• aktualisiert:

    Karlstadt

    Immer mehr Spielsüchtige suchen Hilfe bei der Caritas

    Fast 80 Seiten stark ist der Tätigkeitsbericht des Caritas-Verbandes Main-Spessart für das Jahr 2018. Auf der Vertreterversammlung in Karlstadt konnten da einzelne Themen nur angerissen werden. Zu den Besonderheiten des Jahres gehört die neue Fachstelle für pflegende Angehörige, die Einführung der Jugendsozialarbeit an zwei weiteren Schulen und die Schließung der Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Altfeld.

    Wie die Vorsitzender, Magda Hartmann, berichtete, präsentierten sich die fünf Sozialstationen und das Seniorenzentrum St. Martin der Caritas auch auf der Expo in Lohr. Thema des Standes mit dem Slogan "Caritas Main-Spessart – ein starkes Stück Pflege" waren Pflegeangebote und Pflegeberufe. Weil der Pflegekräftemangel nach wie vor aktuell ist, informierten Mitarbeiter gezielt Lernende der achten und neunten Klasse der Mittelschule Frammersbach über die Ausbildungsberufe Altenpfleger und Altenpflegefachhelfer.

    Die Gruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wurde im Februar 2018 geschlossen. Grund war, dass die Jugendlichen volljährige wurden und weniger Flüchtlinge nachkamen. Das angemietete Haus wurde geräumt und das Auto verkauft; die Bewohner verabschiedeten sich mit viel Wehmut.

    An der Mittelschule Frammersbach und der Grundschule Wertheim wurde Jugendsozialarbeit eingeführt. Das bedeutet, dass während des gesamten Schulbetriebs eine Fachkraft für Schüler aber auch Eltern ansprechbar ist und sich um schulische wie auch familiäre Probleme kümmert.

    Nachdem in der psychosozialen Beratungsstelle zunehmend Spielsüchtige Hilfe suchten, ist die Gründung einer Selbsthilfegruppe geplant. Als neuer Dienst nahm im April die neu aufgebaute Fachstelle für pflegende Angehörige in Karlstadt ihren Dienst auf. Sie will unterstützen und den pflegenden Angehörigen Last nehmen. Fast alle kommunalen und kirchlichen Gemeinden des Dekanates Karlstadt beteiligen sich daran finanziell.

    264 000 Euro Bilanzgewinn

    Die von einer Wirtschaftsprüferin vorgestellte Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung demonstrieren vor allem die Dimension des Kreisverbandes. In der Gewinn- und Verlustrechnung summierten sich 2018 die Einnahmen auf 7,7 Millionen Euro und die Ausgaben auf 6,8 Millionen Euro. Davon sind rund 5,65 Millionen Euro Personalaufwand. Für den Kreisverband arbeiten 39 Personen (auf 24,7 Stellen) in der Geschäftsstelle, 150 in der Pflege und 20 in der Hauswirtschaft. Deutlich gestiegen, von knapp 33 000 auf 264 000 Euro ist im Jahr 2018 der Jahresüberschuss und Bilanzgewinn des Kreisverbandes. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass er ein Haus im Wert von 192 000 Euro geschenkt bekam. Es wird für das Ambulante betreute Wohnen verwendet.

    "Eine normale Kassenprüfung, wie es das Vereinsrecht vorschreibt, ist für Steuerlaien wie uns nicht durchführbar", stellten die Verbandsrevisoren Lothar Ziegler und Alois Maier in ihrem Bericht angesichts dieser Dimensionen fest. Sie konnten beim querlesen nur feststellen, dass Geschäftsführung, Verwaltung und Vorstand gute und fachgerechte Arbeit zu bescheinigen ist. In Gesprächen mit der Geschäftsleitung beleuchteten die das Controlling für neue Aufträge und Dienste. Zudem wiesen sie darauf hin, dass sich der prozentuale Anteil der Personalkosten trotz geänderter Aufgabenfelder nicht erhöhte. Die Versammlung entlastete daraufhin Vorstand und Geschäftsführung.

    Neubau der Sozialstation

    Einen Blick in die Zukunft warf der stellvertretende Vorsitzende Manfred Goldkuhle. Die Sozialstation St. Rochus in Lohr müsse ihr Angebot umstellen und es gäbe erste Ideen für einen Neubau an der Weisenau mit Tagespflege, Service- und Eigentumswohnungen. Er sprach von einem  "selbstbewussten Haus" mit Tiefgarage und zwei Blöcken, die drei- und vierstöckig sein könnten. Dabei sei auch an Arztpraxen, Physiotherapie und einen Begegnungsraum im Erdgeschoss gedacht. Erste Verhandlungen mit Bauträgern und Investoren liefen schon, doch werde vor 2024 nicht viel passieren.

    Seit Mai 2018 trafen sich Mitarbeiter des Caritas-Verbandes zehn mal um ein Leitbild zu entwickeln. Sie kamen aus den Bereichen Verwaltung, Küche, Wäscherei, Pflege, Mitarbeitervertretung, Geschäftsführung und Vorstand. Das Leitbild zeigt, was die Caritas warum tut und wie sie ihre Aufgaben erfüllt. Orientiert an christlichen Werten wie der Nächstenliebe will es Wege in die Zukunft weisen und Orientierung geben.

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!