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    Retzstadt

    "Goldene 20er-Jahre für Retzstadt"

    Der Retzstadter Bürgermeister Karl Gerhard würdigte beim Neujahrsempfang seiner Gemeinde herausragende Leistungen von Mitbürgern. Foto: Günter Roth

    Rückblick und Ausblick sind zum Jahreswechsel gemäß des römischen doppelgesichtigen Gottes Janus ein Blick in die Zeit, in die Vergangenheit und in die Zukunft. Retzstadts Bürgermeister Karl Gerhard ging daher im Rahmen seiner Rede zum Neujahrsempfang im Pfarrheim auf Betrachtungen des Unternehmensberaters Jonas Geissler zum Thema Zeit ein.

    Zeit könne man weder sparen, noch verlieren und erst recht nicht totschlagen. Man könne mit der Zeit eigentlich gar nichts machen - außer sie zu leben, so einer der Kernthesen. Zeit werde oft unterschiedlich wahrgenommen: drei Minuten Verlängerung im Fußballspiel werden von der führenden Mannschaft zäh und endlos erlebt, der im Rückstand aber läuft sie buchstäblich davon. Am Anfang der Menschheitsgeschichte war die Zeit im Einklang mit dem Rhythmus der Natur, mit der Entwicklung von Uhren aber wurden die Menschen von ihr abhängig. "Zeit ist Geld" hieß es schon bei Benjamin Franklin und die "Uhrzeitmenschen" seien jetzt Nutznießer und Leidtragende der modernen Zeitdynamik. Der heutige Güterwohlstand wurde mit einem Zeitnotstand erkauft, so Gerhard.

    Mit scheinbar völlig banalen Vergleichen verblüffte der Bürgermeister seine Zuhörer: Zeit ist gar nicht knapp – es kommt ständig neue dazu, je schneller wir werden, desto häufiger verspäten wir uns, Zeitgewinne kosten heutzutage immer mehr Zeit – oder man kann Zeit nicht sparen, weil es dafür keinen Nachtragshaushalt gibt. Es sei daher besser, die Zeit zu uns einzuladen und darüber nachzudenken, wie wir künftig mit dieser Zeit umgehen. Am besten im harmonischen Miteinander. In diesem Sinne wünschte er sich und seinen Mitbürgern ein spannendes Jahr 2020.

    Bürgermeister Gerhard gedankt

    Ausdrücklich bedankte sich das Gemeindeoberhaupt bei seinen Gemeinderatskollegen, den Mitarbeitern in der Verwaltungsgemeinschaft und den zahlreichen Bürgern, die im vergangenen Jahr mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz zum Gedeihen Retzstadts beigetragen hätten. Dabei hob er acht meist junge Leute heraus: Juliane Schmitt, Florian Klühspies und Max Winkler haben die Instrumentalprüfung D1 des Nordbayerischen Musikbundes gut bestanden, Anja Kneitz war mit der Traumnote 1,0 die Lehrgangsbeste. Als Kammersiegerin wurde die Kirchenmalerin Vanessa May ausgezeichnet und Jonas Feser hat bei der Abschlussprüfung zum Winzer hervorragend abgeschnitten. Marcel Lehrmann erhielt als Holztechniker den Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung und ist außerdem Gauschützenkönig. Zuletzt wurde Willi Gerhard geehrt, der über 27 Jahre als Dirigent beim Musikverein tätig ist.

    Birgit Köhler, die Zweite Bürgermeisterin, dankte im Namen der Gemeinde Retzstadt für den Einsatz und für die Zeit, die Karl Gerhard auch im vergangenen Jahr für seine Kommune aufgebracht habe.

    Gute Lösungen für die Zukunft finden

    Der Kirchenpfleger Simon Rothenhöfer forderte die Neujahrsgäste auf, mitzuhelfen, dass auf Retzstadt die "Goldenen Zwanziger Jahre" zukommen mögen, dass man gemeinsam in der scheinbar verrückten und schwierigen Zeit, gute Lösungen für die Zukunft finden möge, für einen Ort, in dem man sein Leben noch am meisten selbst beeinflussen könne.

    Großes Lob hatte er für die zahlreichen Helfer in der Kirchengemeinde. Die Mesnerin Ingrid Roth versieht ihren Dienst seit 40 Jahren, die Katholische Landjugend setzt sich nicht nur für das Miteinander der jungen Leute an, sie unterstützt auch tatkräftig die Sanierung des Pfarrheims. Einen positiven Beitrag leiste auch die Theatergruppe Retzstadt. Im Sinne des Ökonomen Max Otte forderte er auf, das "Sozialkapital" zugunsten des monetären höher zu bewerten.

    Grußworte sprachen auch die Retzstadter Weinprinzessin Sophia May und die Pastoralreferentin Barbara Stockmann. Die frühere Weinprinzessin Lena Müller sprach über ihre Beweggründe für die Bewerbung zur Fränkischen Weinkönigin im kommenden März. Die musikalische Umrahmung lag bei der Bläsergruppe des Musikvereins Retzstadt.

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