• aktualisiert:

    Hafenlohr

    Hotelprojekt im Hafenlohrtal: Bürgermeister Schwab nimmt Stellung zu Leserbrief

    Geht es nach den Besitzern, könnte im Hafenlohrtal bald ein neues Hotel entstehen. Foto: Daniel Weisner

    Für "nicht gerechtfertigt und vollkommen überzogen" hält Hafenlohrs Bürgermeister Thorsten Schwab die Kritik von Charly Fischer. Dieser hatte sich zu den Plänen geäußert, im Hafenlohrtal einen Hotelkomplex zu errichten. Auch Gemeinderat Gerd Dobesch hatte bereits seine Meinung dazu kund getan. 

    Schwab schreibt in seiner Stellungnahme, Fischer habe seine Informationen "lediglich aus der Zeitung" und könne somit "weder die Projektidee noch die Diskussion im Gemeinderat beurteilen, weil er bei der öffentlichen Sitzung gar nicht anwesend war". Besonders geärgert hat Schwab Fischers Bemerkung, der Gemeinderat hätte mal besser über die Entscheidung schlafen sollen und habe vermutlich während der Präsentation geschlafen. Diese Behauptung sei vollkommen "unnötig" gewesen, so Schwab.

    Seine Sicht der Dinge stellt Schwab wie folgt dar: "Beim Projektentwurf ging es lediglich um die Reaktivierung des Hotelbetriebes, der an gleicher Stelle schon stattgefunden hat. Der Architekt hat die Entwürfe in öffentlicher Sitzung vorgestellt, es wurde lange diskutiert und es wurden auch kritische Fragen gestellt. Der Gemeinderat wurde nicht überrascht vom Thema, denn bereits am 6. Mai wurde dem Gremium die Entwicklung in nichtöffentlicher Sitzung mitgeteilt. Somit konnten alle Gemeinderäte genau 112 Nächte darüber schlafen. Trotzdem hat das Ratsgremium, bei zwei Gegenstimmen, mehrheitlich zugestimmt, weil das Projekt vor allem im gastronomischen Bereich ein Zugewinn für die Gemeinde wäre."

    Die Sanierung, die Erweiterung und der Betrieb sollen "umweltgerecht und im Einklang mit der Natur erfolgen", betont Schwab. Die Aufgabe eines sachlich arbeitenden Gremiums sei es, die Vorhaben kritisch und vorausschauend zu beurteilen. Dabei könne es nicht sein, jegliches Vorhaben im Keim zu ersticken, ohne sich Vor- und Nachteile anzuschauen. Schwab weiter: "Es ging nicht um eine Genehmigungsplanung, sondern um ein Votum, ein Stimmungsbild am Anfang eines Prozesses. Im Verfahren werden ohnehin alle Behörden und Umweltverbände einbezogen und alle Aspekte genauestens geprüft." Das Thema sei sogar so ausführlich im Gemeinderat behandelt worden, dass ihm als Bürgermeister von Zuhörern gesagt worden sei, er hätte die Diskussion und die ausführliche Vorstellung des Projektes viel früher beenden sollen, schreibt Schwab.

    "Der Gemeinderat in Hafenlohr hat sehr wohl ein Augenmerk darauf, die Natur zu erhalten und zu bewahren sowie die Gemeinde umweltgerecht weiterzuentwickeln", stellt Schwab klar. "Zum im Leserbrief erwähnten Eichenzentrum gibt es eine klare Haltung: Die Gemeinde möchte kein Touristenzentrum im Hafenlohrtal, gegen eine Bildungseinrichtung spricht allerdings nichts." Das Projekt befinde sich ohnehin im Landkreis Aschaffenburg, Hafenlohr habe hier wenig Einflussmöglichkeiten. Infozentrum und Besucherströme wären laut Schwab am Bischborner Hof wesentlich besser aufgehoben.

    Der Vorwurf der schlafenden Gemeinderäte habe viele Kommunalpolitiker im Ort, aber auch überörtlich geärgert, führt der Bürgermeister weiter aus. "Wir brauchen Menschen, die sich für die Allgemeinheit engagieren. Leider gibt es immer weniger kommunalpolitisch Interessierte, das sieht man auch an der Zuhörerschaft der Gemeinde-, Stadtrats- und Kreistagssitzungen. Diese Sitzungen sind öffentlich, also für alle Bürger und auch für den Leserbriefschreiber (Charly Fischer; Anm. d. Red.) eine gute Gelegenheit, sich über die aktuellen kommunalen Themen zu informieren. Nebenbei kann man sich dann auch selbst vergewissern, dass da tatsächlich niemand im Ratsgremium schläft."

    Bearbeitet von Jochen Jörg

    Fotos

      Kommentare (1)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!