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    Lohr

    Jeder kann im Alltag zum fairen Handel beitragen

    Die Faitrade-Stadt Lohr und der Weltladen Pamoja haben eine Ausstellung im Rathaus eröffnet, die den Menschen den fairen Handel näherbringen soll. Zu sehen ist sie bis 4. Oktober. Foto: Thomas Josef Möhler

    Die Faitrade-Stadt Lohr und der Weltladen Pamoja haben eine Ausstellung im Rathaus eröffnet, die den Menschen den fairen Handel näherbringen soll. Der Kauf von Waren aus dem fairen Handel sei ein aktiver Beitrag zur gesellschaftlichen Verantwortung, den jeder im Alltag leisten könne, betonte 3. Bürgermeisterin Ruth Steger.

    Sie erinnerte daran, dass Lohr im Jahr 2015 zertifizierte Fairtrade-Stadt geworden ist. Im Rahmen der derzeit laufenden »fairen Woche« würden Handlungsmöglichkeiten für jeden einzelnen aufgezeigt. »Fairer Handel, bessere Arbeitsbedingungen, Zugang zu Bildung und fairer Umgang mit der Natur sollten selbstverständlich sein«, so Steger.

    Der faire Handel leiste einen Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen bei der Warenproduktion insbesondere in den Ländern des Südens. Viele Unternehmen und Organisationen in Lohr seien bereits überzeugt worden und übernähmen durch ein vielfältiges ökologisches, ökonomisches und soziales Engagement gesellschaftliche Verantwortung.

    Stadt koordiniert Gruppe

    Im Rahmen der Ausstellungseröffnung wurde bekannt, dass Rathausmitarbeiterin Karin Müller in die Fairtrade-Steuerungsgruppe der Stadt eingestiegen ist. Die Stadt wolle künftig die Steuerungsgruppe koordinieren, was bislang die Aufgabe von Hans-Georg Schubert gewesen sei, erläuterte Steuerungsgruppenmitglied Bärbel Imhof.

    Der Vorsitzende des Trägervereins von Pamoja wolle sich künftig mehr um den Weltladen kümmern. Ein Schwerpunkt der Arbeit solle der Bildungsaspekt sein. Dazu sei eine Bildungsgruppe im Weltladen eingerichtet worden, die mit Referenten beispielsweise in Schulen und Kindergärten über den fairen Handel aufkläre.

    Karin Müller sieht auch im Rathaus noch Handlungsbedarf. Während der Stadtrats- und Ausschusssitzungen gebe es im Sitzungssaal fair gehandelte Getränke. Für das restliche Rathaus müsse das Beschaffungswesen noch auf faire Produkte umgestellt werden, »damit wir mit gutem Beispiel vorangehen«.

    Die Mitglieder und Helfer von Pamoja haben nach den Worten von Hans-Georg Schubert während der Arbeit im Weltladen gemerkt, dass bei vielen Kunden noch Informationsbedarf über den fairen Handel bestehe. »Das war der Hauptgrund für die Ausstellung.« Auf zehn Bannern würden die für Weltläden besonders relevanten Aspekte kurz und knapp dargestellt.

    Der faire Handel will laut Schubert die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen am Anfang der Lieferkette verbessern und ihre politische und wirtschaftliche Position stärken. Damit sei fairer Handel eine Strategie zur Armutsbekämpfung und Einkommenssicherung und fördere nachhaltige Entwicklung.

    Ziel des fairen Handels sei nicht die Gewinnmaximierung. Die Geschäftsbeziehungen sollten auf Vertrauen und Solidarität basieren. Nach Schuberts Angaben gehören zum fairen Handel Prinzipien wie faire Preise, keine Kinder- und Zwangsarbeit, sichere und gesundheitsverträgliche Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und eine Gleichstellung der Geschlechter.

    Bildungsangebot wichtig

    Für Bärbel Imhof ist besonders wichtig, dass die Handelspartner auf die Bildungsangebote für Kinder in den Herkunftsländern der fairen Waren achten: »Analphabetismus führt in die Ausbeutung.«

    Bearbeitet von Thomas Josef Möhler

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