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    Harrbach

    Harrbacher Schilderwünsche

    Die Kreisstraße vor Harrbach wird zum Ärger der Anwohner von manchen Autofahrern trotz Tempolimit als Rennstrecke genutzt. Derzeit ergänzt eine mobile Geschwindigkeitsanzeige die vorhandenen Schilder. Foto: Michael Mahr

    Lob und Kritik für die Stadt Gemünden gab es in der Bürgerversammlung in der Alten Schule in Harrbach, deren kleiner Saal bis auf den letzten Platz besetzt war. Lobend angemerkt wurde, dass die Stadt die schon ziemlich groß gewordenen Büsche am Dorfplatz vor kurzem drastisch gestutzt hat.  Sie hatten die Sicht bei der Ausfahrt auf die Kreisstraße eingeschränkt.

    Am Dorfplatz in Harrbach versperren die Büsche jetzt nicht mehr die Sicht.  Foto: Michael Mahr

    Gefreut haben sich Harrbacher auch darüber, dass die Stadt eine ihrer Geschwindigkeits-Messanlagen zur Zeit wieder auf der Kreisstraße aufgestellt hat, so dass die „Rennstrecke“ vor dem Dorf etwas entschärft ist. Das funktioniere gut, berichtete ein Harrbacher. Dank der Anlage fahren die Autos die von Schildern vorgeschriebenen 50 Kilometer pro Stunde, statt 100, wie es sonst vorkommt. „Es wäre schön, wenn sie öfter da stünde.“

    Nur der Ort, an dem die Anlage aufgestellt wurde, hätte besser gewählt sein können, merkte er an. Die Anlage steht, wenn man von Gemünden kommt, erst am Ende der Bushaltestelle, wenn man schon am Ortszentrum vorbei ist. Sie gehöre besser an den Ortseingang, so der Harrbacher.

    Plädoyer für ein fest installiertes Blitzgerät

    „Vielleicht sollte man ab und zu blitzen“, wünschte sich ein anderer. Man wolle zwar selbst nicht geblitzt werden, aber es würde Autofahrer wirkungsvoll bremsen. Etliche Harrbacher hätten sogar nichts gegen eine fest installiert Blitzanlage, wie es sie zum Beispiel in Karlstadt auf der B26 gibt

    „Da kostet eine gut 200 000 Euro“, sagte Bürgermeister Jürgen Lippert. Soviel Geld würde er nicht ausgeben. Er will aber prüfen, ob die Stadt eine weitere Geschwindigkeitsmessanlage besorgen könne, so dass in Harrbach öfters eine steht.

    Ortsansicht von Harrbach, Stadtteil von Gemünden. Foto: Michael Mahr

    Werden die Daten, die das Gerät aufzeichnet ausgewertet, wollte ein Bürger wissen. „Wir können mal Zahlen liefern“, antwortete Lippert, wies aber darauf hin, dass die nicht immer aussagekräftig sind, weil die Geräte auch Fußgänger und Radfahrer erfassen.

    Autofahrer auch außerhalb Harrbachs durch Wildwechsel-Schilder zu größerer Aufmerksamkeit zu bringen, wünscht sich Jagdpächter Rudolf Zentel. Vielleicht würden dann weniger Rehe Opfer von Wildunfällen, hofft er. In der laufenden Jagdsaison seien schon acht Rehe bei Unfällen getötet worden, zwei Drittel der für sein Revier festgelegten Strecke von zwölf Tieren.

    Versammlungssaal im neuen Feuerwehrhaus?

    Lippert wurde gebeten, jemanden vom Bauhof vorbeizuschicken, weil an der Garage der Feuerwehr derzeit nicht nur die Warnleuchte vor dem Tor defekt ist, sondern auch das Tor selbst beim Öffnen auf halbem Weg stehenbleibt.

    Gefragt wurde Bürgermeister Lippert in der Bürgerversammlung nach dem Stand beim neuen Feuerwehrhaus. Man lasse derzeit prüfen, ob das ins Auge gefasste Grundstück geeignet sei, beschäftige sich aber auch mit einer Alternative, informiert er. Die Pläne sollen spätestens dann fertig sein, wenn das Auto ersetzt werden müsse, so der Bürgermeister. Er geht davon aus, dass es wie im Stadtteil Hofstetten erst in drei bis vier Jahre soweit ist.

    Die alte Feuerwehrgarage in Harrbach. Foto: Michael Mahr

    Ein neues Feuerwehrhaus könnte auch eine Alternative für den Raum in der Alten Schule bieten, nach dem Lippert ebenfalls gefragt wurde. Er wird unter anderem für die Bürgerversammlungen genutzt. Man könne da eventuell „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, so der Bürgermeister.

    Könnte man auch in Harrbach eine Box mit Hundekotbeuteln installieren, sowie in anderen Stadtteilen, wurde Lippert gefragt. Er bejahte. Angeregt wurde, den Bachgraben, der in den Main mündet, bald zu sanieren. Dort sind einige Steine ausgebrochen. Je länger man warte, desto teurer werde die Reparatur. Kritisiert wurde von einem Harrbacher, dass er von der Stadt keine Rückmeldung bekommt, wenn er Mails an Abteilungen des Rathauses schickt. Bürgermeister Lippert bat, nochmals nachzufassen.

    Sind Schilder noch wichtig in Zeiten von Navis?

    Größter Kritikpunkt der Harrbacher war die Beschilderung. Inzwischen ist der Ort zwar an der Abzweigung am Ende der neuen Mainbrücke ausgeschildert. In der Stadt aber, am Kreisverkehr vor der Brücke, fehlt ein Hinweis auf den Stadtteil. „Wieso stehen Massenbuch drauf und Hofstetten, nicht aber Kleinwernfeld und Harrbach?“, fragte ein Bürger.

    Nach der neuen Mainbrücke weist ein Schild den Weg nach Harrbach, vor der Brücke aber nicht. Foto: Michael Mahr

    „Das Dorf Harrbach hat ein Zugehörigkeitsgefühl zu Gemünden“, ergänzte ein anderer. „Aber man hat das Gefühl, dort gönnen sie uns nicht mal ein Schildle.“ Aus Richtung Karlstadt sei das anders, da würden gleich mehrere Schilder die Richtung nach Harrbach weisen.

    Beim Bürgermeister stießen die Harrbacher aber auf wenig Verständnis. „Gibt’s denn nicht Wichtigeres?“, fragte er. "Die Masse der Autofahrer, die nach Navi fahre, findet’s", sagte Lippert. „Ich halte das Problem für nicht so groß.“

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