erreicht; es muss aber auch zu keinem Negativergebnis kommen", sagt der stellvertretende Sachgebietsleiter.

    „Die Haferernte war eine Katastrophe“, kann Gerhard Keßler bestätigen. Das Durchschnittsergebnis lag bei 30 Doppelzentner. Beim Raps habe es ebenfalls eine große Streuung je nach Standort und Niederschlag gegeben. Die Werte lägen zwischen 20 und 40 DZ.

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