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    Karlstadt

    Glosse Sack Zement: Bürgermeister Kruck dreht im Endspurt groß auf

    Scheidender Rathauschef: In den letzten Monaten seiner Amtszeit gibt's einige gute Nachrichten für Karlstadt.
    Das Hegewaldgelände in Karlstadt.
    Das Hegewaldgelände in Karlstadt. Foto: Karlheinz Haase

    Wenn's aufs Ende zugeht, fragt sich der Mensch: "Was wird von mir bleiben?" Weil auch ein Bürgermeister nur ein Mensch ist, sind ihm solche Gedanken nicht fremd. Der ein oder andere Rathauschef weiß auch schon vor der Zielgeraden, was er hinterlassen will und errichtet beizeiten eine Sporthalle oder eine Kläranlage, die die Bürger dann für immer (oder zumindest die nächsten 20, 30 Jahre) mit seinem Namen verbinden mögen.  

    Karlstadts Ex-Ex-Bürgermeister Werner Hofmann beispielsweise hat unter anderem dafür gesorgt, dass Mühlbach heute zu Karlstadt gehört und dass Karlstadt Kreissitz wurde. Sein Nachfolger Karl-Heinz Keller hat sich um die Altstadtsanierung verdient gemacht. Und was bleibt von Paul Kruck, wenn er in drei Monaten sein Büro im Rathaus räumt? Will er seinen Namen für immer verquickt sehen mit dem ästhetisch nicht unumstrittenen Rathaus-Anbau oder genügt ihm das Lob von Janik Havla, Partei-Anwärter auf seine Nachfolge, er habe "die B26n verhindert und das Karlstadter Krankenhaus erhalten"? Oder hofft Kruck gar, er bliebe für seine menschlichen Qualitäten, seine Fürsorglichkeit, sein stets freundliches und aufgeschlossenes Wesen in Erinnerung?

    Dieter Baumann bei seinem Olympiasieg 1992.
    Dieter Baumann bei seinem Olympiasieg 1992. Foto: dpa

    Uns scheint, derlei Gedanken motivieren den Bürgermeister zu einem Endspurt der besonderen Art. Zu einem Finish, auf das auch Dieter Baumann oder Alphonso Davies stolz wären. Endlich kommt Bewegung in einige Angelegenheiten, auf die viele Karschter schon lange warten. So ist es der Stadt beispielsweise gelungen, das Hegewaldgelände neben dem Friedhof zu kaufen. Ein "Filetstück" nennen das Menschen, die eine gastronomische Beziehung zu Grundstücken unterhalten. Es eröffnet jedenfalls eine ganze Reihe von Entwicklungsmöglichkeiten und wird in Zukunft voraussichtlich nicht mehr als Abstellplatz-Sammelsurium genutzt werden.

    Auch beim Bahnhof ist Licht am Ende des nicht-barrierefreien Unterführungstunnels zu sehen. Das bayerische Verkehrsministerium hat kürzlich mitgeteilt, dass es kein Dutzend Bahnhöfe in Bayern gibt, deren barrierefreier Ausbau dringlicher sei. Anders gesagt: Den Karlstadter Bahnhof barrierefrei zu gestalten,  hat "höchste Priorität" für Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer. Dabei geholfen hat bestimmt, dass Bürgermeister Kruck die Ministerin bei ihrer Stippvisite in der Heiligen Familie im Januar besucht hat, obwohl es eigentlich eine CSU-Wahlkampfveranstaltung war.

    Und da der Bürgermeister gerade so einen Lauf hat, wünschen wir uns, dass er im Schlussspurt noch ein paar andere Dinge regelt: Nahversorgung ins Turmkaufhaus, Stadtbus – wahlweise Flugtaxi – in alle Stadtteile, eine Discothek für Heßlar, einen Vergnügungspark für Rohrbach. Für die "Disco Paulo" und "Kruck's Wonderland" bliebe er dann gewiss lange in Erinnerung. Für seinen Charme sowieso.

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