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    Marktheidenfeld

    Lermann-Areal: Wünschenswertes für Bürger und Stadt schaffen

    Am Donnerstagabend lagen dem Stadtrat erste Konzepte für eine mögliche Bebauung für das Gelände in Marktheidenfeld vor. Die Bürgervertreter zeigten sich "sehr erfreut".
    Lermann-Areal: Wünschenswertes für Bürger und Stadt schaffen

    Zwei Dinge fielen auf in der Diskussion im Marktheidenfelder Stadtrat, nachdem Projektentwickler Harald Gerlach und Architektin Daniela Wagner erste Überlegungen für die Neugestaltung des Lermann-Areals präsentiert hatten: die Erleichterung darüber, dass sich hier etwas tut, und die Freude, dass das Konzept in enger Abstimmung mit der Stadt entwickelt werden soll. Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder betonte vor dem Gremium und den rund 25 Zuhörern im Rathaussaal: "Wir warten schon lange darauf, das hier etwas vorgestellt wird." Es sei gerade im Hinblick auf den Einzelhandel "wichtig, dass wir wieder das hierher bekommen, was sich die Bürger wünschen". 

    Schmidt-Neder wies auch auf die vielen Gerüchte und Stammtischgespräche zum Thema Lermann in der Vergangenheit hin, wobei es immer wieder neue und andere Informationen gab, "woher auch immer". Auch Harald Gerlach bedauerte das, sagte aber, dass während der zwei Jahre dauernden Gespräche mit den Besitzern Stillschweigen vereinbart war und er nach Abschluss des Kaufvertrages mit der KRE-Gruppe im Dezember sofort das Gespräch mit der Stadt gesucht habe. "Das ist ein tolles Grundstück mit hohem Entwicklungspotenzial", leitete er die Präsentation ein. 

    Umsetzung in mehrere Bauabschnitten

    Die Marktheidenfelder Architektin Daniela Wagner zeigte dann die bereits öffentlich gemachten Ideen für das Gelände auf:  Der bestehende Elektrofachmarkt und der Fahrradhandel sollen erhalten und an der Ludwigstraße in einen Neubau ziehen. Dann soll das Kaufhaus an der Luitpoldstraße um eine Etage reduziert werden, damit es sich wieder harmonischer in die Umgebung einfügt. Im Erdgeschoss möchten die Planer Einzelhandel unterbringen, in den Obergeschossen unter anderem Servicewohnen, betreutes Wohnen, Demenzstation und Tagespflege. Hier arbeitet der Investor KRE mit einem renommierten Berliner Anbieter zusammen, mit dem schon sechs andere Projekte realisiert wurden – aktuell entsteht ein solches auch auf dem ehemaligen Brauereigelände in Lohr.

    Lermann-Areal: Wünschenswertes für Bürger und Stadt schaffen

    In einem dritten Bauabschnitt sollen die restlichen Flächen zwischen Kaufhaus und  Echterstraße überbaut werden, wobei darunter zunächst eine Tiefgarage entsteht. Bei der Bebauung ist an Verbrauchermärkte und Mehrfamilienhäuser gedacht. Die Bewohner sollen die begrünte Dachfläche nutzen können. Die Frage von Helmut Adam nach dem zeitlichen Ablauf beantwortete Projektmanager schon recht konkret: Bis Ende des Jahres müssten alle notwendigen Abstimmungen erfolgt sein und es klar sein: "Geht's oder geht's nicht." 

    Baubeginn für Fachmärkte schon im Frühjahr 2022?

    Laute die Antwort Ja, dann gehe es 2021 darum, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu erstellen. Im Frühjahr 2022 könnte dann der Bau beginnen. "Der Bau für Fahrrad und Elektro, das geht relativ schnell, für das andere sehe ich Ende 2023/Anfang 2024 als mögliches Szenario." Die nächsten Schritte seien aber Gespräche mit den Besitzern der Nachbargrundstücke, die Überprüfung der Bausubstanz des Kaufhauses, die Klärung der Zu- und Abfahrten sowie Anlieferung sowie Fragen des Schallschutz und des Brandschutzes.

    Ob angesichts der Nähe zum Busbahnhof nicht auch die Möglichkeit bestünde, Ärzte in den Neubauten anzusiedeln, wollte Bärbel Gillmann-Bils wissen. Hier gehe es um "einen exponierten Standort mitten in der Stadt", pflichtete ihr Gerlach bei und dass er für jeden Hinweis einer Nutzung dankbar sei und dies prüfen werde. Auch im Konzept in Lohr seien Ärzte vorgesehen, wies er auf das Vergleichsprojekt hin.

    Lermann-Areal: Wünschenswertes für Bürger und Stadt schaffen

    Bürgerbeteiligung ist Stadträten wie Planern wichtig 

    Christian Menig bat darum, die aktuell auf dem Lermann-Areal beheimateten Firmen einzubinden. Das Vorhaben sei für die städtebauliche Entwicklung Marktheidenfelds enorm wichtig. Deshalb seien eine enge Abstimmung und eine Bürgerbeteiligung unerlässlich. Das, was er auf den Plänen sehe, fand Menig "klasse". Gerlach versprach, Stadt und Bevölkerung einzubeziehen, "denn gegen die Stadt etwas zu planen, das ist Harikiri, so etwas machen wird nicht".

    Renate Schneider bat zu prüfen, ob man neben dem Grün auf dem Dach nicht auch mehr Grün außen herum vorsehen könne. Und Burkhard Wagner fragte, ob die Fassade des Kaufhauses so erhalten bleiben solle. Der Baukörper selbst ja, entgegnete Architektin Wagner, "aber alles, was man sieht, soll schöner werden". Auch die Idee einer Einkaufs-Mall warf Stadtrat Wagner in den Raum. Man werde über alles nachdenken, versprach Gerlach, betonte aber: "Im Moment ist das, was den Einzelhandel anbelangt, noch mehr Black Box als Realität."

    Die Hinweise von Burkhard Wagner und Hermann Menig, dass sie eine Tiefgaragenzufahrt zur Baumhofstraße kritisch sehen, beantwortete Harald Gerlach mit dem Hinweis, er könne sich das mittlerweile auch nicht mehr vorstellen. Die Verkehrsanbindung müsse gut durchdacht werden.

    Das Schlusswort gehörte Hermann Menig: "Ich bin zuversichtlich, dass nicht nur Worte gewechselt werden, sondern auch Taten folgen. Von der Sache her sind wir sehr erfreut."

    Was die Grafiken zeigen: Die Skizzen zeigen zum einen eine Ansicht von Süden mit der Ludwigstraße im Vordergrund und dem geplanten Neubau für den Elektro- und Fahrradfachmarkt von Lermann, zum  anderen eine Ansicht von Nordost aus Richtung Baumhofstraße. Der Lageplan zeigt das Areal, das neu gestaltet werden soll nördlich und südlich der Ludwigstraße.

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