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    FELLEN

    Höhlenbäume werden erhalten

    Die Einhaltung der PEFC-Vorschriften nahm Wilfried Stech von der Deutschen Waldzertifizierungsgesellschaft (Mitte) unter... Foto: Jürgen Gabel

    Seit 2001 stellt sich die Waldbesitzervereinigung Fellener Grund (WBV) den Kriterien des Zertifizierungssystems für eine nachhaltige Waldwirtschaft (PEFC). Heuer wurde sie unter den 700 000 gemeldeten bayerischen Waldbesitzern für eine Überprüfung ausgelost. Die Zertifizierung verfolgt das Ziel, die Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit von Holz zu kontrollieren und für den Endverbraucher kenntlich zu machen. Das letzte Audit in Forsten der Vereinigung fand 2010 statt.

    Der Geschäftsführer der Holz- und Wald-Zertifizierungsgesellschaft „HW-Zert GmbH“, Wilfried Stech, nahm sieben Forstbetriebe von drei bis 42 Hektar Waldfläche unter die Lupe. PEFC sei die weltweit größte Waldschutzorganisation und stehe für Verbesserung der Waldnutzung und -pflege, so Stech.

    Geschäftsführer Johannes Fischer und Vorstandsmitglied Michael Fischer unterstrichen, dass alle 230 Mitglieder der WBV die freiwillige Selbstverpflichtung für eine nachhaltige Waldwirtschaft unterschrieben haben. Aus 2500 Hektar Waldfläche vermarktet die WBV jährlich bis zu 15 000 Festmeter Holz. Die Leitlinien beinhalten Themen wie Ökologie, Ökonomie und Unfallschutz. Stech unterstreicht, dass bei den Audits Großbetriebe wie die Bayerischen Staatsforsten, aber auch private Waldbauern oder forstlichen Zusammenschlüsse geprüft werden.

    Die Forderungen sind unter anderem: Totholz und Höhlenbäume bleiben zum Schutz der biologischen Vielfalt erhalten. Bewirtschaftungspläne müssen erstellt werden und stellen damit einen Ausgleich zwischen Holznutzung und -zuwachs sicher. Ebenfalls Kriterium der PEFC-Zertifizierung sind die Erschließung des Waldes und die Vermeidung von Monokulturen, sowie die Forcierung des Waldumbaus zum Mischwald. Angepasste Wildbestände sind die Grundvoraussetzung für eine naturnahe Waldbewirtschaftung, um Schälschäden und Wildverbiss auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

    Schon bei der Besichtigung des Waldgrundstücks erkennt der Auditor die verfolgte Philosophie des Eigentümers und zeigt eventuelle Verbesserungen des Nutzungspotenzials auf. Werden Baumfällungen an UVV-Richtlinien durchgeführt und was tut die WBV für die Mitglieder in punkto Holzverkauf, Aushaltungsregeln, Schulungen oder Sammelbestellungen von Pflanzen oder Zaunmaterial. Gleichfalls müssen die eingesetzten Forstunternehmer zertifiziert sein und im Harvester muss ein Notfallset für einen geplatzten Hydraulikschlauch vorrätig sein.

    Vor drei Wochen fand ebenfalls ein dreitägiges Audit bei der Forstbetriebsgemeinschaft Sinn-Saale Burgsinn statt, erklärte deren Geschäftsführer Peter Kreyssig. Aus 600 Waldbesitzern wurden elf Grundstücke ausgewählt, unter anderem aus den Kommunalwäldern Burgsinn und Aura. Im Fazit bescheinigte der Auditor der FBG eine den PEFC-Richtlinien entsprechende Forstbewirtschaftung. Als gravierende Feststellung erkannte er die deutlich zu hohen Wildbestände.

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