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    Karlstadt

    Kurzweiliger Wiedereinstieg in den Schulalltag

    Auch heuer gab für das Ensemble des englischesprachigen "White Horse Theatre" reichlich Applaus. Mit drei verschiedenen Stücken und vier Vorstellungen innerhalb von 26 Stunden bescherten sie 680 Karlstadter Schülern kurzweilige und lehrreiche Englischstunden. Foto: Robert Emsden

    Mangels eines günstigeren Termins gastierte heuer gleich nach den Weihnachtsferien ein Ensemble des international renommierten englischsprachigen "White Horse Theatre" am Karlstadter Gymnasium. Nach einem krankheitsbedingten Ausfall zogen die britischen Berufsschauspieler und "Native speakers" Sam (27) von der Insel Wight, Melanie (23) aus dem Dorf Framilode, Savannah (26) aus Birmingham und aushilfsweise Theaterdirektor Andy aus Blackpool erst recht alle Register, um den insgesamt 680 Karlstadter Schülern nach den Ferien einen kurzweiligen und lehrreichen Wiedereinstieg in den Schulalltag zu ermöglichen.

    Bei den insgesamt vier Vorstellungen wurden an zwei aufeinanderfolgenden Tagen drei verschiedene Stücke präsentiert. Für die 150 Schüler der Klassen 5a, 5c und 5e sowie 6a, 6b und 6e des Gymnasiums stand der Griffith-Klassiker "The Empty Chair" (Der leere Stuhl) auf dem Programm, bei dem es, ungeachtet des hohen Unterhaltungswertes, um emotionale Turbulenzen ging, wenn intakte Familien auseinanderbrechen und alleinerziehende Eltern eine neue Beziehung anstreben. In einer stichpunktartigen Umfrage am Ende des Stückes bescheinigten alle gefragten Schüler, dass ihnen das Stück sehr gut gefallen hatte und dass sie so gut wie alles verstanden hätten. Fast ausnahmslos bescheinigten die Junioren den Akteuren großartige schauspielerische Leistungen und äußerten den Wunsch, im kommenden Schuljahr unbedingt wieder bei einer "White Horse"- Vorstellung dabei zu sein.

    Keine Selbstverständlichkeit

    Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, mussten vor Beginn des Unterstufenstückes Emilia und Klara (zehn Jahre) mit Wehmut erfahren, denn dieses Jahr war gerade ihre fünfte Klasse leider nicht mit von der Partie: "Was hat die tolle Kulisse hier mit dem Regenbogen zu bedeuten? ...Englischsprachiges Theater?... Uuh, cool!" Naja, nächstes Jahr sind sie dabei – hoffentlich. Bei ihrem detaillierten Feedback bescheinigte auch die elfjährige Ana Pavlovic dem Stück "The Empty Chair" wertvolle und für Betroffene vielleicht hilfreiche Botschaften in Bezug auf die Überwindung von Trennungen.

    Mit zunehmendem Alter und mit dem steigendem Leistungsdruck vorm Abitur lässt bei vielen Schülern die frühere Begeisterungsfähigkeit naturgemäß ein wenig nach – oder sie wird mehr zu einer "inneren Angelegenheit". Nichtsdestotrotz zeigten die 200 Schüler der Q11 und Q12 bei der Kurzfassung von Shakespeares "The Taming of the Shrew" (Die widerspenstige Zähmung) in Originalsprache sich durchwegs aufmerksam und empfänglich für viele Facetten, die Shakespeare letztlich so populär gemacht haben. Dass man ihnen zutraut, mit dieser schweren Kost einigermaßen klarzukommen, darf als Vertrauensbeweis gedeutet werden. Während – in Anbetracht bevorstehender Klausuren – einzelne Oberstufenschüler gerade zu diesem Termin lieber Unterricht statt Shakespeare gehabt hätten, wurde am Sinn einer zumindest kurzen Begegnung mit den Werken des englischen Altmeisters nicht grundsätzlich gezweifelt.  

    Wichtige Botschaften mit nach Hause genommen

    Am darauffolgenden Tag stand für 100 Karlstadter Mittelschüler, 90 Realschüler und 140 Gymnasiasten der  achten, neunten und zehnten Klassen eine moderne und neusprachliche Fassung von Shakespeares "Two Gentlemen of Verona" auf dem Programm, bei dem es um die gerade für junge Menschen wichtigen Themen Freundschaft, Treue und Vertrauen ging und als Gegenpol hierzu natürlich auch um Falschheit und Verrat. Auch ohne schriftliches Feedback konnte man bei den durchwegs sehr aufmerksamen Schülern deutlich erkennen, dass sie dabei viel Freude hatten und neben dem sprachlichen Nutzen auch wichtige Botschaften mit nach Hause nehmen konnten.          

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