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    Marktheidenfeld

    Laurentiuskirche: Stadt Marktheidenfeld ist das Wahrzeichen etwas wert

    Auf 656 945 Euro beläuft sich die Kostenschätzung für die Innenrenovierung der alten Marktheidenfelder Pfarrkirche St. Laurentius. Die Stadt wird sich mit einem Zuschuss von 65 000 Euro daran beteiligen, beschlossen die Bürgervertreter nach längerer Diskussion gegen die Stimme von Burkhard Wagner. Dieser erinnerte, dass die Stadt bisher Kirchensanierung nicht so hoch gefördert habe, Innensanierungen schon gar nicht, und sagte: "Wir schaffen dort einen Bezugsfall, das müssen wir wissen." 

    Seine Ratskollegen sahen das anders. Der Zuschuss sei "aufgrund der Bedeutung der Kirche für die Stadt Marktheidenfeld" gerechtfertigt, meinte Wolfgang Hörning. "Sie ist ein Wahrzeichen und Stadtbild prägend." Auch Hermann Menig bezeichnete eine zehnprozentige Förderung als angemessen. Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder informierte, dass in der Vergangenheit ganz unterschiedlich gefördert wurde. Man müsse bedenken, dass die Kirche auch für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt werde.

    Man könne nicht ein Objekt mit dem anderen vergleichen, griff Helmut Adam den Hinweis Wagners und die Ausführungen der Rathauschefin auf und sagte: "Wir sind immer Herr des Verfahrens. Gerade wegen der Tatsache, dass es nie eine einheitliche Regelung gab, hab ich kein Problem damit."  

    Die Kirche auf dem städtischen Logo

    Gar einen "identitätsstiftenden Charakter" sprach Zweiter Bürgermeister Martin Harth der Laurentiuskirche zu, die – wie Richard Oswald ergänzte – sogar auf dem städtischen Logo zu finden ist. Allein die Restaurierungskosten für die Kunstwerke würden die Fördersumme der Stadt übersteigen, meinte er. Gerd Rauh hatte keine Einwände gegen den Zuschuss, stellte aber klar, dass ihm eine Gleichbehandlung am Herzen liege: "Die Kirche in ihrem Stadtteil ist den Menschen dort genauso wichtig wie die Laurentiuskirche den Bewohnern der Kernstadt."

    Was allen Bürgervertretern ein wenig die Nase hinauf ging, war die Tatsache, dass die Bischöfliche Finanzkammer eine Beteiligung der Stadt von zehn bis 20 Prozent erwartet und davon auch ihren eigenen Zuschuss von 50 Prozent, also 330 000 Euro, abhängig macht. Martin Harth machte deshalb darauf aufmerksam, dass die Bezuschussung eine freiwillige Leistung der Stadt sei.

    Beginn der Renovierung noch vor Ostern

    Laut Bauamtsleiter Alexander Chesauan verfügt die Katholische Kirchenstiftung selbst über Eigenmittel von 120 000 Euro. Weitere 70 000 Euro sollen durch Spenden, Eigenleistung und Zuschüssen von überörtlichen Förderstellen aufgebracht werden. Christian Menig, der als Kirchenpfleger nicht an der Diskussion und Abstimmung teilnahm, informierte nach der Sitzung, dass noch vor Ostern mit der Renovierung begonnen werde. Schon Weihnachten 2019 soll das Kirchenschiff in neuem Glanz erstrahlen. 

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