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    Marktheidenfeld

    Kunstpreis verliehen: Marktheidenfeld sieht doppelt Roth

    Preisübergabe beim Kunstpreis 2018 der Stadt Marktheidenfeld (von links): Angelique Renkhoff-Mücke (Warema-Renkhoff SE), Kunstpreisgewinnerin Ruth Roth, Laudatorin Eva-Suzanne Bayer, Publikumsfavoritin Cornelia Roth, Dietmar Hamberger (Fertig Motors) und Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder. Foto: Martin Harth

    Der Kunstpreis 2018 der Stadt Marktheidenfeld geht an die Wertheimer Künstlerin Roth. Für ihre Zeichnung "?-! Frage-Antwort" konnte sie am Sonntag im städtischen Kulturzentrum Franck-Haus das Preisgeld von 2000 Euro aus den Händen von Angelique Renkhoff-Mücke entgegennehmen. Das Marktheidenfelder Unternehmen Warema-Renkhoff SE hatte es zur Verfügung gestellt.

    Publikumsfavoritin: Cornelia Roth mit ihrer Zeichnung "Eiszeit". Foto: Martin Harth

    Über 1400 Besucher haben bislang die Ausstellung mit den rund 40 Beiträgen der Jury-Auswahl zu dem Wettbewerb mit dem Titel "Gedankenstrich" besucht, der für die Technik Zeichnung ausgelobt worden war. 800 Gäste ermittelten mit Stimmkarten ihren Favoriten-Beitrag. Dabei setzte sich bei der 11. Auflage des Kunstpreises erstmals mit Cornelia Roth ein Lokalmatadorin aus Marktheidenfeld durch. Für ihre fleißige Zeichnung "Eiszeit" überreichte ihr Dietmar Hamberger, Geschäftsführer des Sponsors Fertig Motors aus Marktheidenfeld, ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro.

    Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder amüsierte sich in ihrer Begrüßung darüber, dass beide Preisträgerinnen, obwohl nicht verwandt, den gleichen Nachnamen tragen. Das "Roth-Duo" wird im übernächsten Jahr zu einer gemeinsamen Ausstellung ins Franck-Haus eingeladen werden. Die Stadt Marktheidenfeld kauft das Bild der Kunstpreisgewinnerin Ruth Roth an und wird es künftig in ihrem Rathaus präsentieren.

    Kunstpreis im zweijährigen Turnus

    Schmidt-Neder dankte den Wettbewerbs-Juroren Marlene Lauter (Kulturspeicher Würzburg), Hermann Neubert (Museen der Stadt Miltenberg), Monika Oetzel (Volkshochschule Marktheidenfeld) und der Würzburger Kunstkritikerin Eva Suzanne-Bayer für das gemeinsame Fachurteil. Im Franck-Haus, das in diesem Jahr seit 20 Jahren als kommunales Kulturzentrum besteht, findet der Kunstpreis-Wettbewerb seit dieser Zeit im zweijährigen Turnus für Künstler aus Unter- und Tauberfranken statt.

    Jury-Mitglied Bayer ging in ihrer Laudatio auf das Werk der Gewinnerin Ruth Roth zunächst auf das Wettbewerbsthema ein. Das Interpunktionszeichen Gedankenstrich kennzeichne Zwischensätze und erklärende Einschübe, lasse Gedanken schriftliche Form annehmen. Dies sei gleichermaßen ein Aspekt der Zeichnung, die Gedanken des Künstlers Form verschaffe und in einen Dialog zum Betrachter trete.

    Kunstpreisträgerin 2018 der Stadt Marktheidenfeld: Ruth Roth mit ihrer Zeichnung "?-! Frage-Antwort". Foto: Martin Harth

    Um diese Auseinandersetzung gehe es im vielfältigen Werk der bekennenden Autodidaktin Ruth Roth aus Wertheim. Sie bevorzuge des Öfteren auffällige schmale Querformate wie in ihrem ausgezeichneten Werk "?-! Frage-Antwort". Es verdeutliche eine Zeitspanne zwischen Frage- und Ausrufezeichen. Dazwischen berichte ihre karikaturistisch anmutende Zeichnung von verschiedenen Menschentypen und Charakteren. Ihr Gedankenstrich symbolisiere das Hin und Her der Meinungen und Lebenshaltungen.

    Der Tanz auf dem Gedankenstrich

    Bayer widmete sich dem kreativen Schaffen der seit 50 Jahren tätigen Künstlerin, die viele Einzelausstellungen über die Region hinaus bekannt machten. Ihre oft experimentellen Arbeiten widmeten sich unter anderem abstrakter Landschaftsmalerei mit Acryl- oder Aquarellfarben. Werkgruppen befassen sich in Collagetechnik mit ihren "Weggefährten" oder in der Plastik mit ihren "Sofafrauen" aus Ton. Ruth Roths Gesamtwerk, so beendete die Kunsthistorikern ihre Rede, sei ein Tanz auf dem Gedankenstrich, jenem Interpunktionszeichen, auf dem alles passieren, alles sich wenden und alles sich wandeln könne.

    Die Kunstpreis-Ausstellung der Stadt Marktheidenfeld zum Thema "Gedankenstrich" in der Sparte Zeichnung ist noch bis zum 30. Dezember im rückwärtigen Ausstellungsbereich des Städtischen Kulturzentrums Franck-Haus (Untertorstraße 6) zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag von 14 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertage von 10 bis 18 Uhr (geschlossen am 24. und 25. Dezember). Info im Internet: www.marktheidenfeld.de

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