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    Lohr

    Lebensraum statt Aufbewahrungsraum

    Steigende Nachfrage und neue Möbel an der Offenen Ganztagsschule Lohr: Maximilian Schmidt (links) leitet das Team, zu dem Martina Sopp gehört, rechts Schulleiter Wolfgang Schmitt. Foto: Rita Gress

    An der Offenen Ganztagsschule (OGS) der Grundschule Lohr sind aktuell 81 Schüler zur Nachmittagsbetreuung angemeldet. Auf die Erst- bis Viertklässler wartete mit Beginn des neuen Schuljahres eine Überraschung: In die Klassenräume und Mensa im dritten Stock des Schulhauses sind neue Möbel eingezogen.

    Die Stühle und Sitzecken in bunten Farben strahlen eine warme Atmosphäre aus, die Wände der Räume sind mit Bastel- und Malarbeiten der Schüler dekoriert. »Es war uns wichtig, nicht einen Aufbewahrungsraum für unsere Schüler zu schaffen, sondern einen echten Lebensraum«, sagt Rektor Wolfgang Schmitt. Dies habe auch Bürgermeister Mario Paul sehr am Herzen gelegen. Die Kosten für die neuen Möbel übernahm die Stadt Lohr.

    Das pädagogische Team der OGS leitet Maximilian Schmidt (Master Soziale Arbeit). Sieben festangestellte Betreuer – darunter die Erzieherinnen Angelika Krimm und Martina Sopp – und ein ehrenamtlicher Mitarbeiter sind im Einsatz.

    Keine Nachfrage für Freitag

    Die Nachmittagsbetreuung von Montag bis Donnerstag ist kostenlos. Das kostenpflichtige Zusatzangebot, welches bis Freitag eine Betreuung bis maximal 16.30 Uhr ermöglicht, kam in diesem Schuljahr wegen geringer Nachfrage nicht zustande.

    Die Betreuung beginnt im Anschluss an den regulären Stundenplan. Wahlweise können die Schüler die Kurzgruppe bis 14 Uhr besuchen oder bis 16 Uhr in der Langgruppe bleiben. Einem Mittagessen in der Mensa folgt eine Aktivpause auf dem Pausenhof. Ab 14 Uhr ist Hausaufgabenbetreuung in kleinen Gruppen.

    Sport, Spiel und Umwelt

    Das anschließende Programm beinhaltet ein Kreativangebot, Sport, Gesellschaftsspiele oder Themen wie Umwelt und Ernährung. Laut OGS-Leiter Schmidt ist die Resonanz auf das Nachmittagsangebot insgesamt positiv.

    Ihm und seinem Team ist es wichtig, sowohl mit den Eltern als auch mit den Schülern in vertrauensvollem Gespräch zu bleiben. Gründe für die steigenden Anmeldezahlen zur OGS sehen Rektor Wolfgang Schmitt und Maximilian Schmidt unter anderem im arbeitsbedingten Zuzug von Familien und der Berufstätigkeit beider Eltern. »Die Familien sind zwangsläufig mobiler geworden; wie früher einfach zur Oma nach nebenan zu gehen, entfällt damit«, so der Schulleiter. Auch seien viele Familien auf ein zweites Einkommen angewiesen.

    Offene Ganztagsschule
    Start für die Offene Ganztagsschule in Lohr war im Schuljahr 2016/17. Partner der Schule ist der Verein »Erleben Arbeiten Lernen« (EAL e. V.) aus Würzburg. Er steht an der Seite von mehr als 50 Schulen in Unterfranken.
    Ein Austausch mit Eltern ging voraus, in dem der Wunsch nach Nachmittagsbetreuung erfragt wurde, berichtet Marcel Brunner, städtischer Referent für Familien, Kinder und junge Menschen.
    An den Grundschulen Lohr und Sendelbach entschieden sich die Eltern für die Einführung. Beide Schulen verzeichnen steigende Nachfrage. Die OGS Lohr in Zahlen: 2016/17 belief sie sich auf 55 Schüler, im Folgejahr auf 57. 2018 waren 72 Kinder angemeldet, für das jetzige Schuljahr sind es 81.
    Auch an der im Schuljahr 2017/18 eingeführten OGS Sendelbach zeigt sich höherer Bedarf. Laut der pädagogischen Koordinatorin Bianca Herrmann wird sie aktuell von 69 Kindern besucht. Es stehen fünf Betreuer zur Verfügung.
    Wie an der OGS Lohr hat es in diesem Schuljahr keine Nachfrage nach der kostenpflichtigen Randzeit bis 16.30 Uhr gegeben.

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