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    Lohr

    Greta bringt Rekordbeteiligung für den Lohrer Frühjahrsputz

    Der Mindestlohn für den Flurputz: Brotzeit am Bauhof. Foto: Simon Hörnig

    Seit März kursiert im Internet die sogenannte »Trashtag Challenge«, bei der sich Menschen auf Vorher-Nachher-Bildern an Orten präsentieren, die sie eigenhändig von Müll befreit haben. Ein ausnahmsweise erfreulicher Internet-Trend, dem Lohr 29 Jahre voraus ist. Die »Aktion Frühjahrsputz« der städtischen Umweltstelle seit 1991 bewegt Bürger zum gemeinsamen Müllsammeln.

    Mit 38 Gruppen und 388 Teilnehmern konnte sich Organisatorin Karin Müller am Samstag über eine neue Rekordbeteiligung freuen: »Der Umweltgedanke greift definitiv um sich«, erklärt sich die Steinbacherin die Steigerung um fast 100 Personen im Vergleich zum Vorjahr.

    Müll wird nicht weniger

    Auch hier zeige sich, dass das Thema Greta Thunberg seine Kreise nicht nur per Schulstreik ziehe. Müller schilderte, von vielen mitbekommen zu haben, dass sie von der jungen Umweltaktivistin und »Fridays for Future« gehört haben und deshalb neu dabei sind.

    Die Unterstützung der Aktion ist durchaus nötig, denn: »Der Müll wird über die Jahre zwar nicht mehr, aber auch nicht weniger«, sagt Müller. Realschule und Gymnasium seien von sich aus gekommen, um sich über die Möglichkeit eines eigenen Aktionstags zu informieren. Die Realschule werde ihre Schüler am 12. April für zwei Stunden zum Müllsammeln aufrufen, ein pädagogisches Rahmenprogramm soll den Tag beschließen.

    Jung und alt beim Frühjahrsputz: Familie Ruf sorgt generationenübergreifend für Sauberkeit zwischen Lohr und Rodenbach. Foto: Simon Hörnig

    Dass die Aufräumaktion für die Kinder oft auch abenteuerlich sein kann, erklären die teils kuriosen Fundstücke. So berichtete der neunjährige Leonard Ruf von einem riesigen Fischernetz und Isabell Kraus, Betreuerin bei der Lohrer Jugendfeuerwehr, von einem Tierschädel, den die Gruppe in diesem Jahr gefunden habe.

    Dass die Aktion gerade den Kindern viel Spaß bereite, weiß auch Hermann Kunkel, Ortsgruppenvorsitzender der Wasserwacht und Teilnehmer der ersten Stunde: »Bei uns sind von klein bis groß alle dabei und wir wollen der Stadt damit einfach was zurückgeben.« Bürgermeister Mario Paul wusste dies zu schätzen und dankte beim Helferfest neben Alp Bozkurt, dem Marktleiter der örtlichen Obifiliale, der die Arbeitsmaterialien gestiftet hatte, vor allem den vielen Hilfsbereiten, die ihrem Engagement für die Allgemeinheit einen sonnigen Samstagvormittag geopfert hätten.

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