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    Lohr

    Hot-Potatoes-Tänzer muss ein Vierteljahr pausieren

    Hot Potatoe Dominik Blenk nimmt die Verletzung in den sozialen Medien mit Humor. 
    Hot Potatoe Dominik Blenk nimmt die Verletzung in den sozialen Medien mit Humor.  Foto: Kerstin Heine

    Der Lohrer Dominik Blenk hat es mit Markus Heldt als Tanzduo »Hot Potatoes« im Breakdance zu Europa- und Weltmeistertiteln gebracht. Im vergangenen Jahr verwirklichten sie das umjubelte Tanzmärchen "Dreamscapes". Doch nun schiebt eine Verletzung, die sich der 27-jährige Blenk bei seinem jüngsten Battle zugezogen hat, weiteren Aktivitäten erst einmal den Riegel vor. Wir haben ihn telefonisch in der Berliner U-Bahn erreicht und gefragt, wie es nun weitergeht.

    Herr Blenk, welche Verletzung haben Sie sich zugezogen?

    Ich habe mir beide Kahnbeine (Handwurzelknochen, Anm. d. Red.) gebrochen. Es sind ganz kleine Haarrisse, aber bevor die wieder geheilt sind, geht da einfach nichts. Die Ärzte haben mir sechs Wochen Gips verordnet, davon ist jetzt die Hälfte vorbei. Danach CT, dann wird weitergeschaut. Hinterher muss sich halt alles erst wieder aufbauen. Die Ärzte sprachen davon, dass es ein Vierteljahr dauern kann, bis ich die Hände wieder richtig belasten kann.

    Und die Hände sind wichtig beim Tanzen, oder?

    Ja klar, im Breakdance läuft eigentlich alles über die Hände.

    Wie kam der Unfall zustande?

    Wir waren in Stuttgart, wo Markus mittlerweile wohnt, und hatten für Sonntag einen Auftritt mit Dreamscapes auf der Tanzmesse "Dance World" geplant. Am Samstag, den 27. April, gab es ein kleines Event, bei dem wir uns spontan entschlossen haben, an einem Battle teilzunehmen. Wir haben es dann ins Finale geschafft, das ursprünglich auf zwei Runden angesetzt war, aber letztlich auf vier Runden erweitert wurde. Da hatten wir uns aber bereits auf einen ungefähren Ablauf mit zwei Routines abgestimmt und nicht noch einmal abgesprochen wie wir das in den vier Runden machen. In Runde zwei bin ich dann hochgesprungen, ganz dumm aufgekommen und habe da schon gemerkt, dass was war. Ich habe den Battle dann tatsächlich noch zu Ende getanzt, aber in den folgenden Runden schon nicht mehr meine Hände benutzt. Wir haben das Finale damit natürlich klar verloren und sind Zweiter geworden. Das war ein Fehler von uns. So ein Battle ist immer hektisch, da muss man reagieren und in diesem Fall hat das nicht geklappt. Den Auftritt auf der Messe habe ich auf Anraten unseres Physiotherapeuten bleiben lassen und bin noch am Abend in Würzburg in die Notaufnahme, wo dann der Bruch festgestellt wurde.

    Welche Auswirkungen hat die Verletzung jetzt für Sie?

    Ich mache gerade eine Ausbildung zum Physiotherapeuten an der Berufsfachschule für Physiotherapie in Würzburg, da kann und muss ich natürlich weiter am Unterricht teilnehmen, aber das Mitschreiben mit zwei Gipsen geht natürlich nicht. Dort haben wir auch praktische Stunden am Unversitätsklinikum und die kann ich jetzt auch aus versicherungstechnischen Gründen nicht mitmachen. Ich unterrichte auch Kurse und da versuche ich einfach langsam wieder reinzukommen. Letzten Mittwoch habe ich wieder einen Kurs geleitet und auch schon mit einer befreundeten Tänzerin eine Choreographie geübt, aber man ist doch sehr eingeschränkt.

    Was machen Sie gerade in Berlin?

    Markus und ich sind dort Teil des Projekts "Zauberflöte Reloaded" vom Theaterhaus in Berlin Mitte, das unter anderem in Bayreuth und München aufgeführt werden wird. Wegen meiner Verletzung übernimmt meinen Part jetzt ein Stuttgarter Breakdancer, aber ich wollte mir das jetzt trotzdem mal anschauen und bei einer Fortsetzung bin ich dann vielleicht wieder dabei.

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