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    Gemünden

    Kindgerechte Unterhaltung im Puppentheater

    Pippi im Puppentheater der Familie Maatz in der Scherenberghalle. Foto: Jennifer Weidle

    Fast jeder kennt sie: Pippi Langstrumpf. Als Puppe im Puppentheater von Jenny und Daniel Maatz trat sie am Freitag in Gemünden auf die Bühne. Das Foyer der Scherenberghalle war mit rund 80 kleinen und großen Besuchern gut gefüllt.

    Das Puppentheater der Familie Maatz wirkt wie ein klassisches Kasperle-Theater, nur viel größer. Die Bühne, unter der das Ehepaar die Stabpuppen bewegt, ist über zwei Meter hoch. Sie ist mit rotem Samt eingefasst. In den Umbaupausen schließt sich der goldglitzernde Vorhang. Die Puppen wurden im Sauerland angefertigt, jede ein Unikat. Im Stück kommen auch Krokodil, Spinne, Papagei und weitere ins Spiel. "Das Stück ist anspruchsvoll, alleine schon aufgrund der vielen Puppen", sagt Daniel Maatz. Er hat das Puppenspiel schon als Kind gelernt.

    Unterhaltsam und pädagogisch wertvoll

    Das Puppentheater ist mehr als ein lustiger Zeitvertreib für Kinder. Es ist ein Stück rare, kindgerechte Kultur. Unterhaltsam und pädagogisch wertvoll beziehen Maatzens die Kinder bei ihrem Puppenspiel mit ein, appellieren an ihren Gerechtigkeitssinn. Der böse Seeräuber: "Soll der Langstrumpf nur noch Wasser und kein Brot bekommen, damit er uns sein Versteck verrät?" –"Neeeeeeeein!" ist unisono die deutliche Antwort der Kinder.

    Das ist keine Veranstaltung, bei der man ruhig sein muss oder sich nicht bewegen darf. Alles ist live und interaktiv. "Es gibt immer wieder Kinder, die mit den Puppen auf der Bühne solange reden, bis wir darauf eingehen. Das gehört dazu", sagt Jenny Maatz. Ihre Kinder Angelique (9) und Jason (13) unterstützen das Ehepaar – reichen Puppen, ändern Requisiten, bauen das Bühnenbild um, verkaufen Lutscher, Popcorn und Co.

    Alle Kinder glücklich gemacht

    Nach rund einer Stunde ist die Vorstellung vorbei und alle Kinder sind glücklich. Viele ein wenig müde ob der Aufregung. Jenny Maatz steht nun mit der Puppe Pippi vor der Bühne. Bietet den schüchternen Kindern an, sich mit ihr fotografieren zu lassen oder sie anzufassen. Ihr Mann baut unterdessen die Bühne ab,  verstaut die Puppen in einer großen Kiste.

    Das Licht geht an. Jason Maatz schenkt dem letzten Mädchen einen Luftballon, stellt dann die schweren Stühle zu Türmen zusammen. Seine Mutter stützt sich kurz auf den Besen, mit dem sie den achtlos liegengelassenen Müll zusammenfegt: "Donnerstag bis Sonntag spielen wir. Montag bis Mittwoch machen wir Werbung. Es ist ein anstrengender Beruf. Aber wir lieben ihn und möchten nichts anderes machen".

    Die nächsten Veranstaltungen in der Nähe mit dem Stück "Wie Pettersson zu Findus kam" sind: 23. Januar, 15.30 Uhr in Marktheidenfeld, Kolpingstraße 12. Am 26. Januar um 15 Uhr in Lohr, Pfarrheim St. Michael, Kleine Kirchgasse 4.

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