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    Lohr

    Glosse Bayerstürmer: Tag des Eichhörnchenseils

    Der Bayerstürmer (Logo) Foto: Zeichnung Achim Greser

    Ganz modern präsentiert sich demnächst die Abfallwirtschaft des Landkreises. Bald soll es für 40 000 Euro, also fast geschenkt, eine App fürs Handy geben, damit in Lohr nicht mehr tagelang die gelben Säcke herumliegen müssen. Viele Leute haben ja ohnehin schon jede Menge Müll-Apps auf ihrem Smartphone, die in die Tonne könnten, da schadet eine offizielle Abfall-App für die Tonne nicht weiter.

    Was Abfallberatern auf den gelben Sack gehen könnte

    Dieser digitale Abfallkalender soll nicht allein für jene sein, die zu faul oder zu zerstreut sind, regelmäßig in den gedruckten Kalender zu schauen, wann welche Tonne raus muss, und bei dieser Angelegenheit den Nachbarn nicht vertrauen. Nein, damit sollen Nutzer auch mit der Abfallberatung am Landratsamt direkt Kontakt aufnehmen und den Mitarbeitern dort auf den gelben Sack gehen können.

    Denkbar ist, dass man damit den Nachbarn anschwärzt, wenn der mal wieder nicht ausgewaschene Jogurtbecher reingestopft hat. Oder man teilt mit, dass in einem Blechcontainer seines Vertrauens jemand eine Plastikflasche geworfen hat. Bei dem Eifer, mit dem manche Leute das Thema Müll angehen, dürfte diese Kontaktmöglichkeit manchem Nutzer und auch dem Landratsamt viel Freude bereiten.

    Social-Media-Schulung für die Katz

    Fast so modern wie der Landkreis ist die Werbegemeinschaft in Lohr. Kein Wunder: Das aktuellste Videos auf der Facebook-Seite der Werbegemeinschaft zeigt schließlich, wie Mitglieder in der Stadthalle zum Thema Social Media geschult werden. Und natürlich erfährt man auf der Seite auch, dass am Donnerstag Tag der Mode war. Schön wäre vielleicht noch gewesen, wenn man – sei es auf Facebook oder auf der Internetseite – auch das Programm für den Tag und die teilnehmenden Geschäfte gefunden hätte.

    Aber mit Werbung ist das immer so eine Sache. Macht man zu viel, ist das schöne Lohr gleich wieder überlaufen und man sieht vor lauter Leuten die aktuellen Modetrends nicht. Unaufdringlich gestreute Informationen, so dezent wie die Farben der Herbst-/Winterkollektion, wirken der Gefahr entgegen.

    Großen Gefahren ausgesetzt sind auch – Eichhörnchen. Die Tage stand vor dem Kupsch am Marktplatz ein Stand im nicht enden wollenden Regen, der für die Tiere sensibilisierte und über das Projekt Eichhörnchenseil informierte. Auf Plakaten sah man ein seiltanzendes Eichhörnchen, das eine Straße über ein solches Seil überquert. Der Bayerstürmer hat sich bei den jungen Männern am Stand vergewissert, dass das Ganze durchaus nicht als Scherz gemeint ist.

    Zebrastreifen für Eichhörnchen?

    Ein Seil soll dabei 800 Euro, das Anbringen läppische 3000 Euro und die jährlichen Sicherheitskontrollen noch mal rund 800 Euro kosten. Ein Schnäppchen also, das uns die Eichhörnchen – speziell im Spessart – schon wert sein sollten. Der Bayerstürmer hätte auch noch weitere Ideen, wie man Eichhörnchen helfen könnte: Wie wäre es mit Zebrastreifen für Eichhörnchen? Oder mit kleinen Betonhorten im Boden, in denen die Tiere ihre Nüsse sammeln können? Oder gleich mit offiziellen Futterstellen, an denen man die Tiere auch mal mit Brot statt Nüssen bekannt machen könnte? Vielleicht brauchen sie auch Unterstützung bei der Fellpflege? Wahrscheinlich wäre ihnen aber am allermeisten mit einer App geholfen, die ihnen sagt, wann sie was sammeln müssen und wann es Zeit für den Winterschlaf ist. Das glaubt

    Euer Bayerstürmer

    Bearbeitet von Björn Kohlhepp

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