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    Sendelbach

    Kirchenrenovierung noch nicht konkretisiert

    Lagebesprechung: Stadtpfarrer Sven Johannsen (links) und Kirchenpfleger Erich Günther nehmen Stellung zur geplanten Renovierung der Pfarrkirche St. Josef in Sendelbach. Foto: Rita Gress

    Bei der Renovierung der Sendelbacher Kirche St. Josef gibt es zeitlich und planerisch noch keine konkreten Fakten. Der von Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat veranstaltete Workshop am 6. Juli sei Auftakt gewesen zu diesem Projekt, sagten Stadtpfarrer Sven Johannsen und Erich Günther, Kirchenpfleger in Sendelbach, in einem Pressegespräch.

    27 Teilnehmer hätten Vorschläge gemacht, die von klimaneutraler Energie und Heizen mit Solarpaneelen über Barrierefreiheit und Nutzung der Unterkirche, dem Einbau von Toiletten bis hin zur Neuaufteilung des Kirchenraums reichten.

    Stuhlkreis statt Bänke?

    In letzterem Punkt korrespondieren die Vorstellungen von Johannsen und Günther mit denen etlicher Workshop-Teilnehmer. Der Trend geht in Richtung Zentrum. Die Kirche ist mit Bänken für 450 Personen ausgelegt. »Im Durchschnitt kommen sonntags 80 Gläubige zum Gottesdienst und wir haben nicht die Aussicht, dass es mehr werden«, so der Pfarrer.

    Die vielen leeren Bänke vermittelten »ein mieses Gefühl.« Es sei nicht damit getan, die Hälfte von ihnen einfach herauszunehmen. Ein Vorschlag von Johannsen und Günther: Altar und Ambo mittig des Kirchenschiffs platzieren, die Bänke durch Stühle ersetzen und sie ellipsenförmig um den Altar anordnen. »Dann sitzen die Kirchenbesucher nicht länger als Zuschauer im Gottesdienst, sondern sind mittendrin.« Johannsens Meinung nach spielt der Raum eine wichtige Rolle im persönlichen Erleben des Glaubens.

    Auch der Taufstein müsse aus der dunklen Ecke heraus und statt dessen prominenter positioniert werden. Vorstellen könnte sich der Pfarrer sogar den Einbau eines begehbaren Taufbeckens. Für die Werktagsgottesdienste ließe sich der Seitenflügel nutzen.

    Modelle werden vorgestellt

    Im Frühjahr wird ein Referent einen Fachvortrag zur Kirchengestaltung halten und verschiedene Modelle vorstellen. Eines steht für Johannsen und Günther im Vorfeld der Renovierung schon fest: »In die Realisierung der Kirchenerneuerung werden die Gemeindemitglieder mit eingebunden.« Das beziehe sich sowohl auf die Gestaltung des liturgischen Raumes als auch auf Nutzungskonzepte, Ansätze zur energetischen Optimierung (»da werden noch ein paar andere Stellen mitreden«) oder bautechnische Aspekte.

    »Aufoktroyieren werden wir nichts!«, betonte Johannsen. Und: »Wir renovieren nicht nur für die jetzige Generation, sondern vorausblickend auf 30 bis 40 Jahre auch für die nachkommende.«

    Bei der Höhe der finanziellen Unterstützung durch die Diözese sei vor 2022 nicht mit einer Zusage zu rechnen. Dort würden derzeit die eigenen zur Verfügung stehenden Mittel kalkuliert. Sendelbach als zweitgrößte Pfarrgemeinde in der Gemeinschaft »12 Apostel am Tor zum Spessart« müsse prüfen, welche Kosten selbst gestemmt werden können. »In jedem Fall muss Sorgfaltspflicht gelten anstatt die Mittel einfach rauszuhauen.« Einen Wunsch hegt der Geistliche vorab schon: »Wenn wir nach fertiger Renovierung zum Sonntagsgottesdienst einziehen, möchte ich eine volle Kirche vorfinden. Ist das nicht der Fall, haben wir etwas falsch gemacht.«

    Grundsteinlegung am 12. April 1970 mit Pfarrer Johannes Markert (links) und Dekan Karl Haller. Foto: Repro: Rita Gress

    Bearbeitet von Rita Greß

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