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    Arnstein

    Kein Rat mehr im Arnsteiner Rathaus?

    Die Kosten für den barrierefreien Umbau und die energetische Sanierung des Arnsteiner Rathauses haben sich seit den ersten Berechnungen inzwischen auf rund 4,5 Millionen Euro verdoppelt.
    Die Kosten für den barrierefreien Umbau und die energetische Sanierung des Arnsteiner Rathauses haben sich seit den ersten Berechnungen inzwischen auf rund 4,5 Millionen Euro verdoppelt. Foto: Günter Roth

    Seit fast sechs Jahren wird der Sitzungssaal im Arnsteiner Rathaus nicht mehr als solcher genutzt. Grund dafür ist einerseits die fehlende Barrierefreiheit, die bei der Sanierung des Gebäudes in der Marktstraße hergestellt werden sollte. Nach dem neuesten Beschluss des Stadtrats aber sollen auch nach Abschluss der Umbaumaßnahmen dort keine Stadtratssitzungen mehr stattfinden. Stattdessen soll der ehemalige Sitzungssaal zu Büroräumen umgewandelt werden. Ein Alternativstandort ist augenblicklich - zumindest offiziell - nicht im Gespräch.

    Dass die nichtöffentlichen Vorgespräche dazu nicht im üblichen Einvernehmen abgelaufen sind, zeigte die kritische Erklärung des Stadtrats Martin Fischer. Der Sitzungssaal einer Kommune sei kein beliebiger Raum, sondern einer mit einer langen Geschichte und verlange daher ein würdiges Umfeld, monierte er. Deshalb sollten die Beratungen grundsätzlich im Rathaus sein. Auch seine Kollegen Notker Wolf und Johannes Keidel räumten ein, die Entscheidung für die Auslagerung sei ihnen sehr schwer gefallen, insgesamt aber sei dies die bessere Lösung.

    Sauer: Ziel ist ein modernes Rathaus

    Bürgermeister Franz-Josef Sauer stellte das Problem in den gesamten baulichen Zusammenhang. Das Ziel der begonnenen Sanierung müsse ein modernes, zeitgerechtes Rathaus sein, in dem die Verwaltung bestmöglich arbeiten könne. Durch das neue Personalkonstrukt müssten Räume für 26 Arbeitsplätze geschaffen werden und das sei bei der gegenwärtigen Kapazität nicht möglich, wenn man Wert auf kurze Wege legen wolle. Der Bürgermeister und der verantwortliche Architekt Roland Sauer stellten das aktuelle Raumkonzept auf vier Ebenen vor. Diese korrespondieren dann mit den drei zentralen Bereichen Hauptamt, Finanzverwaltung und Bauamt.

    Auf der "Bürgerebene" im Hochparterre werden künftig die Dienste angesiedelt, die für die Öffentlichkeit leicht erreichbar sein sollen: das Einwohnermeldeamt, das Standesamt, die Stadtkasse, das Archiv und ein Besprechungsbereich. Darüber befinden sich dann die "Führungsebene" mit dem Kleinen Sitzungssaal als Trauzimmer, die Kämmerei und die Büros für Bürgermeister sowie Geschäftsführer. Ein Stockwerk höher wird das Bauamt mit den Bereichen für Hoch- und Tiefbau sowie für Baurecht angesiedelt.

    Alle Zimmer werden barrierefrei erreichbar sein

    Im Dachgeschoss befinden sich die Aufenthaltsbereiche und Arbeitsräume für Sachbearbeiter. Alle Zimmer werden barrierefrei erreichbar sein und in Bezug auf Licht und Klimatisierung optimiert. In jeder Etage wird ein Besprechungszimmer eingerichtet, das bei Bedarf in ein Arbeitszimmer umgenutzt werden kann.

    Aber die Arnsteiner werden auch noch eine zweite Kröte zu schlucken haben: Gemessen an den ersten Kostenschätzungen vor vier Jahren in Höhe von 1,9 Millionen Euro, haben sich die gegenwärtigen Berechnungen mehr als verdoppelt. Architekt Sauer nannte die Summe von 4,5 Millionen Euro. Bürgermeister Sauer verteidigte diese Steigerung mit erhöhten Anforderungen an die Barrierefreiheit, neue einheitliche Möbel sowie der Notwendigkeit einer modernen EDV- und Telefonanlage im Haus. Schließlich hätten sich vor dem Umbau manche Einrichtungen auf dem Standard des letzten Umbaus vor 70 Jahren befunden. Der Zweite Bürgermeister Josef Grodel verteidigte die Maßnahmen ebenfalls und meinte, es lohne sich, jetzt ein Rathaus einzurichten, das für die nächsten Jahrzehnte Bestand habe. Die Finanzierung der Mehrkosten soll nun auf die nächsten beiden Haushaltsjahre verteilt werden.

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    Bearbeitet von Günter Roth

    Kommentare (1)

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