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    ERLENBACH

    Im Fernsehgarten waren Blondinen bevorzugt

    Den Promis ganz nahe: Ingrid Perl (im Hintergrund, rechts) saß im Fernsehgarten direkt hinter dem Rateteam, bestehend aus Marco Schreyl (links) und Markus Kavka. Foto: Screenshot: Horst Perl

    Fast 2000 Blondinen hatten sich beworben, 25 durften am Sonntag als VIP-Gäste beim ZDF-Fernsehgarten in der Ehrenlounge sitzen und sogar aktiv am Programm teilnehmen. Eine von ihnen war Ingrid Perl aus Erlenbach. Ihr Mann Horst hatte ihr dieses außergewöhnliche Geschenk zum 68. Geburtstag gemacht und seiner Frau damit einen lang gehegten Wunsch erfüllt.

    Den Aufruf, dass für die nächste Sendung blonde Frauen jeden Alters gesucht werden, hatte Moderatorin Andrea Kiewel beim Fernsehgarten am 5. August gestartet. Die Perls saßen zu Hause vor dem Bildschirm – so wie an fast jedem Sonntagvormittag im Sommer, wenn die Show live vom Gelände des ZDF-Sendezentrums in Mainz-Lerchenberg übertragen wird.

    „Ich habe kurz überlegt, ob ich mitmachen sollte, habe den Gedanken aber schnell wieder verworfen“, sagt Ingrid Perl. Auf die Idee, dass ihr Mann heimlich, still und leise an das ZDF mailen würde, um sie anzumelden, kam sie nicht. Umso größer war die Überraschung, als sich der Sender einen Tag vor ihrem Geburtstag am 7. August bei Perl meldete und sie für den folgenden Sonntag zum Fernsehgarten einlud.

    Die Show stand unter dem Motto „Blondinen bevorzugt!“ – eine Hommage an die Hollywood-Legende Marilyn Monroe, deren Todestag sich 2012 zum 50. Mal jährt. Horst Perl hatte in seinem Bewerbungsschreiben an das ZDF passenderweise ein Foto beigefügt, auf dem seine Frau aussieht wie Monroe auf dem berühmten Bild des US-Künstlers Andy Warhol.

    Am Sonntag klingelte bei den Perls der Wecker schon um 5.30 Uhr, drei Stunden später waren sie in Mainz. Mit dabei: die Schwiegereltern ihres Sohnes sowie eine gute Freundin. Für Ingrid Perls Begleiter gab es allerdings keinen „Logenplatz“, selbst Ehemann Horst musste mit den normalen Zuschauerrängen Vorlieb nehmen. Fotos mit Promis konnte sie deshalb keine machen – ihr Mann war zu weit weg, eine eigene Kamera durfte sie nicht in die VIP-Lounge mitnehmen.

    „Sehr schade“ fand Ingrid Perl, dass die Show nicht von Andrea Kiewel, sondern von Ingo Nommsen moderiert wurde. Kiewels Ex-Mann war wenige Tage vor der Sendung bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen, Kiewel hat deshalb eine längere Auszeit beim Fernsehgarten genommen.

    „Wir haben über Frisurenmode gesprochen, über Trends von gestern und von heute.“

    Ingrid Perl über ihre Unterhaltung mit Starfriseur Udo Walz

    Die Live-Übertragung begann mit einem kleinen Schönheitsfehler: Zum Auftakt sollten die 25 Blondinen eigentlich mit noblen Limousinen in die Arena gefahren werden. Doch weil bei einem Cadillac der Motor streikte, disponierte die Fernsehcrew um und ließ die Damen „nur“ einmarschieren. Der Applaus war trotzdem groß. Ingrid Perl nahm auf der Ehrentribüne genau hinter den prominenten Showgästen Platz, den Moderatoren Marco Schreyl und Markus Kavka.

    Nur bloße Staffage waren die Blondinen nicht. Kiewel-Vertreter Nommsen baute sie in ein Frage-und-Antwort-Spiel ein. Die Promis, zu denen auch Schauspielerin Mirja du Mont gehörte, sollten erraten, wie viele der 25 Frauen mehr als 40 Paar Schuhe zu Hause haben, wie viele gefärbte Haare haben oder wie viele gerne mal einen Blondinenwitz erzählen. Um zu sehen, welcher Promi am besten geschätzt hat, mussten die betroffenen Blondinen nach den Tipps ein Täfelchen in Form eines roten Lollis hochheben.

    Was Ingrid Perl an der Sendung auch sehr gut gefallen hat: Sie kam den Musikern, die einen Auftritt hatten, so nahe wie kein anderer Zuschauer im weiten Rund. Zu den Künstlern gehörten die Schlagersänger Michael Holm (bekannt geworden durch den Song „Mendocino“) und Christian Anders („Geh nicht vorbei“) sowie Popsängerin Loona („Bailando“).

    Den stärksten Eindruck hat bei Ingrid Perl aber der Berliner Starfriseur Udo Walz hinterlassen. Aus gutem Grund: Die Erlenbacherin ist selbst Friseurmeisterin und hatte früher zwei Läden in Marktheidenfeld und einen in Lohr. Als Frau vom Fach hatte sie sogar die Gelegenheit, sich mit Walz zu unterhalten. „Wir haben über Frisurenmode gesprochen, über Trends von gestern und von heute“, sagt Perl.

    Wie Marilyn Monroe: Ingrid Perl auf dem „Bewerbungsfoto“ für das ZDF. Foto: HORST PERL

    Von unserem Redaktionsmitglied JOCHEN JÖRG

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