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    Kahl am Main

    Gewaltverbrechen in Kahl: Zwei Tote in Einfamilienhaus

    Zwei Tote hat die Polizei am Montag in einem Einfamilienhaus in Kahl am Main entdeckt. Das weiße Haus in der Bildmitte ist der Tatort. Foto: Michael Czygan

    Durch "massive Gewalteinwirkung" sind in einem Wohnhaus in Kahl (Lkr. Aschaffenburg) zwei Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei entdeckte die Leiche einer Frau und eines Mannes am Montagmittag. Als Täter komme der tote Mann in Frage, sagen Polizei und Staatsanwaltschaft nach ersten Ermittlungen. Zwischenzeitlich bestand der Verdacht, dass eine dritte Person die Bluttat begangen haben könnte. Doch am Abend stellte die Polizei die Fahndung ein.

    Die Weingartenstraße in der bayerisch-hessischen Grenzstadt ist Standort einer Wohnsiedlung aus den 1960er, 70er Jahren. Einzel-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser wechseln sich hier ab. Die Polizei hat das Gelände um den Tatort großräumig abgesperrt. In der Ferne sind am Nachmittag immer wieder Polizeibeamte in Zivil und in den weißen Overalls der Spurensicherung, die man aus TV-Krimis kennt, zu sehen. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Vor dem Absperrband gibt Pressesprecherin Kathrin Thamm einem knappen Dutzend Medienvertretern Interviews.

    Großes Polizeiaufgebot vor Ort

    Dass an vielen Fenstern in der Straße die Rolladen runtergelassen sind, mag der Hitze geschuldet sein. Passanten trifft man auch nur wenige auf der Straße. Vereinzelt suchen Anwohner einen Parkplatz. In der benachbarten Tagespflege-Einrichtung holen Frauen und Männer ihre Angehörigen ab. "Was, zwei Tote hier bei uns?" Nein, sie habe nichts mitgekriegt, sagt eine Fußgängerin. Ein anderer Passant berichtet von einem Großaufgebot an Polizei und Rettungskräften, das um die Mittagszeit die Straße gesäumt habe. Zudem sei zeitweise ein Polizeihubschrauber über der Siedlung gekreist. 

    Polizeisprecherin Kathrin Thamm informierte die Medien in der Weingartenstraße. Foto: Michael Czygan

    Ein Detail, das Sprecherin Thamm bestätigt. Ansonsten hält sie sich mit näheren Informationen zum Geschehen zurück. Laut ihren Angaben wurde die Polizei gegen 11.30 Uhr von einem Zeugen in das Einfamilienhaus gerufen. Dort machten die Beamten die schreckliche Entdeckung. Beide Tote seien "offensichtlich durch massive Gewalteinwirkung" gestorben. Informationen zur möglichen Tatwaffe will die Sprecherin ebenso wenig geben wie zum Alter und zur Herkunft der Opfer. Darüberhinaus sei auch noch Gegenstand der Ermittlungen, in welchem Verhältnis die beiden zueinander standen.

    Im Laufe des Nachmittags berichtet die Polizei, es gebe Hinweise, dass der tote Mann als Täter infrage kommt. Er könnte demnach zunächst die Frau und dann sich selbst getötet haben. Endgültig bestätigen wollen diese Version zunächst aber weder die Polizei noch die zuständige Staatsanwaltschaft in Aschaffenburg. Es könne "auch nicht gänzlich ausgeschlossen werden", dass eine andere Person die Bluttat begangen habe und dann geflüchtet sei, heißt es. Gefahndet wurde deshalb den ganzen Tag über nach einem zirka 30 Jahre alten Mann, der "blutverschmiert" und bewaffnet sein könnte.

    Fahndung nach Flüchtigem eingestellt

    Am Abend heißt es dann seitens Polizei und Staatsanwaltschaft, die Suche nach einem möglichen flüchtigen Täter sei eingestellt worden. Nach intensiven Ermittlungen sei nun davon auszugehen, "dass es sich bei dem männlichen Toten um den Täter handelt". Dies habe eine Rekonstruktion des Tatgeschehens durch das Team der Spurensicherung und einen Rechtsmediziner der Universität Würzburg am Tatort in der Weingartenstraße ergeben.

    Weitere Erkenntnisse zu den Hintergründen der Bluttat erwartet man sich nun von der Obduktion der Leichen, die an diesem Dienstag stattfinden soll.    

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