• aktualisiert:

    Lohr

    Glosse: Der Bayerstürmer und ein baar Bier

    Der Bayerstürmer (Logo) Foto: Zeichnung Achim Greser

    Wenn die Löhrer mal nicht mehr rumnörgeln, dann sollte das einem zu denken geben. Als Nörgler vom Dienst sehe ich Bayerstürmer mich ja für gewöhnlich in guter Gesellschaft. Doch manchmal hab ich es einfach satt, das Motzen und Stänkern. Heut' entscheide ich mich, das Gute, Wahre, Schöne zu sehen.

    Eine wohltuende Rarität: Regentropfen auf Lohrer Pflastersteinen. Foto: Roland Pleier

    Zugegeben, fällt mir nicht leicht. Aber ich habe geübt. Wochenlang, Tag für Tag hab ich es weggesteckt, wenn der Wetterbericht wieder einmal verkündet hat: "Im Norden Bayerns überwiegend freundlich"; wenn die Radiomoderatoren schier ausgerastet sind bei der Ankündigung, dass heute doch wieder ideales Cappuccino-Wetter ist; wenn Lohrer damit prahlten, wie schön das Wetter doch gewesen sei, während es anderen den Spanien-Urlaub verregnet hat.

    Ohne Schweißperlen geht manches besser

    All denen rufe ich hocherfreut zu: Schönes Wetter ist das, was wir jetzt haben! Endlich wieder mal ein paar Schauer! Endlich wieder mal Wasser! Endlich wieder mal Zeit, sich seinem Papierkram zu widmen, ohne dass Schweißtropfen zwischen den Fingern hindurchperlen. Das müssen die selbsternannten Wetterfrösche erst noch lernen: Schön ist die Abwechslung, auch beim Wetter. Und ja, der gute alte Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim hatte recht, als er vor gut und gern 500 Jahren formulierte: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“ Zu viel Sonne ist halt Gift – zumindest für unsere Wälder und Wiesen, unser Apfelbäume und Äcker.

    Die Dachdecker am Spessartmuseum mussten ab und zu pausieren, weil es regnete. Foto: Roland Pleier

    Jetzt also endlich wieder mal Regen. Viel zu wenig, um unsere Grundwasserreservoires wieder aufzufüllen, aber immerhin. Dass es Anfang der Woche ausgerechnet damit anfing, als die Dachdecker auf dem Südflügel des Lohrer Schlosses die roten Ziegel verlegten, müssen wir wohl klaglos hinnehmen. Das machen wir denn auch. Wir motzen auch nicht, dass wir unsere Apfelernte verschieben müssen. Dafür geh'n wir halt in den Wald mit der Hoffnung, dass das mit den Pilzen jetzt doch noch was werden könnte ...

    Missverständnis auf gut Fränkisch

    Tja, und da folgte dann auch noch eine Nachricht, die Männerherzen höher schlagen lässt. Ein Barbier kommt nach Lohr. Ja wirklich, einer der auch Bärte kunstvoll zu pflegen versteht. Hat sich schnell herumgesprochen. Was allerdings auch zu Missverständnissen geführt haben soll. "E baar Bier" – auf ein paar Bier mehr oder weniger komme es ihnen nicht an, feixten sie und dachten an die Kneipe oder die Festwoche. Tja, so kann man sich täuschen. 

    Leut', liebe Mopper und Schnüdel, lasst Euch nicht ins Bockshorn jagen. Trinkt lieber einen Bocksbeutel und macht, worauf Ihr Bock habt bei diesem schönen Wetter. Das rät Euch Euer nichtnörgelnder Bayerstürmer

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!