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    Karlstadt

    Leserforum: Behörden und Ämter haben versagt

    Zum Artikel "Katze massiv vernachlässigt" erreichte die Redaktion folgender Leserbrief:

    Hat es wirklich so weit kommen müssen? Warum musste erst ein Tier aufgrund derartiger Vernachlässigung eingeschläfert werden, um es von seinem Leid zu erlösen? 

    Weil nun endlich ein Veterinär die Courage hatte, diese Tierquälerei anzuzeigen, könnten - sobald das Gerichtsurteil rechtskräftig wird - auch andere Tiere vor einem solchen Schicksal bewahrt werden. Seit vielen Jahren sind verschiedene Ämter (Ordnungsamt, Veterinäramt, Jugendamt, Landratsamt und Polizei) über die Vernachlässigung von Tieren und Kindern in dem Haushalt informiert. Keine der besagten Behörden fühlte sich dafür verantwortlich, etwas zu unternehmen - nichts passierte. In der Zwischenzeit lief die Tierpopulation bei besagter Familie komplett aus dem Ruder.

    Bei einem Feuerwehreinsatz vor zwei Jahren wurden zehn Hunde, unzählige Katzen und Kleintiere gezählt. Natürlich verursachen so viele Tiere auf kleinem Raum viel Dreck. Viele Zimmer des Hauses seien mit Tierexkrementen verschmutzt gewesen, selbst in den Betten der Familie lag Hundekot, hieß es vor Gericht. Warum fühlte sich keines der Ämter für solche menschen- und tierunwürdigen Bedingungen zuständig? Wieso wurde nicht schon vor Jahren reagiert, wenn nicht zum Wohle der Tiere, dann doch wenigstens zum Wohle der Kinder?

    Obwohl Bürger mehrfach auf diese Zustände und eine mögliche Erkrankung der Frau an Animal Hording hinwiesen, griffen die Behörden nicht ein. Die Bedenken wurden nicht ernst genommen oder als Unstimmigkeiten unter Nachbarn abgetan. Dass erst der schlimme Zustand der Katze nötig war, bis es zum Einschreiten kam, ist für mich ein dienstliches und menschliches Versagen aller zuständigen Behörden und Ämter.

    Claudia Kübert
    97753 Karlstadt

    Bearbeitet von Nico Christgau

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