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    Erlenbach

    Heiße Stimmung mit"Simon & Garfunkel-Revival Band"

    Simon & Garfunkel-Revival-Band Foto: Raymond Roth

    Wenn großartige Musik, gespielt von hochklassigen Musikern, auf ein aufgeschlossenes und begeisterungsfähiges Publikum trifft, dann gibt es einen solch gelungenen Konzertabend wie am vergangenen Freitag: gut 350 Besucher in der Festhalle Erlenbach erlebten mit der "Simon & Garfunkel-Revival Band" ein außergewöhnlich schönes Konzert.

    Nach der Begrüßung durch Hermann Diener, Vorsitzender der das Konzert veranstaltenden "Linsenspitzer", wurde schon durch den ersten Song klar: "Feelin‘ groovy", Kerngedanke des "59th street bridge song" des legendären Duos Paul Simon & Art Garfunkel, würde auch so etwas wie ein musikalisch-stimmungsprägendes Leitmotiv für den ganzen Abend werden. "Unser Publikum scheint sich auch zu freuen, dass wir hier sind", sagten Band-Gründer Michael Frank (Gitarre/Gesang) und Guido Reuter (Gesang) nach dem Opener, der das sich "groovy"-Fühlen von Publikum und Band einleitete. Schon da wurde deutlich, dass sie stimmlich perfekt zusammenpassen und harmonieren und in ihrem Vortrag den Original-Songs sehr nahe kommen würden. Zu "Homeward bound" kam dann auch Sebastian Fritzlar (Keyboards, Ukulele, Gitarre, Bass) auf die Bühne, und bei "El condor Pasa" auch Ingo Kaiser (Schlagzeug), mit Guido Reuter, studierter Musiker, an der Tenorblockflöte.

    Simon & Garfunkel-Revival-Band Foto: Raymond Roth

    Aktives Publikum

    Schon hier gab es spontanes Mitklatschen, spür- und hörbare Begeisterung, heftigen Applaus, was sich bei sehr vielen Songs in genau dieser Abfolge in immer stärkerem Maße wiederholte. Das Publikum wusste sich aber auch passend zurückzunehmen, wenn ein Song ein hoch intensives Zuhören forderte: "America" , in seiner Aussage aktuell wie in seinem ersten Erscheinen vor 50 Jahren, das wunderschöne "Scarborough Fair/Canticle" mit dem so schwierigen Kontrapunkt "Canticle" (von Guido Reuter gesungen) oder dem sehr selten im Radio zu hörenden Paul-Simon- Solo-Hit "Duncan", brilliant gespielt.

    Zwischen den Stücken gab es keine Geschichtenerzählungen über die Entstehung der Lieder, für die die meisten Zuhörer ohnehin ihre eigenen persönlichen Erklärungen plus Wissen mitbrachten, sondern leicht augenzwinkernde, fast gar lausbübisch-heitere und (selbst)ironische Überleitungen, meist durch Michael Frank.

    Lyrische Graffitis

    "Lieder, die so frisch klingen, als könnten sie gerade jetzt erst entstanden sein und trotzdem vertraut sind", nannte Michael Frank im Pausengespräch viele der Stücke, die sich ihm vor vielen Jahren schon erschlossen hätten, die eher eigentlich selten das sein, was man so allgemein unter "Oldies" abheften könne. Die Lieder seien so etwas wie "lyrische Graffiti", sie seien "einfach schwierig" (man betone hier jeweils die erste Silbe), und fügte hinzu, "jeder könne Lieder nur so singen, wie er selbst ist", was die Gruppe, die seit zehn Jahren existiert, an diesem Abend wohl auch bestätigte.

    Deswegen nehme die Band auch schon mal den einen oder anderen Song für eine gewisse Zeit aus dem Bühnenprogramm heraus, wenn er "einfach momentan nicht passe". Wenn es aber passt, dann ist es wie bei "The boxer" . Da sang dann der ganze Saal mit, er klopfte mit zum Beat von "Hazy shade of winter", hielt den Atem an beim wunderschönen "Bright eyes", Art Garfunkels einzigem wirklichen Solo-Hit, und folgte der Band auch beim leicht arrangierten "Cecilia" mit heftigem Klatschen und eben solchem Applaus.

    Mehrere Zugaben

    "Mrs. Robinson" , der zweite Nr.1-Hit von Simon & Garfunkel in ihrem Heimatland, brachte nach der Pause den Saal schnell wieder stimmungsmäßig "auf Kurs", mit "I am a rock" und "The only living boy in New York" (Michael Frank solo) bestens fortgesetzt. Auch mit Verwendung anderer Musik-Instrumente (Geige (auch gezupft), Sopranblockflöte, Solo drum, Akkordeon) wurde die Band hier den Songs gerecht, vor allem auch denen, die Paul Simon solo aufgenommen hatte: wie vorher "Slip slidin‘ away" nun auch bei denen (in Südafrika entstandenen) "Graceland" und "You can call me Al", dem in Brasilien entstandenen "The obvious child" und Paul Simons einzigem Solo-Nr.1-Hit "50 ways to leave your lover", zu dem Ingo Kaiser ein kräftig wirbelndes Schlagzeug-Solo beisteuerte.

    Simon & Garfunkel-Revival-Band Foto: Raymond Roth

    Die drei US-Nr.1-Hits des Duos wurden dann komplettiert durch ein feines "Sounds of silence" und dem zeitlosen Klassiker "Bridge over troubled water" als erster Zugabe. Nach dem Dank an "das Weltklassepublikum" hatte sich der ganze Saal zu "Bye bye love" bereits erhoben und tat es dann noch einmal zum diesmal vertraut arrangierten "Cecilia" als zweiter Zugabe.

    Am Konzert-Ende dann leuchtende Augen und Freude bei vielen Zuhörern, hohes Lob an die Band und den Veranstalter und schöne Gespräche mit Guido Reuter beim Verkauf der Live-CD der Band. Die Gruppe geht nach einem Konzert-Wochenende in Koblenz für mehrere Gigs nach Schweden. Die Musik bleibt.

    Simon & Garfunkel-Revival-Band Foto: Raymond Roth

    Bearbeitet von Raymond Roth

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