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    Lohr

    Glosse Bayerstürmer: Plant die Goikelbräu den großen Coup?

    Der Bayerstürmer konnt's kaum glauben, was ihm ein Bekannter über den Winter-Umtrunk in Halsbach erzählt hat. Jetzt ist er überzeugt: Da oben braut sich was zusammen.
    Im Winter schenken sie aus, was sie aus der Halsbacher Gerste brauen: Braumeister Manuel Müller und seine Frau Barbara Freitag-Müller von der Goikelbräu.
    Im Winter schenken sie aus, was sie aus der Halsbacher Gerste brauen: Braumeister Manuel Müller und seine Frau Barbara Freitag-Müller von der Goikelbräu. Foto: Johannes Ungemach

    Als Bayerstürmer bin ich ja bekannt für meinen Weitblick. Nur die in den beiden obersten Stockwerken des Rexroth-Hochhauses können noch weiter gucken als ich. Sei's drum: Bis nach Halsbach reicht es weder für die noch für mich. Des kleene Kaff liegt ja so was von versteckelt in der Mulde, dass es net emol der Napoleon bemerkt hätte, wenn er denn von Lohr nach Wiesenfeld gezogen wär'.   

    Napoleon hätte es glatt übersehen

    Des mit Napoleon muss ich Schnüdeln vielleicht noch erklären: Der Korse soll ja 1812 auf dem Weg zu seinem Russland-Feldzug die Furt bei Lengfurt genutzt haben, bevor er weiter 'gen Osten zog - und Tiefenthal ob seiner Lage tief im Tal glatt übersehen haben. So zimmert sich halt jeder seine Legende. 

    Ich halt mich an die Fakten. Und Tatsache ist, dass sich da oben was zusammenbraut, seit der Müllers Manuel in Halsbach losgelegt hat. "Winter-Umtrunk" nennt der Braumeister bescheiden, wozu er Ende 2019 eingeladen hat. Naja, was will man zwei Tage vor Silvester noch groß anfangen, hat sich ein Bekannter gedacht und ist – nichts ahnend und noch weniger erwartend – aus purer Neugierde hoch gefahren. 

    Alle sieben Dorfstraßen zugeparkt

    Die erste Überraschung erwartete ihn schon, da hatt' er noch nicht mal den Kirchturm, geschweige denn ein Glas Bier gesehen: Bis über die Ortsränder hinaus waren alle sieben Straßen zugeparkt. Und mitten am Dorfplatz stand der Shuttle-Bus, der bierdurstige Menschen bis aus Aura, Gambach und Frammersbach in Lohrs kleinsten Stadtteil mit seinen 350 Einwohnern gekarrt hat. 

    "Ich sag Dir: Die Einwohnerzahl von Halsbach hat sich an diesem Tag mindestens verfünffacht", schwor mein Bekannter. Gefühlt lag er damit wohl richtig, das hab' ich auf einem Video gesehen: Die Leute standen nicht nur dicht an dicht im Brauereihof. Auch runter bis zur Streuobstwiese entlang des Höllgrabens war die Hölle los. Und im Festzelt grölte die Menge mit dem Höflings Kai zu Schlagern und Gassenhauern. Keiner hat gemotzt wegen der langen Warteschlangen an den Verpflegungsständen, schon gar keiner wegen zu warmen Biers – was bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt auch lächerlich gewesen wär. 

    Konkurrenz zur Spessartfestwoche auf der Platte?

    "Des is' ja fast wie bei der Spessartfestwoche", hat mein Bekannter den Kopf geschüttelt. Kann gar nicht sein: Der Spessart ist ja hüben, und Halsbach liegt drüben, auf der Platte, der Fränkischen. Keine Frage: Der kleine Müllers Manuel schließt die Lücke, die mit der Schließung der Lohrer Brauerei entstanden ist. Sollte er jetzt gar der Würzburger Hofbräu ans Bein pinkeln, Festwochenbier nach Lohr liefern wollen? Ein Coup wär's ja schon. 

    Von einem Polizeieinsatz in Halsbach hab ich übrigens nix gehört. Passt schon mal. Von unseren Bürgermeister-Kandidaten auch nix. Passt auch. Es herrschte Weihnachtsfrieden im Lohrer Talkessel. Sogar an das Böllerverbot in der Altstadt haben sich die Lohrer weitgehend gehalten – brav! So lob' ich mir die Mopper und Schnüdel. Allerdings droht jetzt das Duo infernale: Fastnacht und Wahlkampf. Ich fürchte, da geht's hie und da heftig rund. So ruf ich Euch denn fröhlich zu: Bleibt fair, dann wird auch 2020 ein gutes Jahr! Euer Bayerstürmer

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