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    Urspringen

    Kreis-CSU: Sabine Sitter will Landrätin werden

    Stimmabgabe bei der CSU-Kreisdelegiertenversammlung in der Festhalle Urspringen.  Foto: Markus Rill

    Die CSU in Main-Spessart ist mit sich zufrieden. Das zeigte sich bei der Kreisdelegiertenversammlung am Montagabend in der Urspringer Festhalle. Der Kreisvorstand wurde geschlossen wiedergewählt, nur Maria Hoßman rückte - wie vorgesehen - zu den Stellvertretern von Kreis-Chef Thorsten Schwab auf.  Eine kleine Überraschung gab's dennoch. "Sie wagt sich aus der Deckung", kündigte Schwab an. Sabine Sitter stellte klar: "Ich will 2020 Landrätin werden."

    Kandidierte vor sechs Jahren erstmals bei der Landratswahl: Sabine Sitter (Archivbild). Foto: Roland Pleier

    Bei einer internen Klausursitzung habe Sitter kürzlich ihre Bereitschaft zur Kandidatur erklärt. Schwab bekannte: "Meine Unterstützung hast Du!" Der Landkreis sei in den vergangenen zwölf Jahren nur verwaltet worden, urteilte der Hafenlohrer. "Wir brauchen jemanden mit Visionen." Sabine Sitter bekräftigte ihre Bereitschaft, im kommenden Jahr die Nachfolge des ausscheidenden Landrats Thomas Schiebel (Freie Wähler) anzutreten: "Wir werden Landrat mit 21 plus x Kreisräten. Wir schaffen das." Die 43-Jährige muss allerdings noch Abstimmungen in parteiinternen Gremien durchlaufen, ehe ihre Nominierung beschlossene Sache ist.

    Einige junge Kandidaten

    Vor seiner Wiederwahl zum Kreisvorsitzenden legte Schwab seinen Rechenschaftsbericht ab. Anfängliche technische Komplikationen waren dabei schnell überwunden. Allerdings bedauerte Schwab zum Vergnügen der Anwesenden: "Ausgerechnet das grüne Mikrofon funktioniert am besten."

    Der Landtagsabgeordnete verwies auf die Themen, die den Landkreis in den vergangenen zwei Jahren beschäftigt haben: den Wegfall der Straßenausbaubeiträge, den Bau der B26n und des Klinikums, das geplante Eichenzentrum, SüdLink und der Zuzug von Flüchtlingen. Der Führungswechsel an der CSU-Spitze von Seehofer zu Söder habe "reibungslos geklappt". Zahlreiche Partei-Promis haben Main-Spessart seit 2017 besucht, darunter Horst Seehofer, Markus Söder, Ilse Aigner, Joachim Herrmann, Barbara Stamm und der jetzige Europakandidat Manfred Weber. 

    Ein Selfie mit dem Pappkandidaten: Benedikt Schwab mit dem Aufsteller von Europakandidat Manfred Weber Foto: Markus Rill

    Bei der Wahl entfielen 121 von 158 Stimmen auf Schwab – es gab 32 Gegenstimmen und eine Handvoll ungültiger Stimmzettel. Als seine Stellvertreter bestätigt wurden der Bundestagsabgeordnete Alexander Hoffmann, die stellvertretende Landrätin Sabine Sitter und der Lohrer Stadt- und Kreisrat Michael Kleinfeller. Die Bezirkstagsabgeordnete Maria Hoßmann (Eußenheim) wurde anstelle von Elisabeth Stahl (Gemeinderätin in Hafenlohr) neu zur Stellvertreterin gewählt. Benedikt Schwab (Lohr) wurde als Schatzmeister bestätigt.

    Bei der Wahl der 14 Beisitzer stellten sich 17 in den Ortsverbänden aktive Main-Spessart-CSUler kurz vor. Zu erkennen war dabei das Bemühen der Partei um Verjüngung; diverse Kandidaten waren zwischen 34 und 45 Jahre alt. Zu erkennen war auch die tendenziell konservative Ausrichtung: Kein Migrationshintergrund, fast alle verheiratet, einige arbeiten als Polizisten oder Soldaten.  

    Werbung für Europa

    Während der Stimmenauszählung stellte sich Christian Staat aus Büchold, der unterfränkische Europawahlkandidat der Christsozialen, vor. Der 35-Jährige ist seit 2015 Büroleiter von EU-Kommissar Günther Oettinger in Brüssel und deshalb in Europafragen kompetent. Er räumte ein, dass die Entscheidungsfindung in der EU oft zäh sei. "Das muss besser werden." Grundsätzlich aber sichere ein gemeinsames Europa den Frieden. "Zudem haben wir Reisefreiheit, die Währungsunion, freie Berufswahl und einen Binnenmarkt, der Deutschland viele Vorteile bringt", so Staat. "Wir wollen diese Vorteile für weitere Generationen erhalten."   

    Staat appellierte daran, zur Europawahl zu gehen. "Von einer niedrigen Wahlbeteiligung profitieren nur die Rechtsextremisten." Bei einer hohen Beteiligung gebe es dagegen, die "historische Chance, mit Manfred Weber einen Bayern zum EU-Kommissionspräsidenten zu machen". Von Listenplatz acht hat Staat selbst nur dann eine Chance, ins Europaparlament einzuziehen, wenn die CSU über 40 Prozent erreicht. Schwab sagte: "Kreuzen Sie auf dem Wahlzettel gleich das Erstbeste an, denn das ist die CSU."

    Der CSU-Kreisvorstand mit den Geehrten (von links): Maria Hoßmann, Alexander Hoffmann, Roland Metz, Michael Kleinfeller, Thorsten Schwab, Elisabeth Stahl, Rudi Hock und Sabine Sitter. Foto: Markus Rill

    Mit der silbernen Raute, der höchsten Auszeichnung, die der Kreisverband zu vergeben hat, zeichnete Thorsten Schwab mit Roland Metz und Rudi Hock zwei Urgesteine der MSP-CSU ausgezeichnet. Hock sitzt seit 1978 im Steinfelder Gemeinderat und, so Schwab, "auch schon ewig im Kreistag". Roland Metz war Bürgermeister von Arnstein, 24 Jahre lang Stellvertreter des Landrats und leitet noch heute die Senioren-Union im Landkreis.

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