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    Trennfeld

    Ihre Hochzeitsreise begann mit der Futterernte

    Bürgermeister Norbert Endres (links) und Pfarrer Matthias Wolpert gratulierten dem Jubelpaar. Foto: Stefanie Engelhardt

    Diamantene Hochzeit feierten am Donnerstag in Trennfeld die Eheleute Therese und Leo Martin. Neben drei Kindern, sieben Enkeln und sechs Urenkeln kamen zahlreiche Gratulanten aus Vereinen, Freunde, Nachbarn und Bekannte.

    Therese und Leo Martin sind gebürtige Trennfelder und kennen sich als Nachbarskinder schon von klein auf. Therese, mit Mädchennamen Haber, wurde in einer Landwirtschaft groß, Leo Martin wuchs zwei Häuser nebenan in einer Zimmerei auf und erlernte bei seinem Vater das Zimmereihandwerk. Doch richtig näher kamen sich die beiden erst bei einem Kirchweihtanz 1954 im "Hirschen". Danach dauerte es noch fast fünf Jahre, bis das junge Paar vor den Traualter trat, da in beiden Familien viel zu tun war und jede Hand dringend zum Helfen gebraucht wurde.

    Am Samstag, 2. Mai 1959, war es dann so weit. Bei Regen am Morgen wurden sie von Bürgermeister Eduard Löber standesamtlich getraut. "Eine Braut, die mit Regenschirm zur Kirche laufen muss - furchtbar", jammerte Therese, doch das Wetter besserte sich. Nach dem kirchlichen Segen von Pfarrer Franz Reichelt erstrahlte die Sonne für den Rest des Tages - und da wurde ordentlich gefeiert. "Unsere Hochzeitsreise", sagen die beiden lachend, "begann am Montagmorgen um 5 Uhr mit der Futterernte für die Kühe".

    Die anschließenden Jahre bestanden hauptsächlich aus Arbeit. Leo Martin ging seinem Beruf in der Zimmerei nach, besuchte die Meisterschule und machte schon 1962 die Meisterprüfung im Zimmererhandwerk. Therese hatte in Haus und Hof zu tun, um die große Familie zu versorgen. Zwei Söhne und eine Tochter wurden geboren.

    Bald wurde die Zimmerer-Werkstatt im elterlichen Betrieb, mitten im Dorf, zu klein. Eine Anfrage der Druckmaschinenfabrik Koenig & Bauer, Überseekisten für die Maschinen zu fertigen, bewegte den jungen Zimmerermeister dazu, eine große Zimmerei am Ortsende zu bauen. 1964 wurde diese in Betrieb genommen und Leo Martin übernahm sie später von seinem Vater. Ein neues Wohnhaus kam dort dazu. Da sehr viel Arbeit anfiel, half Therese oft in der Zimmerei mit, übernahm die Bearbeitung des Holzes mit Farbe und war verantwortlich für die Buchführung. Der Betrieb wuchs stetig. Sieben Lehrlinge wurden zu tüchtigen Handwerkern ausgebildet.

    Daneben engagierten sich Therese und Leo Martin aber auch noch rege im Vereinsleben des Dorfes. Therese war Mitglied in der Damengymnastikgruppe, in der Vorstandschaft des OGV und beim Seniorenclub. Leo übernahm diesen 2004 und führte ihn bis 2009. Im Pfarrgemeinderat war Leo von 1998 bis 2006 aktiv. Seit 1967 ist er Mitglied im Gesangverein, seit 1946 im Sportverein. Seit 1950 gehört er der Feuerwehr an, die er von 1963 bis 1968 als Kommandant führte. Danach war er von 1969 bis 1989 Kassier des Feuerwehrvereins.

    Ein reges Leben also - doch auch jetzt, im wohlverdienten Ruhestand, ist noch nicht Schluss mit den Aktivitäten. "Wir tun, was wir noch können", sagt das Jubelpaar. Beide sind überglücklich, wenn Kinder, Enkel und Urenkel zu Besuch kommen.

    Bearbeitet von Stefanie Engelhardt

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