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    Karlstadt

    Karlstadter Schulweg-Beispiel zieht in Lohr nicht

    Überdimensionale Markierungen in Karlstadt in der Bodelschwinghstraße: In Lohr wird dieses Beispiel für den Bereich Grundschule abgelehnt. Foto: Sylvia Schubart-Arand

    Die Verkehrssicherheit an der Grundschule Lohr in der Kaplan-Höfling-Straße führte zu einem Vergleich mit einem Musterbeispiel in Karlstadt. Das dortige großflächige Markierungsbeispiel wird für Lohr aber kaum in Frage kommen.

    Die ständigen Geschwindigkeitsübertretungen vor der Grundschule Lohr seien nicht nachvollziehbar und auch nicht zu tolerieren, hatte Bürger Johann Schwind Anfang Juli ans Lohrer Rathaus geschrieben und gefordert, Zeichen zu setzen.

    Er beantragte ein Zeichen auf der Fahrbahn und Schilder an der Wand. Die Bodenmarkierung sollte auf der Fahrbahn im Bereich in der Höhe der Garagen und des Friseurgeschäfts Röder angebracht werden.

    Karlstadt hatte Schwind als positives Beispiel mit den Markierung für die Sicherheit der Schüler in der Bodelschwinghstraße genannt, die fast über die ganze Fahrstreifenbreite geht.

    Die Redaktion fragte in den Bauhöfen der beiden Städte nach. Die Verkehrsbelastung an der Lohrer Grundschule könne man nicht mit der Situation in Karlstadt auf der breiten Bodelschwinghstraße vergleichen, sagt Lohrs Bauhofleiter Peter Bechold. Dort sei die Markierung »total berechtigt«, damit die Verkehrsteilnehmer vom Gas gehen, aber in Lohr ist es nur eine innerstädtische, kleine Straße. Dort werde nicht gerast; das sei mehr ein subjektives Empfinden.

    Ein mobiles Geschwindigkeitsgerät, das immer mal wieder aufgestellt werde, könne das beweisen. "Wir wollen nicht die Altstadt mit Straßenmarkierungen zudekorieren", ist Bechold eher zurückhaltend, was die Farbe auf der Fahrbahn betrifft. "Wenn die Grundschule an der Ost- oder Westtangente läge, müssten auch wir was tun", so die Auffassung des Bauhofleiters.

    Je mehr Schilder aufgestellt und Markierungen aufgetragen werden, desto mehr würden die Verkehrsteilnehmer abstumpfen, sagt er. In der Anlagenstraße sei ein Zebrastreifen in Planung.

    Man könne natürlich den Hinweis an der Grundschule noch deutlicher machen, dass dort Kinder queren. Schon jetzt sind dort Schulweghelfer – auch Schwind gehört dazu – im Einsatz und Schilder aufgestellt.

    Das Beispiel in Karlstadt, die etwa zehn Meter breite Bodelschwingh-Straße, ist ein deutlich sichtbares Trennungsband zwischen der alten und der neuen Siedlung. An ihr liegen sowohl das Kinderhaus "Heilige Familie" als auch das Gymnasium und die Mittelschule unmittelbar, das Leo-Weismantel-Förderzentrum und die Grundschule sehr nahe.

    Aus Sorge um die Sicherheit der Schüler hat der Bauhof Karlstadt schon vor längerem eine Folie bei einem Verkehrszeichenhersteller gekauft. "Diese Vorlage wird mit einem Bunsenbrenner auf die Fahrbahn aufgebracht und verschmilzt dann mit dem Teer", erklärt Klaus Bauernfeind, Sachbearbeiter im Bauhof.

    Es handelt sich um ein überdimensionales weißes Dreieck mit zwei laufenden Kindern im Inneren. Zusätzlich hat die Stadt noch mit einer Schablone den Hinweis "Schule" in Höhe des Bereichs Mittelschule/Gymnasium aufgespritzt, und auch im Bereich des Kinderhauses ist ein Warnhinweis deutlich auf der Fahrbahn erkennbar. Wenn er verblasst, wird mit weißer Farbe aufgefrischt – in der Regel im Spätsommer in Hinblick auf den Schulanfang.

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