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    Sendelbach

    Kritische Kurve soll entschärft werden

    Soll entschärft werden: Das staatliche Bauamt will einen Unfallschwerpunkt auf der Straße zwischen Sendelbach und Hausen entschärfen. Der Radius der im Bild zu sehenden Kurve auf Höhe des Sendelbacher Sportplatzes soll erweitert werden. Foto: Johannes Ungemach

    Ein Unfallschwerpunkt auf der Straße zwischen Sendelbach und Hausen soll entschärft werden. Das Staatliche Bauamt Würzburg plant, die scharfe erste Kurve im Anstieg hinauf nach Mariabuchen deutlich abzuflachen. Die Planung wurde jetzt im Lohrer Stadtrat vorgestellt.

    Wie Julia Sauer, die im Bauamt für die Straßen im Landkreis Main-Spessart Zuständige, dabei erklärte, soll die gesamte Fahrbahn vom Sendelbacher Ortsende bis zur Reußenmühle erneuert werden. Die Breite der Straße bleibt bei sechs Metern. Allerdings soll sich der Verlauf im Bereich der ersten Kurve im Anstieg auf die Höhe deutlich ändern.

    Rund 30 Eigentümer

    Laut Sauer soll die Straße um 15 bis 20 Meter nach links in die Feldflur ausschwenken. Dazu müsse man mit rund 30 Grundbesitzern über einen Ankauf der Flächen verhandeln.

    Wenn die Eigentümer zum Verkauf bereit seien, könne 2020 die naturschutzfachliche Untersuchung des Gebietes beginnen. Der Bau könne dann »im Idealfall 2021 starten«, so Sauer. Ulrike Röder (Grüne) schlug etwas Anderes vor: Wenn in der betreffenden Kurve häufig Autos von der Straße abkämen, solle man lieber eine Geschwindigkeitsbeschränkung anordnen. Michael Kleinfeller (CSU) kündigte an, einen solchen Antrag beim Landratsamt stellen zu wollen, weil es in diesem Bereich sehr häufig auch zu Wildunfällen komme.

    Neben der Entschärfung der Kurve plant das Bauamt auch einen Radweg vom Sendelbacher Ortsausgang bis zum Sportgelände. Er soll 2,5 Meter breit sein.

    Im Bereich des Sportplatzes soll es künftig nur noch eine Abfahrt geben, die in den Parkplatz dort mündet. Mehrere Räte forderten, dass die Stadt diesen geschotterten Parkplatz, der bei Regen einer Seenlandschaft gleiche, »ordentlich herrichten« sollte.

    Radweg bis nach Hausen?

    Zum von Christine Kohnle-Weis (SPD) angeregten Weiterbau des Radwegs bis Hausen zeigte sich Sauer eher reserviert. Man könne dies prüfen, doch vorgesehen sei ein Radweg entlang einer solchen Staatsstraße nicht.

    Die Kosten für den vom Bauamt geplanten Radweg muss die Stadt tragen. Das gleiche gilt für die Anbindung des künftigen Baugebietes »Südlich der Steinfelder Straße« an die Staatsstraße. Hier sprach Sauer von Kosten zwischen 500 000 und 700 000 Euro. Es bestehe jedoch die Aussicht auf eine staatliche Förderung von bis zu 80 Prozent.

    Zwei Straßen im Baugebiet

    Innerhalb des Baugebiets sind zwei Straßen geplant. Eine, so erläuterte Peter Kränzlein vom Planungsbüro Auktor, wird sich im Bogen vom Sandweg zur Rombergstraße schwingen. Die Steigung werde hier zwischendurch mit zwölf Prozent am oberen Rand des Erlaubten liegen. Wegen des Gefälles im Gelände werden acht der gut 40 möglichen Häuser auch eine Hebeanlage für ihr Abwasser benötigen. Eine zweite Straße soll abzweigend von der ersten parallel zur Staatsstraße verlaufen und am Ende des Baugebiets in diese einmünden.

    Die beiden Straßen werden fünf Meter breit sein. Auf einer Seite schließt ein 1,5 Meter breiter, gepflasterter Gehsteig an. Die drei kurzen Stichwege mit Wendehammer am Ende werden laut Kränzlein nur 3,5 Meter breit. Große Müllfahrzeuge könnten darin nicht wenden, weswegen die Mülltonnen eventuell an die beiden Hauptstraßen geschoben werden müssten.

    Michael Kleinfeller (CSU) forderte, auf die Gehsteige entlang der beiden Hauptstraßen zu verzichten, stattdessen die Fahrbahnen breiter zu machen und das gesamte Baugebiet als verkehrsberuhigte Zone auszuweisen. Planer Kränzlein prognostizierte, dass breitere Straßen zu »Raserei« verleiten. Dem widersprach Kleinfeller. Er wisse aus seiner beruflichen Praxis als Polizist, dass verkehrsberuhigte Zonen »das sicherste und beste« seien.

    Kein Verzicht auf Gehsteige

    Doch wie Kleinfellers Vorschlag wurden noch verschiedene andere verworfen mit der Begründung, dass der vom Stadtrat längst beschlossen Bebauungsplan nur die nun vorliegende Planung zulasse. Darüber empörte sich Ernst Herr (CSU) mehrfach. Bei der Aufstellung des Bebauungsplanes sei den Räten gesagt worden, dass die Feinplanung später erfolge. Nun, wo die Feinplanung erfolgen könne, werde den Räten gesagt, dass die Vorgaben des Bebauungsplanes verböten.

    Wie Herr und Kleinfeller stimmte auch Gerold Wandera am Ende gegen die Erschließungsplanung. Der Grüne lehnt das Baugebiet seit jeher ab. Alle anderen Räte votierten indes für die vorliegende Planung. Deren Realisierung wird laut Kränzlein gut drei Millionen Euro kosten.

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