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    Gemünden

    Leserbrief zum Thema Klinikum Main-Spessart: Es geht immer nur ums Geld

    Zur Broschüre "amPULS" des Klinikums Main-Spessart, die dieser Zeitung am 16. Oktober beigelegt war, erreichte die Redaktion folgende Leserzuschrift.

    Die Sorge und die Angst, ob sie im Krankenhaus Lohr bestmöglich versorgt sind, treibt die Menschen im Landkreis Main-Spessart um. Erst kürzlich wurde dies in einer Zeitschrift des Klinikums thematisiert und darauf hingewiesen, dass in Lohr alles da ist, was man für die Notfallversorgung braucht. Auch ich habe diese Angst schon einmal vor Jahren im Krankenhaus Lohr am eigenen Leib und bei anderen Mitmenschen mit einem Schlaganfall miterlebt (die Main-Post berichtete damals, wie mit mir und anderen Patienten im Zimmer umgegangen worden war).

    Erst im Vorjahr hatte ein Bekannter einen Darmverschluss und wurde nach Lohr ins Krankenhaus gebracht. Man stellte nichts besonderes fest und schickte ihn wieder nach Hause. Als dann die Schmerzen nicht besser wurden, rief man den Notdienst und er sollte wieder nach Lohr. Die Partnerin setzte den Mann ins Auto und fuhr mit ihm nach Würzburg in die Notaufnahme. Nach kurzer Zeit wurde ein Darmverschluss festgestellt. Ich selbst habe von bestimmt 20 Menschen, die im Krankenhaus Lohr waren, von solcher Angst berichtet bekommen. Sie berichteten mir von einem nicht zufriedenstellenden Zustand. Sicher gab es auch zwei, drei Menschen, die fanden den Aufenthalt im Krankenhaus gut.

    Warum musste man denn gleich in Karlstadt das Krankenhaus schließen? Konnte man nicht warten, bis das neue Klinikum in Lohr entsteht? Es geht immer nur ums Geld. Ist Geld alles auf auf dieser Welt? Wie sieht es dann am Flughafen in Berlin oder anderen Projekten aus, wo das Geld der Bürger vom Staat verplant und verdummt wird! Heutzutage ist die Politik nicht mehr glaubwürdig.

    Bei all dem frage ich mich: Wo bleibt eigentlich der Mensch? Jeder möchte, wenn er einmal älter wird, gut gepflegt und versorgt werden. Aber wie steht es damit? Ich habe in meiner Patientenverfügung bei Ergänzungen den Satz hinzugefügt: Ich möchte nicht ins Krankenhaus nach Lohr gebracht werden, sondern in die Uniklinik oder ins Juliusspital nach Würzburg. Dieser Zusatz wurde auch notariell beurkundet. Was aber, wenn der Ernstfall eintritt? Werde ich dann automatisch entgegen meinen Willen erstmal nach Lohr gebracht?

    Bedingt durch die Krankheit meiner Frau waren wir zu  zwei Hüftoperationen im König-Ludwig-Haus in Würzburg. Da war ich erstaunt! Vom Pförtner am Eingang bis hin zu den Ärzten und Krankenschwestern ein vorbildlicher Umgang. Immer ein Lächeln, ein freundlicher Umgang mit den Menschen, auch wenn es bei uns manchmal nicht dazu zumute war. Bei diesem zweimaligen Aufenthalt meiner Frau in diesem Krankenhaus habe ich nur Positives mit nach Hause genommen. Da könnten sich die Mitmenschen, Ärzte und Krankenschwestern in Lohr eine große Scheibe abschneiden.

    Ich  möchte nur an die Wahrheit der Berichte der Führung und Klinikleitung Main-Spessart appellieren und dass diese auch wirklich bei ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen umgesetzt werden. Vielleicht wandelt sich die Meinung der Menschen und der Satz „Bloß nicht nach Lohr!?“ könnte in ein: „Ich möchte nach Lohr ins Krankenhaus“ umgeschrieben werden. Daran sollten alle Verantwortlichen ernsthaft in nächster Zukunft arbeiten.

    Josef Manger
    97737 Gemünden-Adelsberg

    Bearbeitet von Lena Bayer

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