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    Eußenheim

    Kandidat Thomas Obert: "Die Ideen für Eußenheim gehen mir nicht aus"

    Der Zweite Bürgermeister will in der 3100-Einwohner-Kommune mit sieben Ortsteilen für die CSU die Nachfolge von Dieter Schneider antreten.
    Thomas Obert, Bürgermeisterkandidat der CSU in Eußenheim. Foto: Markus Rill

    Eußenheims Bürgermeister Dieter Schneider wird im März nicht zur Wiederwahl antreten. Sein Stellvertreter und CSU-Parteikollege Thomas Obert will ihm folgen. Der 59-Jährige geht als Favorit in die Bürgermeisterwahl am 15. März.

    Obert ist seit zwölf Jahren Gemeinderatsmitglied und ebenso lange schon Zweiter Bürgermeister. Der gebürtige Karlstadter und studierte Diplom-Informatiker arbeitet als Projektingenieur bei Bosch Rexroth in Lohr. "Früher war ich weltweit unterwegs, in Asien, Nordamerika, Europa", erzählt Obert. Nun möchte er sich dem Ort widmen, in dem er seit Jahrzehnten mit seiner Ehefrau wohnt und in dem seine vier Kinder aufgewachsen sind.

    "Erst Ende April 2019 hat Dieter Schneider definitiv gesagt, dass er nicht mehr antreten wird. Er hat der Gemeinde gutgetan; ich hätte nicht intern gegen ihn kandidiert", so Obert. Er aber wurde innerparteilich von Susanne Keller herausgefordert und setzte sich mit 50:41 Stimmen durch. Und bei der Bürgermeisterwahl tritt Freie-Wähler-Kandidat Achim Höfling gegen ihn an. "Ich hatte ihn, ehrlich gesagt, nicht auf dem Schirm." Vor sechs Jahren boten die FW keinen Kandidaten auf, Höfling verbrachte die letzten Jahre in China. "Aber gut, Konkurrenz belebt das Geschäft", sagt Thomas Obert. 

    Grundschul-Neubau als Großprojekt

    Im Eußenheimer Gemeinderat sind die Fraktionen von CSU und Freien Wählern zurzeit gleich stark, aber die Räte seien sich häufig einig. Und bei strittigen Dingen werde "nach persönlicher Überzeugung abgestimmt, nicht nach Fraktionszwang", so Obert.

    Das größte Projekt, das der Gemeinderat in die Wege geleitet hat, ist der Neubau der Grundschule in Aschfeld. "Das wird uns einen mittleren einstelligen Millionenbetrag kosten." Der Bau werde neue Unterrichtskonzepte und Ganztagsbetreuung ermöglichen sowie eine Mensa bieten. "Die Entscheidungsfindung war nicht ganz leicht", so Obert. "Aber lieber richtig als schnell entschieden." Falls der Bau optimal läuft, sei der Bezug vielleicht zum Schuljahr 2021/22 möglich, ansonsten erst ein Jahr später.

    Wie in allen Ortschaften der Region sind Innenentwicklung und Wohnraum bedeutende Themen. "Ich möchte das ehemalige Gasthaus Zur Linde zu einem Bürgerhaus, das auch den Vereinen zur Verfügung steht, umbauen. Das würde das Ensemble am Kirchberg abrunden", so Obert. Auch in den Ortsteilen wolle er "lieber gezielt Projekte unterstützen als das Geld mit der Gießkanne verteilen". Er nennt die denkmalgeschützte Scheune im Ortszentrum von Bühler und die Hallensanierung in Aschfeld als Beispiele. In Bühler sollen die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen. Grundsätzlich kenne er "kein Ortsteildenken". Er wolle dort etwas tun, wo es nötig ist, von Schönarts bis Obersfeld.

    Kein Ortsteildenken

    Die Ortsmitte vor der ehemaligen Obersfelder Grundschule könne erst neu gestaltet werden, wenn der Gemeinde die Grundstücke gehören. Andere Aufgaben könnten Schritt für Schritt umgesetzt werden. "Die Bushaltestellen in den Ortsteilen sollen sukzessive barrierefrei gestaltet werden", kündigt Obert an. Und im Kanalnetz mit seinem hohen Fremdwassereintrag seien auch regelmäßig Reparaturen nötig.

    "Die Ideen gehen uns nicht aus", sagt Thomas Obert. Von der B26n erhofft er sich "positive Effekte" für Eußenheim. Dabei gehe es der Kommune ohnehin ganz gut. "Wir haben einige Gewerbebetriebe im Ort, zudem noch Gasthäuser, einen Hofladen, einen Bäcker und eine Pension." Und die schönen Wander- und Radwege lockten viele Besucher an. Deshalb kann sich die Gemeinde ihre Eigenständigkeit mit eigenem Bauhof und hauptamtlichem Bürgermeister leisten. 

    Der Bürgermeister- und Gemeinderatswahl am 15. März sieht Thomas Obert "mit einer gewissen Spannung", aber auch "mit einem guten Gefühl" entgegen. Für seine Zukunft wie für die Eußenheims gelte Aristoteles' Spruch: "Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel richtig setzen."

    Zur Person
    Der gebürtige Karlstadter Thomas Obert ist 59 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern. Der Diplom-Informatiker wohnt in Eußenheim und arbeitet als Projektingenieur bei Bosch Rexroth in Lohr.
    Obert war aktiver Handballer und engagiert sich als Abteilungsleiter beim TSV Karlstadt sowie als Schatzmeister und zweiter Vorsitzender des Gesamtvereins und Mitglied des Fördervereins. Er ist Mitglied in Eußenheimer Sportvereinen, im Musikverein und der Feuerwehr.
    25 Jahre lang war Obert in verschiedenen Elternbeiräten der von seinen Kindern besuchten Schulen tätig. Sein Einsatz gegen "jahrgangsgemischte Klassen ohne pädagogisches Konzept" brachte ihn zum politischen Engagement in der CSU. 

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