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    Lohr

    Großes Pfadfinder-Abenteuer

    Teresa Bednarz und Jakob Franz sammeln ihre Erlebnisse zu ihrem anstehenden Besuch beim World Scout Jamboree in einem eigens dafür angelegten Ordner. Foto: Frank Zagel

    Für die beiden Sendelbacher Pfadfinder Teresa Bednarz und Jakob Franz wird es in wenigen Wochen ein einmaliges Ereignis sein, dem sie schon seit Monaten entgegenfiebern. Die beiden Schüler werden ihren Stamm St. Josef beim 24. World Scout Jamboree in West Virginia, USA, vertreten – dem weltweit größten Treffen von Pfadfindern.

    Zu einem Vorlager mit knapp 1800 Teilnehmern kamen die Schüler Ende Mai über vier Tage in Immenhausen, nördlich von Kassel gelegen, zusammen.

    Nur einmal während ihrer Pfadfinderlaufbahn haben Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren die Möglichkeit an diesem Weltpfadfindertreffen teilzunehmen, das von drei nationalen Pfadfinderverbänden zusammen mit der World Organization of the Scout Movement (WOSM) alle vier Jahre organisiert wird, berichten die beiden Schüler im Gespräch. 45000 Jugendliche aus 150 Nationen werden sich ab dem 22. Juli auf dem Lagerplatz im Summit Bechtel Reserve im Osten der Vereinigten Staaten treffen.

    Fast zu spät gemeldet

    »Mir war sofort klar, dass ich da dabei sein möchte«, berichtet Teresa im Pressegespräch. Für Jakob wäre fast zum Verhängnis geworden, dass er sich zu viel Zeit für seine Überlegungen an einer Teilnahme einräumte. Als er sich im Frühjahr 2018 bewarb – jeder organisierte Pfadfinder in Deutschland hatte die Möglichkeit dazu – erhielt der 15-Jährige nur mit Glück über die Nachrückerliste noch einen Platz.

    Auch der finanzielle Aufwand spielte bei der Planung eine große Rolle. Die Kosten der Reise belaufen sich auf etwa 4000 Euro. Ein Viertel davon erwirtschaften die beiden Jugendlichen durch Aktivitäten selber, ein weiteres Viertel wird von Förderern zur Verfügung gestellt, den Rest tragen die Familien, erklärt Teresas Mutter, Tina Bednarz.

    1800 Pfadfinder beim Vortreffen

    Sie steht mit »vollem Einsatz« hinter dem Engagement der beiden Schüler, gehört sie doch selber seit frühester Kindheit den Pfadfindern an. »Ich bin höchstens neidisch, dass ich nicht mit dabei sein kann«, gesteht sie lachend.

    Zum großen Vortreffen kam es Ende Mai. Ausgerüstet mit Rucksack und Schlafsack teilten sich, angekommen auf dem großen Zeltplatz in Immenhausen, Teresa und Jakob in ihrer Unit mit sieben weiteren Pfadfindern ein Zelt und kümmerten sich um die Organisation, wie beispielsweise den Zeltaufbau und die Nahrungszubereitung.

    »Das war schon ein unbeschreibliches Gefühl, so viele Pfadfinder in der selben Kluft zu sehen«, blickt die 14-jährige Teresa zurück.

    Speziell für diesen Anlass erhielten alle Teilnehmer vom Ring Deutscher Pfadfinder eine eigene blaue Kluft mit dem dazugehörigen Halstuch, das auch im Austausch mit anderen Stämmen eine große Bedeutung hat.

    Im Vordergrund stand beim Treffen neben dem Erklären der Abläufe beim Jamboree in West Virginia vor allem das gegenseitige Kennenlernen, berichtet Jakob: »Wir haben neue Patrols gebildet und Spiele ausgerichtet.«

    Nachdem Visa, Gepäck und Abläufe der Reise besprochen sind, überwiegt jetzt die Vorfreude bei den jungen Sendelbachern. Jakob freut sich seine Englisch-Kenntnisse verbessern zu können, Teresa möchte viele Kontakte schließen. »Wir wissen durch das Treffen jetzt auch, was auf uns zu kommt«, sagen die Teenager.

    Lebenslang prägende Erfahrung

    ie gut einwöchige Schulbefreiung sei laut Tina Bednarz kein Problem gewesen. Bednarz betont, dass es sich bei diesem Welttreffen um einen besonderen Moment für die Schüler und eine außerschulische Bildung handelt. »Für die Kinder wird das eine lebenslange prägende Erfahrung werden«, ist sich die Mutter sicher.

    »Für den ganzen Aufwand im Vorfeld möchten wir jetzt endlich auch mit der Reise belohnt werden«, fügt Teresa hinzu. In Kürze wird das große Abenteuer beginnen.

    1800 deutsche Pfadfinder, die sich kürzlich zum Vorlager in Immenhausen trafen, werden im Juli das größte Treffen weltweit in den USA besuchen. Foto: Teresa Bednarz

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