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    Karlstadt

    Giftköder: Vorfall in Karlstadt gibt Rätsel auf

    Immer wieder liegen in der Region Giftköder aus. Nun kam es in Karlstadt zu einem erneuten Vorfall. Dieses Foto zeigt ein Symbolbild. Foto: Florian Schuh

    Auch eine Woche nach Bekanntwerden der Giftköder in Karlstadt gibt es keine offizielle Entwarnung für Hundehalter und ihre Vierbeiner. Erst am  Dienstagabend kam es erneut zu einem Vorfall. Die Karlstadterin Tanja Heßdörfer war mit dem Hund ihrer Großmutter spazieren. Er wurde früher einmal Opfer einer Köder-Attacke und ist deswegen beim Spaziergang immer angeleint. "Und unter Hundehaltern ist bekannt, dass in dem Gebiet öfter mal etwas ausliegt", sagt sie im Gespräch mit dieser Redaktion. Gemeint ist das Gebiet "Am Saupurzel", eine beliebte Gassi-Strecke. 

    Dort kam es vor einer Woche vermutlich zu Vergiftungen durch Giftköder. Nachdem mehrere Facebook-Nutzer in Beiträgen warnten, reagierte auch die Stadt und bat alle Hundebesitzer dort zu besonderer Vorsicht. Auch die Tierrechtsorganisation Peta schaltete sich ein. Heßdörfer bemerkte gestern Abend beim Spaziergang, dass ihr Hund auf etwas herumkaute und zog einen mutmaßlich präparierten Köder aus dem Maul des Vierbeiners. "Es sah aus wie eine normale geräucherte Wurst, fein säuberlich geschnitten", beschreibt sie. Doch im Inneren befand sich laut ihr eine Tablette.

    Polizei: Bisher keine Untersuchungen

    Den Vorfall meldete sie der Polizei, die den Köder abholte. Ein Beamter der Polizeiinspektion Karlstadt bestätigte, dass die Nachtschicht gestern zu diesem Fall gerufen wurde und ein Stück Wurst sicherstellte. Eine Tablette konnte die Polizei in dem "angeknabberten" Stück jedoch nicht nachweisen. Es lagert nun tiefgefroren bei der Polizei. Sollten bei dem Hund keine Symptome der Vergiftung auftreten, gebe es auch keine weiteren Untersuchungen. Bisher hat sich laut Polizei Karlstadt nur Tanja Heßdörfer gemeldet. Von Betroffenen, von denen in der Warnung der Stadt Karlstadt die Rede war, sei bisher niemand zur Polizei gegangen.

    Dies dementiert jedoch eine Karlstadterin, die sich schon Ende November bei der  Polizei gemeldet hätte. Sie fand ein Honiglas mit Tabletten in einem Busch. Vermutlich hat ihr Hund am Tag zuvor bereits Tabletten davon aufgenommen. Er war zwei Tage lang krank. Sie meldete diesen Vorfall der Polizei, die ihrer Meinung nach jedoch nichts unternommen habe.

    Nach Bekanntwerden der aktuellen Vorfälle suchte sie erneut die Polizei auf und führte ein längeres Gespräch mit Beamten. Sie hoffe nun, dass die Fälle ernster genommen werden und sich mehr Betroffene bei der Polizei melden. Im Moment fehlen der nämlich immer noch konkrete Beweise für die Köder. "Deswegen ist strafrechtlich nicht viel zu machen", so der Beamte.

    Verdächtige Beobachtungen sollen Personen bei der Polizeiinspektion Karlstadt Tel. (09353) 97410 melden.

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