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    Urspringen

    Latin Hustle: Arm-Styling und Eleganz

    Michaela Born und Andreas Wiese tanzen voller Begeisterung den "Latin Hustle", hier die Figur "Shadow". Foto: Heidi Vogel

    Für alle Tanzmuffel hört sich „Latin Hustle“ vielleicht nach lateinischem Husten an. Tanzbegeisterte dagegen wissen, was sich dahinter verbirgt. „Der Latin Hustle ist der Ursprung des in Europa bekannten Discofox. Er sieht aber viel interessanter aus, mit deutlich auffälligerem Arm-Styling und mehr Eleganz“, erklärt Andreas Wiese mit strahlenden Augen. Der 38-jährige Marktheidenfelder ist, ebenso wie Michaela Born aus Urspringen, Tanzlehrer an der Wertheimer Tanzschule. Außerdem sind die beiden seit kurzer Zeit das einzige Paar aus Bayern, das die silberne Stufe des „Latin Hustle Instructors“ erreicht hat. Sie sind somit eines von vier Paaren deutschlandweit, das zur Ausbildung im Latin Hustle auf dieser Stufe befähigt ist. Doch wie kam es dazu?

    Bereits seit rund 20 Jahren ist Tanzen die große Leidenschaft der in Urspringen beheimateten Michaela Born. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Tanzlehrerin, gründete vor elf Jahren mit ihrem damaligen Tanzpartner Michael Engelhardt in Wertheim einen Verein und unterrichtet dort seither jeden Sonntag mehrere Gruppen.

    Als der Marktheidenfelder Andreas Wiese, der bei Fertig-Motors als Entwicklungsingenieur beschäftigt ist, auf der Suche nach einer Tanzschule war, stieß er 2012 auf die „M und M-Tanzfreunde“ in Wertheim. „Andreas hat sich sehr gut entwickelt“, lobt die 53-Jährige, die bei Warema arbeitet, ihren einstigen Schüler. Und nachdem Borns bisheriger Tanzpartner Engelhardt kürzer treten wollte, übernahm Wiese im Jahr 2017 seinen Part – sowohl als Tanzlehrer, wie auch im  Vorstand.

    Wenig später wurde das Paar von Borns ehemaligem Tanzlehrer Andi Fett, einem erfahrenen Coach mit eigenem Studio im hessischen Hünfelden, angesprochen, ob es nicht Lust hätte, die Ausbildung zum Tanzlehrer für Latin Hustle abzulegen. Fett war nämlich zuvor eigens in die USA gereist, um sich bei Billy Fajardo, einem der originalen New-York-Hustle-Tänzer, ausbilden zu lassen. Zudem hatte der zertifizierte Fett von Fajardo das Angebot erhalten, in Deutschland die „International Hustle Dance Association", kurz IHDA, zu gründen. Der Hünfeldener erarbeite ein Konzept für die Ausbildung und Zertifizierung und startete im Jahr 2017 mit dem ersten Kurs.

    Born und Wiese nahmen teil und legten im März 2017 die bronzene Stufe ab. Drei Monate später absolvierten sie das Internationale Zertifikat, welches Voraussetzung für das nächste Level, sprich Silber, ist. „Der Großmeister selbst war aus Amerika angereist - da ging uns natürlich die Flatter“, erinnert sich der 38-Jährige, der seit jeher sehr sportlich ist, an den großen Moment des Vortanzens.

    Michaela Born und Andreas Wiese zusammen mit Billy Farjado nach der Internationalen Prüfung. Foto: Andreas Fett

    Doch dann sei alles ganz locker gewesen. Denn während das Paar nach dem Vortanzen mit den normalerweise üblichen theoretischen Fragen gerechnet hatte, habe Billy Fajardo mit ihnen über den Tanzstil philosophiert. „Er meinte, dass er ja sieht, dass wir den Tanz beherrschen“, berichtet Wiese angesichts des Lobs vom Meister freudestrahlend.

    Und so setzten die beiden nun vor wenigen Wochen die nächste Stufe in Silber drauf. Wieder hieß es, an vier Wochenenden von Januar bis März nach Hünfelden zu fahren und in der Zwischenzeit mindestens dreimal pro Woche zu Hause im Wohnzimmer zu trainieren. „Ich finde es als Frau besonders schwer, denn man muss auch die Herren-Schritte perfekt können“, berichtet die Urspringerin und fügt an, dass die häufigen Proben nötig seien, weil alles exakt und flüssig sein muss. Zudem gehört zur Prüfung auch ein theoretischer Teil, bei dem man beispielsweise die Herkunft und den Charakter des Latin Hustle sowie den Ablauf der Figuren, die Namen wie Return, Wheel oder Float haben, genau beschreiben muss.

    Bei der Silberprüfung seien die Figuren noch einmal anspruchsvoller gewesen, neue Elemente seien hinzugekommen und die Charakteristik wurde nochmals verfeinert. Voller Stolz halten die beiden nun ihr Zertifikat in Silber in Händen.

    Und wie geht es jetzt weiter? „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, den Tanz zu verbreiten“, erklärt Wiese und ergänzt, dass bereits im Mai an der Volkshochschule in Marktheidenfeld ein Kurs mit ihnen startet. „Wir würden gerne noch andere Paare mit dem Hustle-Virus infizieren“, meint Born mit einem schelmischen Grinsen und betont, dass für sie der Spaß immer im Vordergrund stehe.

    Latin Hustle
    Der Latin Hustle entstand in den 1970er Jahren in New York. Zunächst gab es viele Vorläufer mit unterschiedlichen Schrittmustern, schon bald zeichnete sich jedoch die 3-Count-Variante ab, die bis heute weltweit getanzt wird. Charakteristisch für Latin Hustle sind seine Eleganz, seine Weichheit sowie sein auffälliges Arm-Styling. Hustle wird auf einem Slot getanzt und kann im fortgeschrittenen Bereich sogar sehr raumgreifend werden. Aus ihm entstand der in Europa bekannte Discofox, der allerdings stark vom originalen Hustle abweicht. (vo)

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