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    Lohr

    Kontraste ja, aber keine Konflikte

    Zum elften Mal hat die Künstlergruppe Kontraste eine Ausstellung organisiert. Die Werkschau unter dem Jahresmotto "Von allen Seiten" ist noch bis zum 4. August zu sehen. Foto: Thomas Josef Möhler

    Zum elften Mal hat die Künstlergruppe Kontraste eine Ausstellung organisiert. Die Werkschau in der Alten Turnhalle steht unter dem Jahresmotto »Von allen Seiten«. Das sei sehr aktuell, meinte Bürgermeister Mario Paul in der Vernissage am Samstag: Ohne die Bereitschaft, Dinge von allen Seiten zu betrachten, könnten aus Kontrasten Konflikte werden.

    Kontraste lüden zum Betrachten ein und seien interessant, beispielsweise beim Fotografieren, sagte der Lohrer Rathauschef. Sie seien aber auch spannungsreich – und aus Spannungen könnten Konflikte werden. Das gelte etwa für die Gesellschaft mit Konflikten zwischen Arm und Reich, Stadt und Land, Nord und Süd.

    Wenn es Spannungen gebe, sei es gut, sie von allen Seiten zu betrachten, so Paul. Sonst verfestigten sie sich. »Von allen Seiten« bedeute, auch den Standpunkt des Anderen zu sehen und den eigenen zu hinterfragen. Das könne dazu führen, dass aus Konflikten wieder nur spannungsreiche Kontraste würden.

    Eindrücke von Fernostreisen

    Uli Gubik (Rieneck) verarbeitet in ihrem Ausstellungsbeitrag Eindrücke mehrerer Fernostreisen in kleinformatigen Bildern auf Tusche. Ferner zeigt sie Experimente mit Farbdrucken, die durch Verwendung mehrerer Druckplatten Unikate sind. Sie will sich damit von der uniformen Vervielfältigungstechnik absetzen.Brigitte Heck (Gemünden) erzählt in ihren Bildern von der Insel Lanzarote, die von Folgen des Vulkanismus geprägt ist. Wie die Landschaft zeigen die Bilder ein ganzes Spektrum von Gelb- und Rottönen mit Schwarz. Annette Madré (Lohr) thematisiert in ihren Bildern den Rassismus in den USA und das »Rad des Lebens«, den fernöstlichen Glauben an die Wiedergeburt.Thomas Ottenweller (Hammelburg) hat es sich nach eigenen Worten »leicht gemacht«. Seine Collagen mit Ausschnitten von CD-Covern und Platinen von Audio-Geräten zeigen seinen »mittleren Sohn« von allen Seiten als Teil der Serie »Audiovision«, die die Dynamik moderner Musik darstellen soll.Kerstin Römhild (Lohr) stellt Fotografien von Objekten aus, die sie nach verschiedenen Blickrichtungen geordnet hat, und Fotos von Details, die ihr am Wegesrand begegnet sind.

    Michael Robohm (Erlach) präsentiert nach dem Schiller-Satz, der Mensch sei nur da ganz Mensch, wo er spiele, in seinem »Erotischen Kabinett« sich überlagernde Fotoarbeiten, die »spielerisch, experimentell, aber doch komplex« sind.Gastkünstler Hagga Bühler (Hafenlohr) ist mit seinen »Holzmädels« vertreten. Die Plastiken aus Holz hat er über ein Jahrzehnt hinweg geschnitzt. Als Zugereister habe er in Lohr, ohne eine Lobby zu besitzen, viel Gastfreundschaft von anderen Künstlern erfahren: »Ich liebe Lohr.«

    Als Hausmeister ungeeignet

    Michael Protschka vom Improvisationstheater Zapzarab bot sich im Sketch Bürgermeister Paul als Hausmeister an, musste aber einräumen, beim Saubermachen die Ausstellung verwüstet zu haben.

    Adelheid Robohm (Querflöte) und Martina Friedmann (Geige) sorgten für den musikalischen Rahmen. Sie bilden eine Hälfte des Quartetts Flaut' arco, das am Sonntag, 28. Juli, um 15 Uhr in den Ausstellungsräumen spielt.

    Die Ausstellung ist bis Sonntag, 4. August, täglich von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

    Bearbeitet von Thomas Josef Möhler

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