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    Arnstein

    Herausforderung generationenübergreifendes Wohnen

    Auf Einladung des grünen Ortsverbandes Arnstein sprach die grüne Landtagsabgeordnete Kerstin Celina im katholischen Pfarrheim Arnstein zum Thema „Wohnen wie es dir gefällt - generationenübergreifendes Leben im ländlichen Raum“.

    Celina erläuterte, wie der demografische Wandel und der Trend der jüngeren, in die Städte zu ziehen, das Leben der älteren Bürger beeinflusse. Die sozialpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion schilderte einige Beispiele, wie Leben im ländlichen Raum heute aussieht und leitete daraus Vorschläge und Anregungen ab. Es kam auch zu einem lebhaften Austausch mit den rund 40 Interessierten, die ihre eigenen Erfahrungen einbrachten, heißt es in einer Pressemitteilung.

    Zentraler Punkt von Celinas Ausführungen war, dass die meisten Baugebiete aus den 70er und 80er Jahren im ländlichen Raum durch große Einfamilienhäuser und Reihenhaussiedlungen geprägt sind und man von da aus meistens nur mit dem Auto komfortabel unterwegs sein kann.

    Ortskerne müssen nachverdichtet werden

    Teilhabe für alle Generationen im ländlichen Raum brauche deshalb eine andere Ortstruktur, betonte Celina. "Das damalige Bauen können wir nicht mehr verändern, aber wir müssen jetzt dann wenigstens in den Ortskernen der Kleinstädte nachverdichten mit kleineren Wohnungen für Ältere, aber auch für junge Erwachsene, die vor Ort bleiben wollen".

    Wieland Gsell, Bürgermeister aus Zellingen, berichtete, dass die grüne Fraktion dem Gemeinderat vorschlug, in der Mitte eines geplanten Neubaugebietes einen Bereich zu schaffen, der andere Wohnformen und andere Formen des sozialen Zusammenlebens erleichtert. Der Gemeinderat lehnte dies aber mehrheitlich ab, und setzte wieder die alte Struktur durch - möglichst große Baugrundstücke mit großen freistehenden Einzelhäusern.

    Wohnstruktur erschwere auch die Versorgung

    Die aktuelle Wohnstruktur, so Celina, führe nicht nur zu Vereinsamung im Alter, sondern erschwere auch die Versorgung. "Wenn auf weiten Flächen nur wenige Menschen wohnen, die den ÖPNV nicht jeden Tag brauchen, wird die Kommune den Busverkehr ganz schnell einstellen, weil er dann zu teuer ist". Der Vorteil einer gemischten Wohngegend sei jedoch, dass zur einen Zeit die Schüler den Bus brauchen und zur anderen Zeit die Nachtschwärmer und es sich bei vielen verschiedenen Nutzern lohnt, die Busse häufig fahren zu lassen.

    Wenn ältere Menschen alleine in den Siedlungen wohnen bleiben, und die jungen fortziehen, ist das auch für die Kommune eine hohe finanzielle Belastung. Celina: „Wenn wir den ländlichen Raum für alle attraktiv gestalten möchten, müssen wir die Ortsgestaltung im ländlichen Raum ändern. Wir brauchen Treffpunkte, öffentliche Wohnzimmer. Und auch neue Arbeitsplätze, die sich herausheben vom Umfeld". Als Beispiel nannte Celina das "Digitale Gründerzentrum" in Lohr, dass bei Firmenneugründungen unterstützt und dazu beiträgt, Arbeitsplätze der Zukunft in einer breiten Mischung und einem tollen Wohnumfeld zu schaffen.

    Bearbeitet von Lena Berger

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