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    Roden

    Kein Brötchenverkauf mehr im ehemaligen Tante-Emma-Laden in Roden

    Conny und Albrecht Otter überreichten Erika Rohrmoser einen Geschenkkorb als Dank für ihre langjährige Treue.
    Conny und Albrecht Otter überreichten Erika Rohrmoser einen Geschenkkorb als Dank für ihre langjährige Treue. Foto: Susanne Feistle

    "Die Samstage fehlen mir schon", gibt Erika Rohrmoser schnell zu und meint damit ihren Brötchenverkauf, den sie bis Ende des vergangenen Jahres jeden Mittwoch- und Samstagvormittag geöffnet hatte.

    Zu Gast bei ihr waren Conny und Albrecht Otter von der gleichnamigen Bäckerei aus Urspringen. Diese hatte den kleinen Laden in Roden seit über 60 Jahren mit Brot, Brötchen und Kuchenteilchen beliefert und als Dank für die lange Treue einen Geschenkkorb mitgebracht. 

    Den Lebensmittelladen hatte Erika Rohrmosers Mutter Pauline 1923 eröffnet. Nachdem dieser für eine kurze Zeit von Erikas Bruder Josef geführt wurde, übernahm Erika Rohrmoser den Laden 1954. Damals gab es dort alles, was man für den täglichen Bedarf benötigt. Von der Mausefalle über das Schreibzeug bis hin zum Nähgarn. Auch Obst und Gemüse, Joghurt, Zeitschriften und Zigaretten gingen über die Ladentheke.  "Ich hatte alles von A bis Z", sagte die Rodenerin, nicht ganz ohne Stolz. Früher gaben die Bauern ihre Milch im Milchhäusle nebenan ab und gingen danach oft zu ihr zum Einkaufen. 

    Rohrmoser: "Es hat sich nicht mehr gelohnt"

    Aber Anfang 2005 schloss sie den Lebensmittelladen. Immer mehr Lieferanten hatten ein zu hohes Kontingent, das sie hätte abnehmen müssen: "Es hat sich einfach nicht mehr gelohnt. Man musste so und so viel Sahne nehmen. Das hätte ich doch gar nicht verkaufen können", ist sich Rohrmoser sicher.

    Seitdem hatte sie noch zweimal die Woche vormittags geöffnet und verkaufte Brot, Brötchen und Kuchenteilchen. "Das wurde gut angenommen." Und Albrecht Otter ergänzt: "Sie wusste immer genau, was gebraucht wird. Wenn jemand im Urlaub war, bestellte sie halt entsprechend weniger".

    Im Laden steht jetzt nur noch die alte Theke und auf der liegt noch die selbst gestaltete Preistabelle der gängigsten Backwaren. Schwiegertochter Bettina verrät, dass die 86-jährige bis zum Schluss die Posten im Kopf zusammengerechnet hat und nicht mit der Kasse. "Das Zusammenzählen klappt aber besser als das Abziehen", ergänzt Rohrmoser schmunzelnd.

    Jetzt hat die Neu-Ruheständlerin mehr Zeit für ihre Hobbys: Wassergymnastik und Main-Post lesen. Und auf die Brötchen von der Bäckerei Otter muss sie auch künftig nicht verzichten – ihre Familie bringt ihr die gerne beim Einkaufen mit.

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