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    RECHTENBACH

    Kanalanschluss wird etwas günstiger als geschätzt

    Die marode Rechtenbacher Kläranlage: Ihr Abriss ist in den 1,739 Millionen Euro Gesamtkosten für den Anschluss an das Lo... Foto: Yvonne Vogeltanz

    Wenn das nicht fast eine Punktlandung war: Auf 1,749 Millionen Euro hatte die zuständige Auktor Ingenieur GmbH aus Würzburg vor geraumer Zeit die Kosten für den Bau einer Kanalleitung nach Lohr und damit den Anschluss des Rechtenbacher Kanalnetzes an das der Stadt Lohr geschätzt. Da der Planungsstand derzeit so weit fortgeschritten ist, dass eine detaillierte Kostenberechnung ausgearbeitet werden konnte, wurde nun klar: Die damalige Schätzung lag lediglich 10 000 Euro über den derzeit berechneten Kosten. In der anvisierten Summe von nun 1,739 Millionen Euro ist neu auch enthalten der Abbruch der alten, maroden Kläranlage.

    Bürgermeister Klaus Bartel verwies in der Ratssitzung am Montagabend einmal mehr auf die Schmutzfrachtberechnung durch das von der Stadt Lohr beauftragte Ingenieurbüro Hossfeld & Fischer für den geplanten Abwasseranschluss Rechtenbachs an Lohr. „In Lohr müssen keine Veränderungen am Netz stattfinden, es kann das Rechtenbacher Abwasser aufnehmen“, sagte er. Daher müsse auch kein zusätzliches Regenüberlaufbecken gebaut werden, wodurch rund 150 000 Euro eingespart werden können.

    Über die nun ausgearbeitete Kostenberechnung und den aktuellen Planungsstand informierte Ingenieur Dieter Holm. Seinen Worten zufolge wurde die Trassenführung bei den Lohrer Trinkwasserquellen verlegt.

    An den beiden Brücken zwischen Lohr und Rechtenbach müssen so genannte „raue Rampen“ angelegt werden, damit es die Fische leichter haben, den Rechtenbach hinauf zu gelangen. Dies hatte die Naturschutzbehörde als Ausgleichsmaßnahme dafür gefordert, dass das Abwasserrohr im Tal verlegt werden darf.

    Laut Holm ist im Rechtenbachtal auch der Biber aktiv. Dies führe dazu, dass dieser Dämme baut und aufgestautes Wasser in den Kanal laufen könnte. Daher sollen die Schachtdeckel um 20 Zentimeter erhöht werden.

    In den nun berechneten 1,739 Millionen Euro Gesamtkosten ist laut Holm nun auch der Abbruch der alten, maroden Rechtenbacher Kläranlage enthalten. Noch nicht einkalkuliert sind laut Bürgermeister Klaus Bartel die Entschädigungskosten für die Grundstücksbesitzer, auf deren Boden die Leitung vergraben werden soll, in Höhe von rund 45 000 Euro. Auch die Kosten für die Anschlüsse der Mühlen vor Lohr fehlen noch. Laut Bartel müssen diese erst noch ausgehandelt werden. Bartel schätzte die Summe jedoch auf 5000 bis 10 000 Euro pro Anwesen.

    Die Entwürfe sollen nun auf den Weg gebracht und die noch ausstehenden naturschutzrechtlichen und wasserrechtlichen Genehmigungen eingeholt werden. Als Zeitplan gab Holm dann vor, dass die Ausschreibungen zum Winter hin erfolgen sollen. „Ein Baubeginn im Frühjahr wäre dann optimal“, so Bartel. Begonnen werde dann in Lohr, anschließend geht's bachaufwärts gen Rechtenbach.

    Auf Nachfrage von Stephanie Durchholz (CSU) erfuhr das Gremium, dass es für das Vorhaben eine Förderung von 150 Euro pro Meter Kanalleitung gibt. Die Leitung ist 4,8 Kilometer lang, so dass Rechtenbach eine Fördersumme von gut 700 000 Euro erwarten kann.

    Und dann müssen sich die Gemeinderäte Gedanken machen, wie die Baukosten umgelegt werden sollen, welcher Festbetrag auf die Grundstücks-Eigentümer zukommt und was auf die Gebühren umgelegt werden soll. Hierzu soll auch die „Kommunale Transparenz“ aus Würzburg mit ins Boot geholt werden.

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