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    Lohr

    Kulturfahrt durchs schöne Weinland

    Die Teilnehmer des Ausflugs in Iphofen. Foto: Spessartverein

    Es war kalt, aber doch Kaiserwetter, als die Teilnehmer an der Herbst-Kulturfahrt des Lohrer Spessartvereins den Bus in Iphofen verließen. Eine Abbildung des Rödelseer Tors fehlt in keinem Reiseführer und in keinem Film über Franken und ist auch immer wieder ein Augenschmaus mit seinem Fachwerk, seinen Ziegel-und Firstziegeldächern und seiner schmucken Ausstrahlung.

    Bald standen die Wanderer am Marktplatz um die beiden Stadtführerinnen herum, die in die Kirche St. Veit mit einer Apostelskulptur von Riemenschneider und durch das glänzende mittelalterliche Ensemble des kleinen Ortes führten. Reich ist er, dieser Weinort, und dank Knauf tadellos erhalten. Die Stadtmauer mit ihren mannigfaltigen Türmen ist mehr als nur eine Umrundung wert, schreibt der Verein in seiner Pressemitteilung.

    Die Kulturfahrt hatte dieses Mal einen besonderen Organisator, der in Iphofen nicht nur auf Heimatboden stand, sondern auch sehr viel persönliches Berufswissen einbringen konnte. Es war Michael Wehrwein, der vormalige evangelische Dekan von Lohr. Er führte unter anderem durch die Spitalkirche, durch Abtrennung der Hälfte des alten Spitals zur protestantischen Kirche geworden.

    Unterwegs durch die Stadt schlendernd sah man unzählige Hoftore, Bildsäulen, Winzerhöfe und Heiligenfiguren über den Weinranken an den Häusern und einen herrlich üppigen Blumenschmuck.

    Weiter ging's am frühen Nachmittag nach Mönchsondheim, dort bei der Kirchenburg warteten bereits die Führerinnen. Mönchsondheim, so merkte man bald, ist wirklich ein Freilichtmuseum, an dem die Sammlung von historischen Gebäuden nicht herbeigeschafft wurde, sondern in dem diese erhaltene Geschichte da blieb, wo sie schon immer war.

    Die Vorratsräume für Getreide oder Kartoffeln in den Gaden werden auch heute noch genutzt, der einzige Schulraum für acht Klassen (!) mit seinen Sütterlin-Tafeln ist immer noch Schulraum und bis 1967 wurden hier die Kinder unterrichtet. Das Dorfgasthaus dient noch immer als Treffpunkt anlässlich der vielen Feste im Jahreslauf. An dieser Stelle soll gesagt sein, dass Mönchsondheim 220 Einwohner zählt und sich bei diesen Festen 100 Helfer kümmern. Der Dorfladen ist auch noch da und die Kirche St. Bonifatius, mit Echterturm und Dachreiter, steht Wand an Wand zum Kirchenburgmuseum. 

    Der Schwanberg war die letzte Station mit der Kirche der evangelischen Schwestern der Communität Casteller Ring (gegründet im Jahr 1944), man sah drinnen und draußen viele keltische Kreuze und wanderte abschließend durch den Park, in dem man durch die Anpflanzung einer Vielfalt von Bäumen herauszufinden versuchte, welches Baumholz sich besonders eignete für die Herstellung von Bleistiften. Und jetzt kommt der Name Castell ins Spiel, der allen wohlbekannte, der die fränkische Bleistiftfirma Stein über Heirat auf den Schwanberg brachte.

    In Neuses am Berg ging der Ausflug in feucht-fröhlicher Schoppen-Runde mit Musik und lautem Gesang zu Ende. Aber natürlich hielt sich alles in Grenzen, der Pfarrer war ja dabei.

    Bearbeitet von Jochen Jörg

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