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    Neuendorf

    Gutes tun – wie Kindergärten helfen

    Besonders hilfsbereit zeigt sich der Kindergarten Ruppertshütten mit Päckchen für die Tafel in Lohr und warmen Decken für kalte Regionen in Rumänien.  Foto: Annika Blank

    "Teile wie Sankt Martin": Das Motto wird in vielen Kindergärten zum Martinstag intensiv thematisiert und in der Vorweihnachtszeit danach gehandelt. Helfen, Gutes tun – wie können wir das unterstützen, nicht nur bei uns im Ort, sondern darüber hinaus?

    Mit dieser Frage beschäftigen sich die Kindertagesstätten der Region, wie der Neuendorfer Kindergarten St. Sebastian und St. Josef in Ruppertshütten. Sie engagieren sich und nehmen teil an sozialen Projekten, mit deren Unterstützung Menschen in Notsituationen geholfen werden kann.

    "Es ist uns wichtig, den Kindern von klein auf zu vermitteln, dass Nächstenliebe und gegenseitige Hilfe einen hohen Stellenwert haben – und dass sich das durch das ganze Leben zieht": Alexandra Breitenbach, Leiterin des Neuendorfer Kindergartens, unterstützt mit Personal und Kindern seit über zehn Jahren die Aktion "Ein Kind – ein Lebensmittel".

    Hierbei erhält die Lohrer Tafel ein gemeinsam erstelltes Paket mit Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln, dessen Inhalt die Tafel an Bedürftige vor Ort verteilt.

    Zusätzlich nimmt der Kindergarten an der Weihnachtstrucker-Aktion der Johanniter teil, in diesem Jahr erstmalig als gemeinsame Aktion mit der Gemeinde Neuendorf. "Die Armut und der Bedarf werden nicht weniger, aber die Spendenbereitschaft wächst erfreulicherweise auch, das haben wir gemerkt", so Breitenbach rückblickend auf die 15 Jahre, in denen der Kindergarten die Aktion der Johanniter unterstützt.

    Alexander Thauer, Betriebsrat bei Warema in Marktheidenfeld, hat sich die Abholung der Pakete zur Aufgabe gemacht und begleitet seit 2014 mit einem vom Unternehmen gestellten Lastwagen den Konvoi der Johanniter. Die Reise beginnt am 26. Dezember in Landshut, von dort geht die Fahrt nach Südosteuropa. Eine Woche lang sind die 50 Trucks unterwegs, vorrangig nach Rumänien – laut Thauer das "größte Armenhaus Europas".

    "Wir helfen wie Sankt Martin": Der Kindergarten St. Sebastian in Neuendorf unterstützt die Lohrer Tafel und die Weihnachtstrucker-Aktion der Johanniter. Foto: Martina Imhof

    Die Bilder und Situationen, die Thauer in den Armenvierteln gesehen und erlebt hat, bestätigten den 45-Jährigen von Anfang an in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit: »Wer die Armut vor Ort sieht, begreift erst richtig ihre Größe.« Dass es den Johannitern nicht nur um eine soziale Aktion zu Weihnachten gehe, macht Thauer deutlich: "Die Unterstützung soll nicht einseitig sein." Die Empfänger verpflichten sich zur Mithilfe, zur Übernahme von Verantwortung und Initiative bei gesellschaftlichen Projekten, die die Johanniter ganzjährig vor Ort begleiten: "Diese Aktion soll vor allem motivieren, gemeinsam Gutes zu tun."

    Gutes tun – auch der Kindergarten Ruppertshütten ist dabei sehr aktiv und unterstützt Projekte des Vereins "Kunterbuntes Kinderzelt" aus Schlüchtern. Die Aktionen "Weihnachtspäckchen für arme Kinder" und "Warme Decken für eiskalte Nächte" laufen zum ersten Mal in Ruppertshütten – und stoßen auf große Hilfsbereitschaft.

    Kindergartenleiterin Annika Blank hat die Notwendigkeit erklärt: Die Winter in den rumänischen Karpaten sind hart und lang, lange Kälteperioden mit 30 Grad Minustemperatur sind Normalität. In meist nur notdürftig zusammengezimmerten Holzhütten haben es die Familien sehr schwer. Gespendete Decken können eine große Hilfe sein. Die Ruppertshüttener Kinder haben sich bereits mit zahlreichen Spenden an dieser Sammelaktion beteiligt.

    "Uns geht es gut, wie wir leben – wir können helfen", so der Tenor der beiden Kindergartenleiterinnen aus Neuendorf und Ruppertshütten. "Und wenn jeder nur ein bisschen gibt, kann gemeinsam viel Not gelindert werden."

    Weihnachtstrucker-Aktion der Johanniter
    Hilfspakete für notleidende Menschen in Südosteuropa packen Kindergärten, Schulen, Unternehmen und Privatpersonen seit 25 Jahren in der Vorweihnachtszeit.
    Der Konvoi der Johanniter-Weihnachtstrucker startet am 26. Dezember und unterstützt Bedürftige in Albanien, Bosnien, Bulgarien, Rumänien und in der Ukraine. Eine Woche lang sind die ehrenamtlichen Helfer unterwegs, um die Päckchen und somit ein kostbares Zeichen der Hoffnung und Nächstenliebe zu verteilen.
    Der Kindergarten Neuendorf steht als Sammelstelle zur Verfügung: Unverschlossene Pakete können am Mittwoch, 11. Dezember, von 18 bis 19 Uhr im Kindergarten, Spessartstraße 6, abgegeben werden. Packlisten liegen aus bzw. sind unter www.johanniter-weihnachtstrucker.de abrufbar. (imh)

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