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    Zellingen

    Hallensanierung in Zellingen kostet 5,8 Millionen Euro

    Die Friedrich-Günther-Halle so zu sanieren, dass sie wie bisher genutzt werden kann, wird laut Kostenschätzung des Architekturbüros Gruber, Hettiger und Haus 5,8 Millionen Euro kosten. Der Zellinger Gemeinderat will grundsätzlich diesen Weg gehen, auch weil ihm vom Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" bis zu 1,8 Millionen Euro an Förderung in Aussicht gestellt wurden. Beschließen konnte das Gremium die Generalsanierung in der jüngsten Sitzung aber nicht, weil der Rat vorher das Investitionsprogramm anpassen muss, denn die Rechtsaufsichtsbehörde hatte die im Haushalt eingeplant Kreditaufnahme bemängelt.

    In der Sitzung ging Architekt Karl Gruber auch auf eine Anfrage von Gemeinderätin Andrea Heßdörfer beziehungsweise der Freien Bürger ein, was es kosten würde, die Halle nur noch für Schul- und Vereinssport zu nutzen. Wie ein Gespräch beim Landratsamt ergab, bestehe für diesen Fall letztlich Bestandsschutz. Der Markt Zellingen müsste eine solche Nutzung formal erklären.

    Damit die ehemalige Gaststätte wie schon derzeit von Vereinen (aktuell die Turedancer) genutzt werden kann, müsste für den Gaststättenbereich eine Nutzungsänderung beantragt werden. Das kostet zunächst nicht viel Geld, doch müsste sich der Markt eigenverantwortlich um die Decke zwischen Unter- und Erdgeschoss kümmern, die keiner Brandschutzklasse entspricht.

    "Grundsätzlich ist das kein Problem", befand Gemeinderat Philipp Kromczynski, denn es könnten Brandschutzplatten angebracht werden. Das sei zwar richtig, antwortete Architekt Karl Gruber, doch müsste man dafür die unter der Decke verlaufenden Elektroleitungen abnehmen und könnte sie nicht einfach wieder aufhängen. Weiter gab er zu bedenken, dass die Lüftung der Halle kaum noch funktioniert und ihre Mauern nur über sechs Zentimeter Wärmedämmung verfügen. Jede kleine Änderung, wie das "Anfassen" von Wasserleitungen, könnte teure Teilsanierungen nach sich ziehen.

    Letztlich will eine solche Änderung aber niemand, weil die Halle dann nur noch für Veranstaltungen von maximal 100 Personen zugelassen wäre. "Für die Bürgerversammlung würde es noch reichen", scherzte Bürgermeister Wieland Gsell. Derzeit wird die Nutzung als Versammlungsstätte für bis zu 400 Personen in Hinblick auf eine Sanierung und für wenige Veranstaltungen im Jahr geduldet. In diese Kategorie fallen zum Beispiel die Prunksitzungen des Zellinger Fasenachtsvereins und der Neujahrsempfang.

    Ein Glücksfall für Zellingen

    Kämmerin Anna Gehrig machte deutlich, dass die Aufnahme in das Förderprogramm des Bundes ein Glücksfall ist. Von 240 aus Bayern eingereichten Projekten würden nur 22 gefördert. Die Zusage von 1,8 Millionen Euro basiere auf eingereichten Kosten von fünf Millionen Euro, entspreche aber letztlich nicht den ursprünglich geplant 45 Prozent der Kosten. Dafür reiche das Budget des Förderprogramms vermutlich nicht. Gemeinderätin Barbara Gehrig bemerkte dazu, der Retzbacher Bundestagsabgeordnete und Gemeinderat Alexander Hoffmann habe sich die "Hacken abgelaufen" damit die Hallensanierung in das Förderprogramm kommt.

    Architekt Karl Gruber nannte auch Kosten für einen vergleichbaren Neubau. Sein Büro projektiere für eine Gemeinde, die er nicht nannte, gerade eine Halle in vergleichbarer Größe für 300 Personen. Dort betrügen die reinen Baukosten rund acht Millionen Euro, mit Grundstück und Erschließung könne man von zehn Millionen Euro ausgehen. Die Generalsanierung, deren Ziel grundsätzlich ein Gebäude in Neubauqualität ist, werde den Markt Zellingen nach derzeitigen Stand dagegen vier Millionen Euro kosten.

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