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    Lohr

    Kurzarbeit bei Rexroth in Lohr: Ab November 14 Prozent betroffen

    Bosch Rexroth AG – Firmenlogo an Werk 1 Foto: Roland Pleier

    Wieviele der 5600 Rexröther in Lohr sind von Kurzarbeit betroffen? Das seien Interna, die nicht nach außen getragen würden, ist die Antwort von Unternehmenssprecherin Nicole von Killisch-Horn. So sind die jeweiligen Betriebsräte die einzige Informationsquelle. 

    Über die Situation in der Gießerei und im Werk 1 berichtete die Redaktion bereits. Jetzt reichte Ralf Eich, Betriebsratsvorsitzender der Rexroth-Tochter "Electric Drives and Controls" (EDC, ehemals Indramat), die Zahlen für seinen Bereich nach. Demnach wurde für rund 30 Mitarbeiter in zwei Bereichen, beginnend im Oktober, gesetzliche Kurzarbeit mit Entgeltreduzierung vereinbart – weil deren Arbeitszeitkonten schon bis an die 40-Stunden-Grenze ins Minus geraten waren.

    Ralf Eich, IG Metall, DGB-Kreisverbandsvorsitzenderund Betriebsratsvorsitzender Bosch Rexroth Electric Drives and Controls. Foto: Roland Pleier

    Die Konten der Kollegen waren nach dem überaus erfolgreichen Geschäftsjahr 2018 (Eich: "Das war unser bestes Jahr") immer noch gut gefüllt. Insgesamt 350 Beschäftigte bauen ihre Überstunden seit 1. Oktober systematisch ab: Etwa 250 Beschäftigte in der Elektronikfertigung und knapp 100 in der Logistik arbeiten laut Eich einen Tag weniger in der Woche – nach Möglichkeit an einem Montag oder Freitag. Diese Art der Arbeitszeitverkürzung nennt man bei Bosch "tarifliche Kurzarbeit", erläutert der Betriebsratsvorsitzende. Seiner Einschätzung zufolge dürfte diese Regelung bis Ende dieses Jahres ausreichen.  

    Wie es danach weitergehe, sei in weiteren Gesprächen und Verhandlungen zu vereinbaren, so Eich, der die insgesamt 1492 EDC-Beschäftigten vertritt. Nicht betroffen seien die Bereiche Entwicklung, Verwaltung und Betrieb. "Da gibt's nicht mal Gespräche", erläutert Eich. "Die haben zu tun ohne Ende."

    Ab November arbeiten rund 800 Rexröther kürzer

    Mit den 30 gesetzlichen und den 350 tariflichen Kurzarbeitern bei EDC sowie den 280 in der Gießerei arbeiten demnach seit Anfang dieses Monats etwa 660 Rexröther kurz – sei es gesetzlich oder tariflich. Im November kommen noch rund 145 Beschäftigte aus Werk 1 hinzu.

    Bosch Rexroth ist nicht die einzige Firma, die auf dieses Mittel zurückgreift, um einen Auftragsrückgang zu puffern. Auch der Messtechnik-Spezialist Wenzel in Wiesthal hat die Arbeitszeit um 20 Prozent reduziert. Im gesamten Landkreis Main-Spessart hatten im Oktober 14 Betriebe insgesamt 645 Arbeitnehmer für Kurzarbeit angemeldet

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