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    Karlstadt

    Großer Tisch auf dem Marktplatz diskutiert

    Dank dieses Aufzugs zwischen Raiffeisenbank und Stadtmauer ist die Karlstadter Altstadtgarage längst barrierefrei erreichbar. Dennoch werde sie gerade von auswärtigen Patienten kaum genutzt, hieß es in der Vollversammlung des Seniorenbeirats der Stadt Karlstadt. Foto: Jürgen Kamm

    Einen großen Tisch auf dem Marktplatz zusätzlich zu den vorhanden Stühlen wünscht sich eine Gruppe von Seniorinnen. Emil Wahler gab den Wunsch in der Vollversammlung des Seniorenbeirats der Stadt Karlstadt als stellvertretender Vorsitzender weiter. Die Damen treffen sich ein oder zweimal je Woche am Marktplatz, hatten ihn angesprochen und sich dafür auch in eine Liste eingetragen: Zehn Personen zwischen 69 und 91 Jahren hatten darauf unterschrieben, darunter ein Mann.

    Diskutiert wurde in der Vollversammlung über einen Tisch für bis zu 15 Personen. Wichtigstes Pro-Argument war, dass für viele der Marktplatz im Sommer ein zweites Wohnzimmer sei. Contra war unter anderem der Schutz der Gastronomie, sicher würden auch Fahrradtouristen einen Tisch für Brotzeiten nutzen. Praktisch als chancenlos wurde der Wunsch der Seniorinnengruppe bewertet, den Tisch zu bestimmten Uhrzeiten für sie zu renovieren. Auch die Standortfrage ist nicht so einfach, der von Emil Wahler vorgeschlagene Bereich nahe der "roten Telefonzelle" (Büchertausch) ist laut Stadtrat Mathias Rudolph Feuerwehrzufahrt beziehungsweise Standplatz für die Drehleiter.

    Nahversorgung mit Lebensmitteln macht Sorge

    In seinen Bericht ging der Vorsitzende Dietholf Schröder auch auf die Fahrt nach Amorbach ein. Die Führung durch die Abteil sei beeindruckend gewesen. Der Ort leide ähnlich wie Karlstadt über wenige Geschäfte im klassischen Ortsbereich, habe aber das Glück, dass die dortige Fürstenfamilie in ein Tagungshotel investiert.

    Er berichtete weiter von den vier Sitzungen auf Kreisebene. Auch dort seien Nahversorgung und Gesundheit zentrale Themen. Zudem wurde ein Brief an die Landtagsabgeordneten Thorsten Schwab und Anna Stolz für einen barrierefreien Karlstadter Bahnhof übergeben. "Gleis 1 wäre zumindest in Richtung Stadt barrierefrei, aber da halten die wenigsten Züge", kritisierter Schröder.

    Für die Nahversorgung der Karlstadter Altstadt mit Lebensmitteln macht Sorge, dass die Norma-Filiale der einzige verbliebene kleine Supermarkt in diesem Bereich ist und die Metzgerei Ehehalt zum Jahresende schließen wird. Hier erklärte Wolfgang Tröster, dass es mit der Machbarkeitsstudie zum ehemaligen Turmkaufhaus ein erste "zartes Pflänzchen" gebe und man vielleicht auch umdenken müsse. Er nannte als Beispiel ein Beförderungssystem für Einkäufe mit Lastenfahrrädern.

    Gehwege werden abgesenkt

    Schon vor fünf Jahren habe er eine Rollatorspur im Altstadtpflaster angeregt, erinnerte Dietholf Schröder. Andere Kreisstädte seien da schon weiter. Generell habe er den Eindruck, in Karlstadt oft von Experte erklärt zu bekommen, warum etwas nicht geht. Etwas voran geht es in Sachen Barrierefreiheit für die "alte Siedlung": In den Pfingstferien sollen die Gehwege am Zebrastreifen in der Helfensteinstraße abgesenkt werden, im August in der Bodelschwinghstraße beim Tiefenweg. Aus der Vollversammlung wurde kritisierte, viele Gehwege seien wegen hineinwachsender Büsche und Bäume mit Rollatoren nicht passierbar.

    "Eine Stunde ist zu kurz für einen Arzt- oder Physiotherapietermin" lautete der Tenor aus der Versammlung zu Parkplätzen in Praxisnähe. Insbesondere ging es um die Parkplätze rund um die Stadtpfarrkirche mit maximal einer Stunde Parkdauer. Auf dem Mainparkplatz (drei Stunden Parkdauer mit Parkscheibe) sei tagsüber praktisch kein Parkplatz zu bekommen, hieß es. Es gebe nicht nur Klagen von Patienten, die sich nicht willkommen fühlen wenn der Termin länger dauerte und sie einen Strafzettel am Auto fanden, sondern auch von den Arztpraxen.

    Aufzug zur Altstadttiefgarage

    In der Diskussion wurde auch deutlich, dass viele Autofahrer, die nicht mehr gut zu Fuß sind, die Altstadttiefgarage nicht "auf dem Schirm" haben, weil sie die Treppen fürchten. Dabei gibt es seit über einen Jahr einen Aufzug zur Alten Bahnhofstraße (bei der Raiffeisenbank). Unter der Erde gibt es 44 kostenpflichtige Parkplätze und sechs kostenlose Kurzzeitplätze (maximal eine Stunde). Eine weitere Idee war, die Arztpraxen könnten in Zusammenarbeit mit der Stadt Bescheinigungen für längere Parkzeiten ausstellen, die aber nur wenige Stunden gültig sein sollten.

    Für die neuen Mitfahrerbänke sah Wolfgang Tröster noch Verbesserungspotential: Es könnten ausklappbare Schilder angebracht werden, wohin (in welchen Ortsteil) die Wartenden mitgenommen werden wollen.

    Abfuhrtermine der Müllabfuhr werden wieder geändert

    Zum auf Montag gelegten Abfuhrtermin der Müllabfuhr berichtete die amtierende Bürgermeisterin Anja Baier, dass er zum Jahreswechel wieder geändert werde. Der Landkreis und die Firma Kirsch hätten den Montag ohne Rücksprache mit der Stadt Karlstadt ausgewählt. Einen konkreten neuen Wochentag nannte sie nicht, kündigte aber an, es werde wie bis Ende 2018 wieder nur noch einen Tag für die Tonnen und die gelben Säcke geben.

    Noch nicht in den Stadtrat geschafft hat es laut Anja Baier eine Anregung aus der letzten Seniorenvollversammlung für einen barrierefreien WC-Wagen oder -Container.

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