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    Lohr

    Kaminkehrer Tichy heiratet: ganz in weiß und schwarz

    So heiratet ein Kaminkehrer: Alexander und Anna Tichy Foto: Roland Pleier

    Bringt der Kaminkehrer wirklich Glück? Es könnte was dran sein, meint Christian Zebisch. Denn die Kaminkehrer-Hochzeiten, die der Lohrer bisher mitgefeiert hat - das waren rund ein Dutzend - haben bislang alle gehalten. "Die Erfolgsquote liegt bei 100 Prozent", sagt der Lohrer Schlotfeger.

    Seinen jüngsten Einsatz als Glücksbringer hatten er und acht seiner Kollegen plus eine Kollegin am Donnerstag dieser Woche an der ehemaligen Zehntscheune am Schlossplatz: Dort gaben sich Alexander Tichy und Anna Emmerich vor Stephan Morgenroth, dem Neustadter Bürgermeister und Lohrer Standesbeamten, das Ja-Wort. "Es war der Wunsch meiner Frau, dass ich in Arbeitstracht heirate", verriet der Bräutigam.

    Der Bräutigam mit Zylinder und rotem Halstuch

    Was er und seine Frau nicht wussten: Die Kollegen hatten davon Wind bekommen und sich kurzfristig organisiert, um Spalier zu stehen: mit dem Reisigbesen in der Hand, dem Zylinder auf dem Kopf und dem Koppel mit dem Heiligen Florian als Emblem über dem schwarzen (Kehr-)Koller mit seiner doppelreihigen Knopfleiste. Während sich die Kollegen traditionell weiße Mundtücher um den Hals gebunden hatten, trug der Bräutigam - zur Feier des Tages - ein festliches rotes im Ton der Rosen und der Schleife am ärmellosen Kleid seiner Braut.

    Die angehende Psychologin, die kurz vor dem Abschluss ihres Fernstudiums steht, wollte sich ungern fotografieren lassen, weshalb der Bräutigam mit seinen Kollegen im Mittelpunkt des veröffentlichen Fotos stehen. Abgesehen davon war der Umtrunk im kleinen Kreis der Familie und Kollegen locker und fröhlich. Auch die zwei Kinder der beiden 38-jährigen scheinen das Fest in wollen Zügen zu genießen: Der gemeinsame Sohn ist zehn, seine kleine Schwester sieben Jahre alt. 

    Wartet mit seinen beiden Kaltblütern auf das Brautpaar: Kutscher Horst Riedmann aus Sendelbach.  Foto: Roland Pleier

    Was schon anzeigt: Alexander und Anna, die jetzt beide den gemeinsamen Namen Tichy tragen, sind schon lange ein Paar. "Irgendwann war's halt mal fällig", erläuterte der Kaminkehrer aus Sendelbach auf Nachfrage der Redaktion, warum sie erst jetzt heirateten. Klar, dass die Hochzeitsgesellschaft dann auch in Sendelbach feierte - im dortigen Sportheim - und dass ein Sendelbacher sie dorthin chauffierte: der Kutscher Horst Riedmann mit seinen beiden Kaltblütern. 

    Im Landkreis sind knapp 40 Kaminkehrer unterwegs

    Kaminkehrer ist Alexander Tichy seit 2011 und aktuell in Diensten des Bezirkskaminkehrermeisters Thomas Rumpel aus Arnstein im Werngrund unterwegs. Laut Zebisch ist der Landkreis Main-Spessart in 18 Kehrbezirke unterteilt, in denen knapp 40 Kaminkehrer tätig sind. Die Letzte Kaminkehrerhochzeit im Landkreis liegt übrigens grade mal drei Jahre zurück. Und die Ehe von Lukas Lettrari und seiner Alena, so Zebisch, hat auch noch Bestand. Bleibt dem aktuellen Brautpaar zu wünschen, dass auch ihm das Glück beschieden sein möge.

    Kaminkehrerhochzeit: Die Kollegen kamen zum Gratulieren.  Foto: Roland Pleier

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