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    Gemünden

    Kleine Autos für große Sprünge

    Die Modellautorennstrecke des MSC Gemünden am Zollberg ist am Wochenende beim Rennen Schauplatz spannender Positionskämpfe. Foto: Michael Mahr

    Kabelschächte befestigen, Steckdosen montieren, die neue Holzverkleidung streichen – am Zollberg sind Helfer des MSC Gemünden gerade dabei, alles vorzubereiten für den Empfang von Motorsportlern aus einem weiten Umkreis. Sie wollen beim Superlauf auf der Rennstrecke am Zollberg mit ihren ferngesteuerten Modellautos Punkte sammeln. Superlauf deswegen, weil es in Gemünden doppelte Punktzahl gibt für die Wertung der LRP-Offroad-Challenge.

    Die Rennserie des Modellauto-Herstellers LRP war in den vergangenen Jahren mehrfach zu Gast in Gemünden. Zweimal richtete der Verein Deutsche Meisterschaften aus. Zuletzt steuerten Piloten 2018 in der Scherenberghalle ihre Modellautos durch einen verschlungenen Kurs mit etlichen Sprüngen.

    Alte Rennstrecke 2008 aufgegeben

    Diesmal findet das Rennen wieder auf dem MSC-Gelände am Zollberg statt. Das wurde dem Verein von der Stadt Gemünden zur Verfügung gestellt, als er 2008 seine alte Rennstrecke aufgeben musste. Denn dort, wo früher die Modellautos des MSC ihre Runden drehten, fahren heute große Autos im Kreis. Die alte Rennstrecke befand sich dort, wo heute der Zollbergkreisel ist.

    Rallyes, wie früher, werden beim MSC heute nicht mehr gefahren. „Den Aufwand betreibt heute keiner mehr“, erläutert Vorsitzender Thorsten Rippel. Vor 25 Jahren begann im Verein die Ära der ferngesteuerten Modellautos. „Das Feeling ist das gleiche, nur sitzt man nicht im Auto drin“, so Sportleiter Andreas Röder. Etwa 15 aktive Modellauto-Rennfahrer hat der Verein. Dazu kommen rund 40, die gelegentlich zur Fernsteuerung greifen. Sie fahren im Sommer auf der Strecke am Zollberg. Im Winter wird einmal im Monat in einer Turnhalle trainiert.

    Die neue ist rund 230 Meter lang

    Die Modellautorennstrecke des MSC Gemünden am Zollberg. Foto: Michael Mahr

    Rund 230 Meter lang ist die Strecke am Zollberg, über die am Samstag und Sonntag, 15. und 16. Juni, einheimische und auswärtige Piloten ihre Modellautos kurven lassen, informiert Sportleiter Röder. In fünf Klassen wird gestartet. Je nach Anzahl der Teilnehmer, werden die einzelnen Klassen noch einmal unterteilt, da pro Lauf nur zehn Fahrzeuge auf die Bahn kommen. Die Fahrer dürfen für mehrere Klassen melden.

    Bei den Modellpiloten geht es nicht viel anders zu als beim großen Motorsport. Es gilt, jede Menge technische Vorgaben zu beachten. So sind zum Beispiel die Reifen vorgeschrieben. In der Einsteigerklasse sind fast keine Modifizierungen der Modellautos zugelassen, so dass sich auch die Anschaffungskosten im unteren dreistelligen Bereich halten. Auch in den beiden Standardklassen – mit Zweirad- oder Vierradantrieb – sind Regler und Motoren genormt, so dass die Autos gleich stark sind. In den beiden modifizierten Klassen – auch wieder mit Zwei- oder Vierradantrieb – sind dem Aufmotzen der Modellautos keine Grenzen gesetzt. Wer will, kann einige Tausender in seinen kleinen Flitzer investieren.

    Feuerwehrschläuche als Leitplanken

    Die Rennstrecke am Zollberg, ein großes quadratisches Gelände, ist mit grünem Kunststoffteppich ausgelegt, wie er auf Kunstrasen-Sportplätzen verwendet wird. Hier und da drängt an den Rändern frisches Grün heraus. Ein paar braune Blätter hat der Wind auf den Kunststoffteppich geweht. Da wird bis zum Wochenende noch Hand angelegt.

    Auch die ausgemusterten Feuerwehrschläuche, die, mit Sand gefüllt, als Bahnbegrenzung fungieren, sollen bis dahin noch einmal mit weißer Farbe frisch gestrichen werden. Doch die Helfer sind knapp. Es sind immer wieder die gleichen, die Hand anlegen. „Wir haben dieselben Probleme wie jeder Verein“, sagt Vorsitzender Thorsten Rippel.

    Streckenposten setzen Autos wieder auf die Bahn

    Thomas Reusch (hinten) und MSC-Vorsitzender Thorsten Rippel erneuern die Elektroinstallationen an der Modellauto-Rennstrecke des Vereins am Zollberg. Foto: Michael Mahr

    Für die Ausrichtung des Rennens stellt der Verein drei Rennleiter. Die Aufgaben als Streckenposten für das nächste Rennen übernehmen meist Fahrer eines gerade beendeten Laufs für den nächsten. Streckenposten sind wichtig, weil auch erfahrene Piloten mal zu schnell in eine Kurve fahren. Sie stellen die kleinen Flitzer wieder auf die Räder, damit nicht zu viel Zeit verloren geht. Auch bei den Sprüngen kann es vorkommen, dass die Modellautos unsanft aufsetzen und aus der Bahn geworfen werden, sei es wegen zu viel oder zu wenig Gas.

    Wer miterleben will, wie die Modelle im Maßstab 1:10, also ein Zehntel so groß wie Straßenfahrzeuge, um die Kurven jagen oder durch die Luft fliegen, der ist als Zuschauer an der Rennstrecke willkommen. Der MSC bietet auch Speise und Getränke an. Am Samstag finden zwischen 9.30 und 19 Uhr in den fünf verschiedenen Klassen die Ausscheidungsläufe statt. Am Sontag sind von 8 bis 16 Uhr die Finalläufe geplant. Zwischen 16.30 und 17 Uhr ist die Siegerehrung vorgesehen.

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