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    Roden

    Kreuzigungsgruppe der Nachwelt erhalten

    Die neu gefertigten drei Cortenstahl-Elemente schützen die Kreuzigungsgruppe auf dem Rodener Friedhof vor Umwelteinflüssen. Am Sonntag wurde das Ensemble von Pfarrer Stefan Redelberger eingeweiht. Foto: Josef Laudenbacher

    Die Kreuzigungsgruppe auf dem Friedhof in Roden aus dem Jahr 1586 ist ein einzigartiges kunstgeschichtliches Denkmal: "Für Ihre Erhaltung muss alles Notwendige getan werden", stellten Professor Wolfgang Weis, der an der Universität Würzburg Fränkische Kirchengeschichte lehrt, sowie Historiker Dr. Leonhard Scherg (Marktheidenfeld), schon vor zwei Jahren vor Ort fest.

    Zahlreiche Rodener Bürger trafen sich zusammen mit Pfarrer Stefan Redelberger (Urspringen), Bürgermeister Otto Dümig, Norbert und Georg Redelbach von der gleichnamigen Baufirma (Roden/Marktheidenfeld), Stephan Nüßlein (Obernbreit), sowie engagierten Bürgern, die sich an der Sanierung ehrenamtlich beteiligt hatten, um bei der gut einstündigen feierlichen Übergabe und Segnung auf dem Friedhof dabei zu sein. Die Feierlichkeit wurde von den "Rodener Musikanten" musikalisch umrahmt.

    Bürgermeister Otto Dümig begrüßte die Gäste und gab seiner Freude Ausdruck, dass "wir heute ein wertvolles Kunstwerk bestaunen können, das sich perfekt in das Friedhofsensemble einfügt". Norbert Redelbach wies in seinem Rückblick auf die Verpflichtung hin, das nun schon 433 Jahre alte Denkmal zu schützen und nachfolgenden Generationen zu erhalten. 

    Stolz dürfen die an der Sanierung und Restaurierung beteiligten Fachkräfte sein. Von links: Pfarrer Stefan Redelberger, Prof. Wolfgang Weiß, Stephan Nüßlein, Georg Redelbach, Norbert Redelbach und Bürgermeister Otto Dümig. Foto: Josef Laudenbacher

    Auf Initiative von Norbert Redelbach und seinem Bruder Georg erfolgte im Januar 2002 der Antrag an die Denkmalbehörde, die drei Kreuze durch eine Überdachung zu schützen. Das Landesamt für Denkmalpflege Bamberg hatte erklärt "dass eine Überdachung der Kreuzigungsgruppe aus denkmalpflegerischer Sicht nicht in Betracht kommen kann". Damit konnten sich die Erhaltungsfreunde, die hinter der Aktion standen, jedoch nicht abfinden: Viele Rodener Bürger zeigten dafür kein Verständnis.

    In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Roden und Bürgermeister Otto Dümig, erfolgte vor etwa drei Jahren eine erneute Initiative zusammen mit Architekt Georg Redelbach. Nach mehreren Entwürfen und Beratungen konnte 2017 die Zustimmung erreicht werden. Das Landratsamt, die VG Marktheidenfeld und der Bezirk Unterfranken unterstützten das Projekt maßgeblich.

    Der erste Schritt war das Aufstellen von drei Überdachungselementen aus Cortenstahl. Bei diesem Material handelt es sich um eine hochwertige Stahllegierung, die keiner Korrosion unterliegt und somit wetterfest ist. Die drei Schutzschilde aus drei Zentimeter dickem, wetterfesten Baustahl überdecken die Kreuze, ohne dabei die Natur auszublenden. Durch die Perforation der Schilde wird die Landschaft nicht abgeschirmt, sondern ist Teil des Raumes. Die Ausstanzungen hat man dem Künstler und Schmied Stephan Nüßlein (Obernbreit) zu verdanken. Die unregelmäßigen, fünfeckigen Öffnungen deuten auf die fünf Wunden des Gekreuzigten hin. Als weiterer Schritt erfolgte die Restaurierung durch die Firma Petro Schiller.

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