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    Retzbach

    "Green Valley S": Geburtstagskonzert mit Gästen

    Selbstgesungene Geburtstagsständchen brachte sich der Retzbacher Chor "Green ValleyS" zu seinem 30-jährigen Bestehen im Pfarrheim. Foto: Günter Roth

    Gemessen am Kirchenchor mit gut 400 Jahren und dem Männergesangverein, der nun ins 100. Jahr geht, ist der Chor "Green ValleyS" aus Retzbach ein gesanglicher Jungspund. Nichtsdestotrotz feierten die 25 Sänger ihren 30. Geburtstag zünftig mit frischen Gesang und natürlich mit Gästen. Dazu waren nicht nur rund 40 Besucher aus dem Dorf gekommen, sondern auch der befreundete Chor "aCHORde" aus Bissersheim an der Weinstraße, die das Programm mit eigenen Beiträgen bereicherten.

    "Wenn wir singen, freuen wir uns am Lied selbst und an der Gemeinschaft", bekannte Stefan Kuhn, der Leiter von "Green ValleyS", und berichtete gleich zu Beginn aus der Entstehungsgeschichte des Chors. Begonnen hatte es fast schon zufällig in den frühen 90er-Jahren, als sich eine Gruppe junger Leute im offenen Jugendtreff gelegentlich mit kleinen Beiträgen an Jugendgottesdiensten beteiligte. Eines Tages war aber die bestellte Band ausgefallen und spontan entstand die Idee: "Machen wir's doch einfach selber!" Der Erfolg gab den Sängern recht und es konstituierte sich nach und nach ein eigener Chor. Pfiffig aber war auch die Namensfindung: Prägend für Retzbach ist natürlich die Wallfahrtskirche "Maria im Grünen Tal". Nachdem nun auch hier die Anglizismen die deutsche Sprache dominieren, wurde nach einigem Überlegen "Green ValleyS", wobei das "S" für Singers steht.

    Freude am Singen und an ihrem Festtag zeigten die Geburtstagskinder in dem umfassenden Programm. Aus jedem Jahrzehnt ihres Bestehens hatten sie in verschiedenen Blöcken Lieder ausgesucht, die sie damals geprägt hatten. "Killing me softly" oder "What a wonderful World" im Kontrast zu dem flotten "Wochenend und Sonnenschein" von den Comedian Harmonists für die Anfangszeit. Zur Jahrtausendwende kamen die "Bohemian Rhapsodie" und Elton Johns "Can you feel the Love tonight" dazu und die Gegenwart wurde mit Schwung "Sixteen Tons" sowie "Twist in my Sobriety" besungen. Zum Ausklang gab von Johann Sebastian Bach "Nun ruhen alle Wälder".

    Gut gemischte Altersstruktur

    "Green ValleyS" fällt nicht nur durch die Freude am Singen auf. Im Gegensatz zu anderen Chören gibt es hier eine gute, gemischte Altersstruktur und der üblichen weiblichen Dominanz stehen solide aufgestellte Männerstimmen zur Seite – besonders im Bass. Der hochengagierte Dirigent Stefan Kuhn führt seine Sänger stringent und forderte gelegentlich auch während des Stücks mehr Temperament. Der 52-jährige Jurist hat sich seine musikalische Ausbildung weitgehend autodidaktisch erworben und in mehreren fachlichen Fortbildungen verfeinert.

    Die Gäste aus Bissersheim hatten ihre Programmbeiträge ebenfalls in Pakete verpackt. Aus Italien kamen witzige Streitlieder von "El Grillo" oder "Io ti voria", aus der romantischen Epoche stammten das Schubert-Lied "Die Nacht" und das sehr anrührende "Da unten im Tale" von Johannes Brahms. Geistliche Lieder gab es aus dem Gospelbereich und aus Afrika.

    Zum Ende sangen die Damen und Herren von "aCHORde" gemeinsam mit "Green ValleyS" ein Stück aus dem 16. Jahrhundert "Come again".

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