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    Lohr

    Kreistag will Bedarf für Stadtbahnhof in Lohr untersuchen lassen

    Gibt es in Lohr Bedarf für die Reaktivierung des Stadtbahnhofes oder einen anderem stadtnahen Haltepunkt von Personenzügen? Das soll jetzt letztlich ein Gutachten klären, für dessen Erstellung sich der Kreistag ausspricht. Nachdem im Wirtschaftsausschuss am 11. Februar ein positiver Beschluss für einen stadtnahen Haltepunkt getroffen wurde, lagen im Kreistag nun die Kriterien der Bayerischen Eisenbahngesellschaft auf dem Tisch.

    Die wohl wichtigste Forderung für die Reaktivierung eines Bahnhofs oder ein Zugstrecke ist, dass eine Nachfrage von mehr als 1000 Reisenden je Werktag zu erwarten ist, nachzuweisen über eine vom Freistaat Bayern anerkannte Prognose. Zudem muss die Infrastruktur ohne Zuschuss der Freistaates in einen geeigneten Zustand für eine attraktiven Zugverkehr versetzt werden und es muss ein Eisenbahnunternehmen geben, dass bereit ist, Strecke und Stationen dauerhaft zu Preisen zu betreiben, die das Niveau vergleichbarer Infrastruktur der Deutschen Bahn nicht übersteigen dürfen. Zuletzt müsste sich der ÖPNV-Aufgabenträger schriftlich verpflichten, im Bereich der Reaktivierungsstrecke ein mit dem Freistaat abgestimmtes Buskonzept umzusetzen.

    Zustand der Schienen sorgte für Diskussion

    Schon über den Zustand der Schienen zwischen dem Bahnhof und dem Stadtbahnhof gingen die Meinungen im Kreistag auseinander. Walter Höfling sprach von baufälligen Viadukten und einer möglichen alternativen Bahnhofanbindung mit Bussen. Gerhard Kraft argumentierte, dort seien regelmäßig Güterzüge unterwegs und es sei ein wichtiges Vorhaben, die Zukunft liege nicht nur in Straßen wie der B26n. Franz Wolf gab zu bedenken, dass der Stadtbahnhof rund fünf Minuten zu Fuß vom künftigem Klinikum sowie vom Bezirkskrankenhaus entfernt sei, bestätigte aber, dass die Firma Gerolzheimer mehrmals die Woche über den Schienenstrang beliefert werde.

    Lohrs Bürgermeister geht von positivem Effekt aus

    Kreisrat Eberhard Sinner bezifferte den Fußweg zur Klinik auf 500 Meter und bezweifelte, dass es die nötigen 300.000 Fahrgäste im Jahr gibt, dafür brauche er kein Prüfverfahren. Lohrs Bürgermeister Mario Paul sagte, er gehe von einem sehr positiven Effekt aus, bisher gebe es vom Lohrer Stadtrat aber nur einen Prüfbeschluss. Brigitte Riedmann nannte die Reaktivierung des Stadtbahnhof ein Projekt des Bürgermeisters und einiger Stadträte.

    Letztlich beschloss der Kreistag einstimmig, dass er sich die Durchführung eines Prüfverfahrens für die Reaktivierung zu einem stadtnahen Haltepunkt in Lohr wünscht, die vier Kriterien der Bayerischen Eisenbahngesellschaft vollständig anerkennt und sie umsetzten wird.

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