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    Karlstadt

    Karlstadter Stadtrat macht seine Hausaufgaben vor Weihnachten

    Gebühren in städtischen Kitas und für Mittagsbetreuung an der Grundschule steigen. Künftig gibt's Ökostrom aus der Region und Parken mit Brötchentaste.
    In den Kindertagesstätten der Stadt Karlstadt steigen ab 1. Januar die Gebühren (Symbolbild).  Foto: Markus Rill

    Der Karlstadter Stadtrat macht zurzeit Überstunden. Vor dem Jahreswechsel gilt es noch eine ganze Reihe von Weichen für 2020 zu stellen. Nach der eineinhalbstündigen Diskussion über die B26n-Trasse im Raum Karlstadt hatte das Gremium in der jüngsten Sitzung noch eine Reihe von Tagesordnungspunkten abzuarbeiten.

    Strom: Tobias Winkler von der Energieversorgung Lohr-Karlstadt stellte dem Stadtrat das Angebot für die Lieferung von aus der Region stammendem Ökostrom für die nächsten zwei Jahre vor. Wie vom Werkausschuss empfohlen nahm das Gremium das Angebot einstimmig an. Bisher bezog die Stadt Ökostrom, der überwiegend aus Skandinavien stammte. Ab 1. Januar wird der Ökostrom im Umkreis von rund 50 Kilometern produziert.

    Kita-Gebühren: 2016 wurden die Gebühren der städtischen Kindertageseinrichtungen zuletzt erhöht. Seitdem habe sich das Buchungsverhalten der Eltern "grundlegend verändert"; in der Regel würden Plätze für Kinder schon vor Vollendung des ersten Lebensjahres gebucht. Betreuungsstunden und damit auch die Personalkosten haben sich dadurch "deutlich erhöht", dazu kamen tarifliche Entgelterhöhungen für die Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen, hieß es in der Beschlussvorlage des Stadtrats. Als Faustregel sollten die Betriebskosten von Kitas zu 20 Prozent durch die Gebühren gedeckt werden; in Karlstadt sind es derzeit nur 17,5 Prozent. Abzustimmen war deshalb über eine Gebührenerhöhung gültig ab 1. Januar. Je nach Buchungszeit und Alter des Kindes fallen unterschiedliche Beträge an.

    Ingo Röder fragte nach, ob nicht eine geringere jährliche Anpassung sinnvoller wäre. Hauptamtsleiter Hermann Seufert erwiderte, für die Eltern sei es besser, sich für drei, vier Jahre auf eine feste Gebühr einstellen zu können. Der Stadtrat beschloss deshalb mit zwei Gegenstimmen die vorgeschlagene Erhöhung. 

    Gebühren Mittagsbetreuung: Die Elternbeiträge für Schüler der Mittagsbetreuung an der Grundschule Karlstadt wurden zuletzt zum Schuljahr 2017/2018 erhöht. Nach Tarifsteigerungen ist eine Erhöhung der Personalkosten um 6,8 Prozent zu erwarten. Einstimmig beschloss deshalb der Stadtrat die Gebühren ab dem Schuljahr 2020/2021 um fünf Prozent zu erhöhen.

    Parkgebühren: Auch die Parkgebühren werden zum Jahresanfang angehoben. Ein Tagesticket in der Altstadtgarage kostet beispielsweise künftig 3,50 Euro statt der bisherigen 2,50 Euro. Statt 70 Cent pro Stunde sind künftig 50 Cent pro halber Stunde zu zahlen. Komplett gebührenfrei Parken dürfen künftig Elektro-Autos; 15 Minuten lang dürfen alle gebührenfrei Parken, dazu wird eine sogenannte Brötchentaste an den öffentlichen Parkplätzen eingeführt. Der Stadtrat beschloss dies einstimmig. 

    Rechnungsprüfung: Für den Rechnungsprüfungsausschuss empfahl Stefan Rümmer, die Jahresrechnung festzustellen und die Entlastung zu erteilen. Der Stadtrat folgte dieser Empfehlung einstimmig.

    Förderung für Digitalisierung an Schulen: Felix Behl, Berater für digitale Bildung in Stadt und Land Aschaffenburg und dem Landkreis Miltenberg, gab einen Überblick über diverse Förderprogramme für die digitale Ausstattung von Schulen. Behl betonte, es gehe nicht darum, die Kinder zur Handynutzung zu erziehen. "Das findet ohnehin statt. Deswegen ist es wichtig, die Medienkompetenz der Schüler zu erhöhen", so Behl. 

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